Machtkämpfe mit Kindern

Diplom Pädagoge Thomas Rupf bei seinem Vortrag im Campus W.

Vortrag von Diplom-Pädagoge Thomas Rupf

Mellendorf. Rund 80 Eltern, Erzieher und Erzieherinnen sowie Lehrerinnen und Lehrer folgten kürzlich gespannt dem Vortrag von Thomas Rupf. Auf Einladung der betriebseigenen Kita „Ohrwürmchen“, sprach der Diplom-Pädagoge im Theater des Innovation Campus W. über das Thema „Machtkämpfe zwischen Kindern und Eltern – wie kann ich geschickt den Alltag überleben?“
Der Experte zeigte im Laufe seines Vortrages auf, wie man Machtkämpfen mit Kindern gelassener begegnet. Dabei geht es für ihn nicht darum, die perfekte Erziehung zu lehren, sondern darum, Menschen dabei zu helfen, ihre eigenen Wege im Umgang mit Machtkampf-Situationen zu finden. Rupf, der in seiner beruflichen Laufbahn schon viel Erfahrung in den Bereichen der Kinderpsychiatrie, Erziehungsberatung und als Trainer für pädagogisch-therapeutisches Gesprächsverhalten sammeln konnte, sprach, wie schon bei seinem letzten Vortrag, vielen Eltern und Pädagogen aus der Seele. Auf humorvolle Art und Weise und mit zahlreichen Beispielen aus dem Alltag hielt Rupf seinen Zuhörern den Spiegel vor.
Laut Rupf sind Machtkämpfe zwischen Eltern und ihren Kindern normal sowie gesund und wichtig für die kindliche Entwicklung. Auch Wut und Aggression seien ein natürliches Ventil der Kinder. Wenn diese Konfliktsituationen sich jedoch häuften und man immer wieder die gleichen Diskussionen führe, könne dies zur Erschöpfung führen. Dann sei es wichtig, auf der einen Seite die Bedürfnisse der Kinder anzuerkennen, aber auch einen Weg zu finden, diese Situationen geschickt zu meistern und den Kindern eine Orientierung zu geben. So rät Rupf: „Wir sollten, wenn es um Erziehung geht, wieder mehr auf unser Bauchgefühl hören. Wir dürfen und müssen Verantwortung für unsere Kinder übernehmen und für sie Entscheidungen treffen.“ Ebenso wichtig sei es jedoch, loslassen zu können, wenn die Kinder älter und selbstständiger werden. Rupf betonte, Eltern und Pädagogen sollten sich darüber im Klaren sein, dass es nicht die Aufgabe der Kinder sei, Rücksicht zu nehmen, immer Verständnis zu haben und so zu funktionieren, wie Erwachsene es gerne hätten. Viel mehr läge es in der Natur der Kinder, „uns bis an die Grenzen zu testen“. Eltern und Pädagogen sollten daher Diskussionen keine Chance geben, sondern konsequent handeln und sowohl in ihrer Mimik als auch in ihrer Gestik deutlich sein, Gefühle zeigen, diese benennen und authentisch sein – darauf komme es an. Wenn man diese Fähigkeiten dann noch mit einer Prise Humor mische und der Spaß nicht zu kurz komme, sei man auf einem guten Weg, Machtkämpfen gelassen zu begegnen.