Malbildhauer öffnet sein Atelier

Malbildhauer Ulrich Saloga spielt mit Farben und Formen, bemalt alles vom Kleiderbügel bis zum Bauhelm. Mehr über den Wedemärker Künstler finden Interessierte unter www.malbildhauer.de. Foto: A. Wiese
 
Ulrich Saloga bei der Arbeit: Malbildhauerei ist eine individuelle Fusion aus Malerei und plastischer Kunst. Saloga befreit das Bild einfach von Rahmen und Wand und schafft damit unerwartete Ansichten.

Ulrich Saloga lädt am heutigen Sonnabend in die Industriestraße 20 in Mellendorf ein

Bissendorf-Wietze/Mellendorf (awi). Ein Malbildhauer, was ist das denn, werden sich viele fragen. Ist das ein Bildhauer, der malt, oder ein Maler, der Skulpturen macht? Ist das Handwerk oder Kunst? Ulrich Saloga, der für sich selbst den Begriff Malbildhauer® erfunden hat, lacht: „Alles und nichts ist richtig. Als Malbildhauer breche ich mit allen Traditionen der Malerei aus Jahrhunderten und befreie das Bild von Rahmen und Wand. Meine Malbildhauerei löst nicht nur Teile aus Gemälden heraus. Sie verändern sich und werden zu Skulpturen oder schweben frei im Raum.“ Vor allem aber gilt für den Künstler aus Bissendorf-Wietze: Keine Regeln. Kein Limit. „Ich spiele mit Licht und Schatten, Bergen und Tälern. Das Quadrat löst sich auf, das Bild wandelt vom Objekt zum Subjekt“, verrät der 56-Jährige. Und weil man das am besten im wahrsten Sinne des Wortes begreifen kann – man darf hier alles anfassen, alle Bilder umdrehen“ – , lädt Saloga heute ab 11 Uhr bis in den Nachmittag hinein und jeden ersten Sonnabend im Monat zum offenen Atelier auf den Kreativhof an der Industriestraße 20 in Mellendorf ein. Und nicht nur er: Auch die Holzbildhauerin Maren Panke und die GGM-Möbelmanufaktur öffnen das ganze Jahr über jeden ersten Sonnabend im Monat ihre Ateliers beziehungsweise Werkstatt auf dem Kreativhof.
Ulrich Saloga ist heute zum ers-ten Mal dabei. Den gelernten Elektromaschinenbauer aus Werdohl im Sauerland hat es nach der Bundeswehrzeit nach Niedersachsen, zunächst nach Hildesheim, und vor zwei Jahren nach Bissendorf-Wietze verschlagen. Den Umzug in die Wedemark hat die Liebe zu verantworten: Mit Yoga-Lehrerin Karen Schurmann lebt Ulrich Saloga an der Wietze und fühlt sich da ausgesprochen wohl. Seit er vor wenigen Monaten das Atelier auf dem Kreativhof in Mellendorf gefunden hat, ist er absolut „happy“. Denn bisher hatte er seinen künstlerischen Mittelpunkt in Celle beim gemeinnützigen Verein Atelier 22, der „Kunst zu den Leuten bringen will“. Das Miteinander der verschiedenensten Künstler unter einem Dach hat ihn oft inspiriert, die Fahrerei nach Celle weniger. Doch hat Ulrich Saloga bei dem Verein auch Maren Panke kennengelernt und ist so auf den Kreativhof gekommen. Er steht dazu, dass er Autodidakt ist: Langeweile beim Sonnen im Garten ließ ihn vor zwölf Jahren erstmals zufällig zu Leinwand und Farben greifen, die seine Lebenspartnerin da „so rumstehen“ hatte. Aus der Landschaftsmalerei fand Saloga den Weg zu Expressionismus und Abstraktion. Spachtelmassen und farbige Untergründe gestalten seine Bilder dreidimensional. „Das ist eine ganz neue Welt“, schwärmt der Künstler, der im „normalen Leben“ als Staplerfahrer im Lager von VW arbeitet. VW bot ihm auch die ersten Ausstellungsmöglichkeiten: 2012 im Forum Autovision in Wolfsburg, 2013 im Global Inn in Wolfsburg. Auch in der Pommern-Kunsthalle in Greifswald an der Ostsee hat Saloga seine Werke schon präsentiert. „Ich möchte die Leute animieren, dass sie Lust bekommen, selber was zu malen oder etwas Neues auszuprobieren, auch wenn sie schon jahrelang malen. Etwas ausprobieren, experimentieren – das ist es, was Ulrich Saloga fasziniert. „Es gibt eigentlich nichts, das man nicht bemalen kann“, schmunzelt er und zeigt als Beweis auf einen Kleiderbügel, einen Bauhelm und Bilder in den verchiedensten dreidimensionalen Formen vom Kreuz bis zum Pfeil oder rechten Winkel. Alles sind auf Rahmen gespannte, miteinander verbundene Leinwände. Spachtelmasse kaschiert die Tackernadeln, Farben sind übereinander aufgetragen, so wie es dem Künstler gerade in den Sinn kam. „Jeder kann malen“, sagt Ulrich Saloga: „Das ist nur das Problem der Technik. Es gibt Gesetzmäßigkeiten der Farbenlehre, die man beachten kann, aber nicht muss.“ Und wer jetzt neugierig geworden ist, sollte unbedingt heute oder an einem anderen ersten Sonnabend im Monat auf dem Kreativhof in der Industriestraße in Mellendorf vorbeischauen.