Martin Schönhoff verlässt die CDU

Landwirt Martin Schönhoff will seinen politischen Weg in der Wedemark ohne die CDU fortsetzen. Foto: A. Wiese

Mandate in Region, Rat und Ortsrat niedergelegt

Hellendorf (awi). Landwirt Martin Schönhoff aus Hellendorf hat - "nach reiflicher Überlegung", so seine eigenen Worte - der CDU den Rücken gekehrt. Dabei ist es wohl in erster Linie die Bundespartei gewesen, mit deren Linie sich der Kommunalpolitiker nicht mehr identifizieren konnte, kristallisiert sich im Gespräch heraus. Doch am Ende war es dann die Summe all der Dinge, die ihn störten, die Martin Schönhoff bewogen haben, seinen Austritt aus der CDU zu erklären, was ihm am 29. Januar aus Berlin bestätigt worden und damit amtlich sei. Auswirkungen hat dieser Schritt allerdings auch auf die lokale Ebene. Martin Schönhoff war sowohl Regionsabgeordneter, als auch Gemeinderats- und Ortsratsmitglied. Nun sind Mandate personengebunden, sein Parteiaustritt hat somit auf die Mitgliedschaft in den Gremien keine direkte Auswirkung, außer dass er der Fraktion seiner ehemaligen Partei nicht mehr angehört.
Und so wollte Martin Schönhoff seine Mandate eigentlich auch weiterhin wahrnehmen. "Ich habe ihm gesagt, das sei nicht fair", erklärt jedoch der Ratsfraktionsvorsitzende Rudi Ringe auf Nachfrage. Schönhoff habe zwar auch persönliche Stimmen bekommen, sei aber vor allem mit den Stimmen der CDU in Regionsparlament, Rat und Ortsrat eingezogen. In einer persönlichen Erklärung schreibt Martin Schönhoff, er sei im Gespräch mit seiner Frau und Freunden zu dem Entschluss gekommen, seine Mandate, "wie sie mir persönlich durch die Stimmen der Wähler erteilt wurden, aus Rücksicht auf die Befindlichkeiten der CDU niederzulegen, bin aber absolut Willens, im kommenden September erneut, wenn auch unter neuen Vorzeichen zu kandidieren". Zu den konkreten neuen Vorzeichen werde er sich aber erst zu einem späteren Zeitpunkt äußern, die AFD sei dabei als Option bereits heute ausgeschlossen, tritt er Mutmaßungen, die bereits an ihn herangetragen worden seien, energisch entgegen.
Es sei ihm wichtig, zu betonten, dass er zuallererst "gläubiger Christ, Ehemann, Vater schulpflichtiger Kinder, mit ganzem Herzen Landwirt und darum als aktiver, der Wedemark stark verbundener Mitbürger" auch politisch aktiv sei, so Schönhoff. Die starken Veränderungen, die die CDU seit seinem Eintritt 2005 durchlaufen habe und die er als "Linksruck" bewertet, seien bei für ihn wichtigen Anliegen mit christlich konservativem Hintergrund kaum noch überein zu bekommen. Viele Grundwerte der christlich demokratischen Union finde er unglücklicherweise immer weniger in der Partei als Ganzes und auf regionaler Ebene wieder. "Auch hat der parteiinterne Ton erschreckende Ähnlichkeit mit zu beobachtenden Tendenzen in der Gesellschaft", stellt Schönhoff fest: "Wer dem allgemeinen, sogenannten liberalen Mainstream nicht folgt, gerät sofort in die Gefahr, in die rechte Ecke geschoben zu werden." Er habe das persönlich erlebt und es treffe auch auf die aktuelle Flüchtlingssituation zu: Wer kritische Anmerkungen habe, werde sofort verurteilt. Nicht nur er selbst vermisse zunehmend eine wirkliche Meinungsfreiheit und mit "Andersdenkenden" werde zunehmend unfair umgegangen,
Es habe viele Gespräche mit Martin Schönhoff gegeben, erklärt die CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Editha Lorberg auf Anfrage. Es sei sichtbar gewesen, dass sich Schönhoffs politische Einstellung erheblich verändert habe. Das sei in einer Demokratie aber auch durchaus legitim. Wie es in der CDU personell nach den Mandatsverzichten von Schönhoff jetzt weitergehe, könne so kurzfristig für Rat und Ortsrat noch nicht gesagt werden, so Lorberg. Es würden Gespräche mit den Nachrückern auf den Listen geführt. An nächster Stelle ständen für den Rat Gerd Dolle aus Scherenbostel und für den Ortsrat Hellendorf Gert Butenhoff. Dolle hat nach Informationen des ECHO aber bereits einen Mandatsverzicht signalisiert. Für die CDU in der Regionsversammlung ist am Dienstag bereits Jessica Borgas aus Mellendorf als Nachrückerin verpflichtet worden.
Martin Schönhoff kündigte an, dass seine Entscheidung, die CDU zu verlassen, in keiner Weise zur Folge habe, dass er sich aus der politisch aktiven Verantwortung in der Wedemark zurückziehen werde. Er dankte allen Wählern für ihr Vertrauen und wolle sich dies auch künftig verdienen.