MdB Hendrik Hoppenstedt besucht Hauptschule

Der Bundestagsabgeordnete Hendrik Hoppenstedt (von rechts) hat sich bei Hauptschulleiter Wilfried Osing sowie den beiden Berufseinstiegsbegleitern Jennifer Kohne und Can Kanpulat informiert. Foto: B. Stache
 
Die beiden Berufseinstiegsbegleiter Jennifer Kohne und Can Kanpulat hoffen nach dem Umzug der Hauptschule in das Realschulgebäude auf einen möglichst schülernahen Büroraum. Foto: B. Stache

Berufseinstiegsbegleiter und Mellendorfer Schulleiter stehen Rede und Antwort

Mellendorf (st). Zu einem Informationsbesuch war der Bundestagsabgeordnete Hendrik Hoppenstedt am Mittwochvormittag in die Konrad-Adenauer-Schule gekommen. Schulleiter Wilfried Osing begrüßte den Gast, der sich einen Überblick über das an dieser Schule durchgeführte Projekt „Berufseinstiegsbegleitung“ verschaffen wollte. Dabei handelt es sich um die individuelle Begleitung von Schülern zur Verbesserung ihrer Berufseinstiegschancen. Das Projekt wurde von der Arbeitsagentur initiiert und seit 2013 beteiligt sich das Kultusministerium an den Kosten, erklärte Can Kanpulat, der gemeinsam mit Jennifer Kohne dem Politiker Rede und Antwort stand. Kanpulat und Kohne sind an der Mellendorfer Hauptschule als Berufseinstiegsbegleiter tätig. „Wir nehmen die Schüler in der 8. Klasse an die Hand und machen Kompetenzanalysen. Wo hat der Schüler seine Fähigkeiten und Interessen? Dann stellen wir entsprechende Berufsbilder vor“, erläuterte Kanpulat die Vorgehensweise. Die Berufseinstiegsbegleiter, die sich nicht als Berufsberater verstehen, empfehlen daraufhin den Schülern die zu ihrem Profil passenden Praktikumsplätze. „Wir verfolgen vier Zielsetzungen: Die Schüler sollen einen Hauptschul- oder Realschulabschluss erreichen. Dabei helfen wir ihnen bei den Hausaufgaben oder der Vorbereitung auf Klassenarbeiten. Wir organisieren und koordinieren Nachhilfestunden“, erklärte Kanpulat. Das zweite Ziel ist die Berufsorientierung, das dritte die Unterstützung der Schüler bei ihrer Suche nach einem Praktikumsplatz sowie das Bewerbungstraining. Das vierte Ziel sehen die Berufseinstiegsbegleiter in der Betreuung der Schüler nach deren Schulzeit. Wenn die Schüler in der Berufsausbildung sind, werden sie noch sechs Monate lang begleitet. „Die meisten Ausbildungsabbrüche erfolgen in diesen sechs Monaten. Wenn die Schüler diese Krisenphase überwinden, dann läuft es in der Regel“, berichtete Kanpulat aus Erfahrung und ergänzte: „Zirka 60 Prozent der von uns betreuten Schüler vermitteln wir in die Ausbildung.“ Um die verbleibenden 40 Prozent kümmern sich – auch während ihrer Zeit an den Berufsbildenden Schulen – die beiden Berufseinstiegsbegleiter. Hauptschulleiter Wilfried Osing berichtete, dass zirka 60 Prozent seiner Schüler den Realschulabschluss schaffen. Ohne Abschluss gebe es nur einen oder zwei Schüler. Wenn die Hauptschule Mellendorf zum kommenden Schuljahresende in die Gebäude der Realschule einzieht, stellt sich den Betroffenen derzeit die Frage nach der Unterbringung der beiden Berufseinstiegsbegleiter. „Wir hoffen, dort auch einen Raum zu bekommen“, sagte Can Kanpulat mit Hinweis auf einen entsprechenden Gesprächstermin mit der Gemeinde am 2. Juli. Für Schulleiter Osing und Jennifer Kohne sollte der Raum der Berufseinstiegsbegleiter vor allem eines sein: „Möglichst schülernah.“ Zum Abschluss der Gesprächsrunde erklärte der Bundestagsabgeordnete Hendrik Hoppenstedt: „Ich habe immer große Hochachtung vor der Hauptschularbeit gehabt.“ Er sei erfreut, das Projekt „Berufseinstiegsbegleitung“ kennengelernt zu haben. „Ich halte dies für einen intelligenten Ansatz, der offensichtlich gute Erfolge zeigt.“ Der Bundestagsabgeordnete fügte hinzu, er sei sich ganz sicher, dass die Gemeinde Wedemark, der diese Schüler auch am Herzen liegen, eine sehr ordentliche räumliche Lösung finden wird, um die Arbeit der Berufseinstiegsbegleiter weiterhin zu unterstützen.