Mehr Platz für Feuerwehrnachwuchs

Hier wird im zukünftigen Büro des Gemeindebrandmeisters gerade Laminat verlegt. Hendrik Schliep (von links), Benjamin Kummer, Benjamin Meyer und Jörn Schliep sind ein gut aufeinander eingespieltes Team. Foto: A. Wiese

Ehemalige Hausmeisterwohnung wird mit viel Eigenleistung umgebaut

Mellendorf (awi). Das Gerätehaus der Feuerwehr Mellendorf gehört zu denjenigen, die bei der Bereisung der Feuerschutzausschussmitglieder demnächst genau unter die Lupe genommen werden. „Wir leiden gerade unten in der kleinen Fahrzeughalle unter akutem Platzmangel“, macht Ortsbrandmeister Cord Hanebuth kein Hehl daraus. Doch er weiß, dass es andere Wehren gibt, wo Erweiterung und Umbau noch viel dringender sind. Und zumindest, was Gruppenräume für Jugend- und Kinderfeuerwehr sowie Büros für Gemeindebrandmeister und Ortsbrandmeister und deren Stellvertreter angeht, ist im Gerätehaus jetzt Entspannung in Sicht, denn mit viel Eigenleistung machen sich die Mellendorfer gerade die ehemalige Hausmeisterwohnung im ersten Stock fertig.
Die Feuerwehr hatte von Anfang an zugesagt, die Aufgabe der Schönheitsreparaturen zu übernehmen. Feuerwehrkamerad Kai-Christoph Jansen ist zwar mittlerweile Physiotherapeut, aber gelernter Maler und den Pinsel hat er im Mellendorfer Feuerwehrhaus in den letzten Wochen bereits einige Stunden geschwungen – ehrenamtlich in seiner Freizeit natürlich. „Mindestens 15 Stunden war Kai-Christoph hier schon mit Tapeten abreißen, tapezieren und streichen im Gange“, weiß Cord Hanebuth. Er freut sich über das Engagement seiner Feuerwehrkameraden. Weitere 30 Stunden haben Jugendwart Jörn Schliep, sein Stellvertreter Benjamin Meyer sowie die Betreuer Benjamin Kummer und Hendrik Schliep inves-tiert. Den Durchbruch vom Treppenhaus unterhalb des Unterrichtsraumes in die ehemalige Hausmeisterwohnung hat jedoch eine Handwerkerfirma übernommen. Die Schönheitsreparaturen haben die Feuerwehrkameraden in Eigenleistung „gewuppt“. Immerhin ist Benne Meyer Bauingenieur, Hendrik Zimmermann und Jörn Tischlermeister und staatlich geprüfter Holztechniker. Und auch wenn Benjamin Kummer Speditionskaufmann ist, kann man ihm handwerkliches Geschick nicht absprechen. Als das ECHO sich einen Eindruck vom Stand der Umbauarbeiten im Gerätehaus verschafft, sind die vier Feuerwehrkameraden gerade mit dem Verlegen der Fußböden beschäftigt. Als nächstes folgen die Fußleisten und dann steht dem Einzug der Jugend- und Kinderfeuerwehr in ihre jeweiligen Räume auch fast nichts mehr im Wege. Einrichten und gestalten soll sich der Feuerwehrnachwuchs sein Reich schließlich selbst. Das Material für den Umbau bezahlt die Gemeinde. „Wir haben einen Einkaufsgutschein im Baumarkt Marks, mit dem wir gut haushalten“, verrät Ortsbrandmeister Cord Hanebuth. Sobald die Jugendfeuerwehr ihr bisheriges Domizil – den Durchgangsraum zum Dachboden – gegen die beiden neuen Räume in der ehemaligen Wohnung nebenan getauscht hat, wird sich dort der Gemeindefunkwart
Christian Heinrich häuslich einrichten. Allerdings nur einen Teil, Rigipswände werden dafür sorgen, dass ein Teil Ortskleiderkammer wird. Und auch für die Stabsarbeit muss Raum vorgehalten werden. „Im administrativen Bereich sind wir jetzt gut aufgestellt“, lautet jedenfalls das zufriedene Fazit
des Ortsbrandmeisters. Diskutiert wird noch, wie die Kellerräume, die zur Wohnung gehörten, künftig genutzt werden. Ein großes Dankeschön richtet Hanebuth an die Verwaltung. Die Zusammenarbeit sei hervorragend, betont er ausdrücklich. Und man sei sehr bemüht gewesen, den Wünschen der Feuerwehr nach mehr Platz sowohl für die örtliche Nachwuchsarbeit als auch für die Gemeindefeuerwehr nachzukommen. Es sei absolut nicht selbstverständlich gewesen, dass die Gemeinde der Feuerwehr die geräumige Wohnung zur Verfügung gestellt habe, sagt Hanebuth, dessen eigenes Büro und das seines Stellvertreters Jens Tauber gerade in der ehemaligen Küche entsteht. Sie habe schließlich nicht nur Kosten für den Umbau, sondern verzichte auch auf die Mieteinnahmen für die Wohnung. Deren ehemaliges Badezimmer ist übrigens zur Damendusche umfunktioniert worden, so dass jetzt auch die Feuerwehrfrauen im Mellendorfer Gerätehaus endlich ihre eigenen Sanitäranlagen haben.