Mellendorfs Polizeichef ist angekommen

Mellendorfs Kommissariatsleiter Klaus Waschkewitz hat ein interessantes Hobby: Auf seinen Urlaubsreisen tauscht er Polizeimützen und hat schon eine beachtliche Sammlung. Foto: A. Wiese

Und er offenbart im Gespräch zwei Leidenschaften: Das Reisen und fremde Mützen

Mellendorf (awi). Wer das Büro von Mellendorfs Kommissariatsleiter Klaus Waschkewitz betritt, dem sticht sie sofort ins Auge: Die Vitrine mit den Polizeimützen, die der unbedarfte Betrachter zwar nicht sofort einem Land zuordnen kann, die er aber durchaus spontan „in der Fremde“ ansiedelt. Und das zu Recht, denn Waschkewitz hat es zu seinem Hobby gemacht, ausrangierte deutsche Polizeimützen mit auf seine Urlaubsreisen zu nehmen und „unterwegs“ bei Besuchen der örtlichen Polizei-dienststellen einzutauschen. Eine stattliche Sammlung ist dabei zusammengekommen. In der Vitrine reihen sich Mützen aus Ägypten, Kroatien, Kanada, Griechenland, Frankreich, Alaska, Spanien, Portugal und der Schweiz aneinander. Und zu Hause in Celle hat der Polizeichef noch einige mehr. Bei einem Badeurlaub in Hurgada in Ägypten vor 15 Jahren hat Waschkewitz zum ersten Mal probeweise sein Ansinnen beim Besuch bei den ägyptischen Kollegen vorgebracht – mit Erfolg. Und da das Reisen mit der Familie die zweite Leidenschaft des Polizeichefs ist, wuchs die Sammlung rasch. Land und Leute kennenlernen, Sehenswürdigkeiten, Nationalparks, Länder und Kulturen erkunden, das macht Waschkewitz einen Riesenspaß. Und dass man nebenbei auch noch exotische Polizeimützen einhandeln kann, gibt dem ganzen erst den Kick. Übrigens: Selbst trägt Mellendorfs Kommissariatsleiter als „Kriminaler“ gar keine Mütze beziehungsweise Uniform. Er ist also immer auf die Freigebigkeit seiner Kollegen aus dem Einsatz- und Streifendienst angewiesen, um Tauschmützen mitnehmen zu können. Auch in diesem Jahr ist der Jahresurlaub schon geplant: es geht zum Sohn nach Detroit in die USA, der dort in der IT-Abteilung einer großen Firma arbeitet. Detroit, Chicago, Toronto lautet die Reiseroute von Klaus Waschkewitz und bestimmt wird auch wieder eine Polizeidienststelle auf dem Weg liegen und der Wedemärker Polizeichef die eine oder andere Mütze im Gepäck haben. Doch das Leben besteht nicht nur aus Urlaub. Die obligatorischen 100 Tage sind um, Klaus Waschkewitz ist in der Wedemark angekommen, wie man so schön sagt. Allzu weit war der Weg ja nicht, schließlich hat der 59-Jährige die letzten Jahre als Leiter des Kriminalermittlungsdienstes in Langenhagen gearbeitet. Und nach Hause nach Celle ist es von Mellendorf aus sogar näher. „Die Gemeinde Wedemark ist wirklich attraktiv“, sagt Waschkewitz, der die ersten Wochen im Amt genutzt hat, um sein neues Einsatzgebiet zu erkunden. „Die Wedemark zeichnet sich durch einen hohen Wohnwert und eine gute Infrastruktur aus, die S-Bahn-Verbindung hat darauf einen sehr positiven Einfluß“, stellt er fest. Sehr freundlich ist Waschkewitz von seinen rund 40 Mitarbeitern im Kommissariat und den Wedemärker Bürgern empfangen worden. Die Mitarbeiter arbeiten hier zum Teil schon seit vielen Jahren, kennen Land und Leute sehr gut. Waschkewitz hat Kontakte zur Gemeinde geknüpft und lobt die sehr gute Zusammenarbeit mit Verwaltung, Bauhof, Feuerwehr und Schulen gleichermaßen. Die Arbeitsbedingungen im neuen Dienstgebäude, das in vollem Umfang den Anforderungen an moderne Polizeiarbeit entspreche, seien sehr gut. Die Ausstattung sei gerade noch ergänzt worden.
Doch auch in der beschaulichen Wedemark gibt es für die Polizei genug zu tun, hat Waschkewitz festgestellt. 1.000 Straftaten werden hier etwa im Jahr bearbeitet, zum Beispiel Sachbeschädigungen, Körperverletzungen, Diebstähle und Betrugsdelikte, zusätzlich etwa 600 Verkehrsunfälle. Im Bedarfsfall werden die Mellendorfer Einsatzkräfte von den Nachbardienststellen unterstützt. „Wir können sehr froh sein, dass wir hier keine polizeilichen Brennpunkte haben“, stellt Waschkewitz fest. Ihm persönlich ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit auf allen Ebenen in seiner Dienststelle besonders wichtig, die Einbindung der Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse, die Transparenz der Entscheidungen und die Fortbildung. Nach außen möchte der neue Polizeichef die Mellendorfer Dienststelle gerne als Bürgerpolizei mit deutlicher polizeilicher Präsenz auftreten sehen, die für die Bevölkerung bei allen Belangen als Freund und Helfer zur Verfügung steht. „Wir erteilen Auskünfte, helfen, wenn sich jemand ausgesperrt hat, fangen Rinder auf der Straße ein und packen auch mal mit an, wenn sich jemand festgefahren hat“, skizziert Waschkewitz sein Bild einer Bürgerpolizei, deren Fokus auf der Verkehrssicherheitsarbeit liegt. Gerne nimmt er bei größeren Kontrollaktionen die Unterstützung der PI Burgdorf in Anspruch und in bestimmten Intervallen auch die der zentralen Polizeidirektion (früher Bereitschaftspolizei). Zwischendurch hatte Waschkewitz auch Kontakt mit seinem Vorgänger. Knut Hallmann fühle sich als Bürgermeister der Samtgemeinde Steimbke sehr wohl, berichtet er. Er selbst richtet sich jetzt auf noch drei Jahre in Mellendorf ein. Dann hat der heute 59-Jährige das Rentenalter bei der Polizei erreicht. Theoretisch könnte er länger machen, ob er es tut, dazu kann er heute noch nichts sagen. Schließlich hat er wie berichtet auch noch andere Leidenschaften als die Polizei. Und auch als rüstiger Pensionär macht das Reisen und Polizeimützen tauschen Spaß, wobei Waschkewitz betont, dass er nicht ausschließlich ins Ausland fährt, sondern auch Deutschland durchaus seine schönen Seiten hat. Aber die Mützen sind in diesen Gefilden natürlich lange nicht so exotisch!