Meyer und Grahn im Bürgerhaus

Grünen-Sprecherin Ute Lucka begrüßt Minister Christian Meyer (von rechts), Moderator Henning Krause und Grünen Direktkandidat Dirk Grahn zur Diskussionsveranstaltung im Bürgerhaus in Bissendorf. Foto: B. Stache

Landwirtschaftsminister und Grünen-Direktkandidat stehen Rede und Antwort

Bissendorf (st). Der Grünen Ortsverband Wedemark hatte am Sonntagabend in das Bürgerhaus nach Bissendorf eingeladen. „Auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft“ lautete das Thema der Veranstaltung mit dem niedersächsischen Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Christian Meyer und Dirk Grahn, Direktkandidat der Grünen im Wahlbezirk Garbsen/Wedemark. Die Moderation lag in den Händen von Henning Krause, Vorsitzender des grünen Regionsverbandes und Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Landwirtschaft und Ländlicher Raum. Ute Lucka, Grünen-Sprecherin im Ortsverband, konnte mehr als 40 Zuhörer begrüßen. Nachdem der Moderator die „Grünen-Spielregeln“ für den Diskussionsabend bekannt gegeben hatte, stellte sich zunächst Dirk Grahn dem Publikum vor. Der 53-Jährige bewirtschaftet im Garbsener Ortsteil Schloss Ricklingen einen zirka 200 Hektar großen landwirtschaftlichen Betrieb – je zur Hälfte biologisch und konventionell. Daher sei er prädestiniert, sowohl zu Themen herkömmlicher landwirtschaftlicher als auch ökologischer Betriebsformen Stellung zu nehmen. Landwirt Dirk Grahn hat zudem als Ratsherr im Rat der Stadt Garbsen und als Mitglied im Ortsrat Horst schon viele kommunalpolitische Erfahrungen gesammelt. „Seit ungefähr 20 Jahren engagiere ich mich sehr stark für erneuerbare Energien“, erklärte er. „Nach viereinhalb Jahren grüner Landwirtschaftspolitik – was haben wir erreicht, wo soll die Reise hingehen?“ Mit diesen Worten übergab Moderator Henning Krause das Mikrofon an Landwirtschaftsminister Christian Meyer. In seinem Statement ging dieser unter anderem auf die Themen Insekten- und Vogelsterben ein und untermauerte seine Aussagen mit aktuellen Zahlen. „Das hat was mit Ausräumung der Landschaft zu tun, auch mit bestimmten Insektiziden und Glyphosat, das als Totalherbizid eingesetzt wird“, machte der Minister deutlich. Großes Lob spendete er den Wedemärker Landwirten mit Hinweis auf die zahlreichen Blühstreifen. „Ihr seid hier in der Region die Blühstreifen-Hauptstadt“, lobte er. Von den zirka 17 000 Hektar geförderten Blühstreifen in Niedersachen entfielen fast 2000 auf die Region Hannover. Bei der jüngsten Agrarministerkonferenz sei der Bund aufgefordert worden, spätere Aussaaten auf Blühstreifen bis 15. Mai zuzulassen. Weitere Themen waren Weide- und Milchwirtschaft, sanfte Agrarwende und Freilandhaltung bei Legehennen. „Die Milchkrise hat bundesweit 6000 Betrieben die Existenz gekostet, in Niedersachsen fast 1000. Wir können diesen Trend nicht zulassen, dass innerhalb von zehn Jahren die Hälfte der Milchbauern aufgibt, ebenso die Hälfte der Schweinehalter, aber die Zahl der Tiere bleibt konstant“, erklärte Christian Meyer, der sich verstärkt für kleine und mittlere Betriebe in der Landwirtschaft einsetzt. In der folgenden Fragestunde beantworteten Christian Meyer und Dirk Grahn die vielen Fragen der Gäste. Die Themen Tierwohl, Genehmigung von Außenklimaställen in der Schweinezucht, Gülletransporte und besonders der Antibiotika-Einsatz in der Landwirtschaft standen dabei im Focus. „Manche diskutieren massiv über Wölfe und die menschliche Bedrohung. Ich habe mehr Angst davor, im Krankenhaus oder Altenheim an einem Keim zu erkranken – das ist eine real höhere Gefahr“, führte der Landwirtschaftsminister aus mit Hinweis auf jährlich 15 000 Todesfälle in Deutschland durch Krankenhausinfektionen. Der in großer Sachlichkeit geführte, informative Gesprächsabend der Grünen endete mit Dankesworten und Geschenken von Ute Lucka an die Podiumsmitglieder.