Minus-Grade lassen die Marktbeschicker zittern

Crepeverkäufer Sebastian Manstein und Kunde Christian Holstein sind sich einig: Bei eisigen Temperaturen hilft nur Hochprozentiges auf dem Crepe. Foto: A. Wiese

Das ECHO wollte es wissen: „Was unternehmen Sie gegen die Eiseskälte?“

Bissendorf (awi). Eisiger Wind und Minusgrade – da erledigt so mancher Landmarkt-Kunde seinen Einkauf etwas zügiger als sonst und freut sich, wenn er die Hände schnell wieder in die warme Jackentasche stecken kann. Doch was sollen die Marktbeschicker sagen? Jeden Donnerstag von 14 bis 18 Uhr, also vier Stunden lang – ohne Auf- und Abbau, stehen sie bei Wind und Wetter auf dem Landmarkt und bedienen ihre Kunden. „Und was tun Sie gegen die Kälte?“ wollte das ECHO wissen. Die Antworten waren ebenso einleuchtend wie abwechslungsreich: Bärbel und Walter Boss dürften hinter dem Grill des Imbisswagens der Landschlachterei Dettmers ja eigentlich gar nicht frieren, meint man. Fehlanzeige: Untenrum wirds lausig kalt, verrät das stets gut gelaunte Ehepaar. Doch während ihm die Kälte nicht viel ausmacht, verbarrikadiert sie sich hinter einem dicken Schal und dickem Pullover. Und zu Hause geht es gleich in die heiße Badewanne. Torsten Bornemann, der seit einigen Woche seine leckeren Saucen und Relishes sowie Wildragout auf dem Markt präsentiert, setzt da eher auf Omas handgestrickte Socken aus albanischer Wolle und Opas historischen Taschenkohleofen. Biolandwirt Hermann Hemme gibt freimütig zu, die lange Unterhose untergezogen zu haben. Der dicke Wollpulli und der Kaffee in der Thermoskanne tun ihr Übriges. Uve Sehne und seine Kollegin vom Hof Schönhoff setzen auf das Zwiebelprinzip: „Zwei Pullover übereinander, immer ein Lachen auf den Lippen und nette Kunden, dann geht das“, schmunzelt Uve Sehne. Renate Bulitz von der Bäckerei Springhetti hat gleich drei Pullis überienander, dazu Leggins und zwei Paar Socken, warmen Tee in der Tassse und einen Knick-Taschenwärmer immer griffbereit. Auf batteriebeheizte Einlegesohlen in den Schuhen schwört Kerstin Thieße von der Backstube Bundschuh. Helga Glienke von der Eilter Käserei hat zwar so tolle Käsesorten wie Büffel-Feuer und Winter-Sonne hinter der Theke, doch zum Wärmen setzt auch sie lieber auf Zwiebelprinzip, Schal und Mütze. Einen Schuss Hochprozentiges auf dem warmen Crêpe empfiehlt Sebastian Manstein von der Crêperie on tour. Gabi Pichler von Fisch-Schmidt hat Thermo-Unterwäsche an und lässt den Heizlüfter und Gasheizung auf volle Pulle laufen. Imker Nils Wolff hat sich auch richtig dick angezogen und läuft immer ein paar Schritte hin und her und die Mädels im Schlachterwagen haben so viel zu tun, dass sie gar nicht zum Frieren kommen!