Mit dem BIT gegen die Unsicherheit

Der BIT lebt auch von der einzigartigen Atmosphäre im PZH in Garbesen, dem Produktionstechnischen Zentrum Hannover. Foto: Euromediahouse

Viele Schüler stellt die bevorstehende Berufswahl doch erheblich unter Druck

Mellendorf (awi). Den Berufsinformationstag, kurz BIT genannt, gibt es seit 2008. Karen Drews und Jutta Holtmann vom Förderverein des Gymnasiums Mellendorf haben ihn seinerzeit eingeführt, um die Gymnasiasten für die Frage der eigenen Berufsfindung zu sensibilisieren. Auch in diesem Jahr engagierten sich fast 60 Referenten für knapp 130 Schüler des Jahrgangs elf. Sie berichteten den Schülern von ihren eigenen Erfahrungen, stellten ihren ganz persönlichen Werdegang dar und berichteten vor allem auch von den Umwegen, die es manchmal braucht, bis man den für sich jeweils richtigen Platz gefunden hat. „Wieder waren unsere Referenten Ehemalige, Eltern, Engagierte aus der Wedemark und der Region. Wir sind dankbar, dass so viele sich für unsere jungen Menschen engagieren“, so Karen Drews. Darunter sind immer mehr, die selbst schon an einem BIT teilgenommen haben. „Das ist spannend, denn noch immer gilt: Die Schüler empfinden die Vielfalt der heutigen Berufsmöglichkeiten als schwer durchschaubar“, weiß Jutta Holtmann. In Berufsinformationsveranstaltungen treffen die Jugendlichen meist auf „Berater“, die Berufe nur theoretisch kennen, aber selbst keine eigenen Erfahrungen aufweisen können. Die BIT-Referenten aber kommen zu hundert Prozent aus der Praxis.
Von allen Seiten hörten die Schüler, welche Voraussetzungen sie erfüllen müssen, um erfolgreich zu sein. Viele verunsichert das. Die allgemeine wirtschaftliche Situation mit Arbeitsplatzverlagerungen, Einsparungen oder Zeitverträgen vermittele ebenfalls Unsicherheit. Und daran ändere auch der viel zitierte „Facharbeitermangel“ erst einmal nichts. Referentin Stefanie Mehlbauer von Sennheiser schickte zum BIT ebenso wie Jens Bruns vom Steuerberaterbüro Gehrke Econ Absolventen des Dualen Studiums. „Es ist wichtig, dass diejenigen die Fragen beantworten, die dicht dran sind. Wir möchten es auf Augenhöhe haben“, sagen Bruns und Mehlbauer. Die klassische duale Ausbildung komme in den Köpfen der
Abiturienen offenbar gar nicht vor, hat Jens Bruns festgesetllt. Solche Tage wie der BIT seien eine gute Möglichkeit, sich darüber zu informieren.
Alle Unsicherheitsfaktoren kann der BIT nicht ausräumen. Aber viele der Referenten können bestätigen, dass die erste Entscheidung und Wahl eines Studiums oder einer Ausbildung sich zwar als ungünstig oder auch falsch erweisen kann, dies aber kein Problem darstellt, solange man offen bleibt für andere Wege, für andere Weichenstellungen und Weiterbildung. Meist ergeben sich dann neue Möglichkeiten, die sich erfolgreich realisieren lassen, betont Karen Drews. Sie bedankt sich bemeinsam mit Jutta Holtmann dafür, dass bereits zum sechsten Mal das PZH – Produktionstechnische Zentrum Hannover, eine Einrichtung der Leibniz-Universität, genutzt werden konnte. Der Abstand zur Schule ist bei dieser Veranstaltung sehr wichtig, sind auch Schulleiterin Swantje Klapper und Koordinator Wilhelm Heim überzeugt. Der Dank des Fördervereins gilt den Verantwortlichen der TEWISS - Technik und Wissen GmbH mit ihrem Geschäftsführer, Dr. Leif-Erik Lorenzen. Der Dank der Schulleitung gilt vor allem den beiden rührigen Damen vom Förderverein, die nicht nur rund 1.500 Euro ihres knapp bemessenen Budgets in den BIT schießen, sondern sehr viel Zeit und Mühe. „Wir freuen uns, dass wir inzwischen auf ein großes BIT-Netzwerk bauen können, so dass wir wieder kompetente Referenten aus vielen Berufsfeldern und unterschiedlichen Berufsbereichen und Führungsebenen gewinnen konnten, um unseren Schülern nicht nur Informationen zu geben, sondern ihnen auch Mut zu machen, eigenen Überzeugungen zu folgen – gegebenenfalls auch entgegen einem allgemeinen Trend“, sagt Karen Drews. Sie hat übrigens festgestellt, dass der Trend jährlich wechselt. In diesem Jahr war zum Beispiel Psychologie der große Renner. Es gab die Bereiche Geschichte, Medien, Politik, Eventmanagement, Touristik und Hotel, Medizin, Ernährung und Psychologie sowie Bundeswehr, Polizei und zivile Luftfahrt. Später fächerten sich die Interessensgebiete noch auf. Schwierig gestaltete es sich, Referenten für Gestaltung, Kunst, Theater und Musik zu bekommen, aber erstaunlicherweise auch für erneuerbare Energien. Das angebotene professionelle Bewerbungstraining wurde leider nur von einer Schülerin angenommen. Dank gilt Eltern, ehemaligen Lehrern und engagierten Menschen, die dafür gesorgt haben, dass rechtzeitig für die Kaffeepause Getränke, Rohkost und Brötchen zur Verfügung standen, der Schlachterei Carsten Dettmers für die kostengünstige Lieferung von Brötchen und Suppe, RegioBus für den kostengünstigen Transfer, Euromediahouse für die Fotos und den vielen Firmen und Institutionen, die die Mitarbeiter freigestellt haben sowie den Freiberuflern und Selbständigen, die ihre Zeit gespendet haben.