Mit dem Florentinermarsch ins Jahr

Nemanja Lukic dirigiert das 1. Akkordeonorchester Langenhagen beim Neujahrskonzert 2016 in der Bissendorfer St. Michaelis-Kirche. Foto: B. Stache

1. Akkordeonorchester Langenhagen zum Neujahrskonzert in St. Michaelis

Bissendorf (st). Das 1. Akkordeonorchester Langenhagen gastierte am Sonnabend zum fünften Mal mit dem Neujahrskonzert in der St. Michaelis-Kirche Bissendorf. Der erste Vorsitzende des Orchesters, Jan Hülsmann, dankte zu Beginn dem Kirchenvorstand und drückte seine Hoffnung aus, auch in den kommenden Jahren wieder eingeladen zu werden. Vom ersten Musikstück an, dem Florentinermarsch von Julius Fucik, ließen sich die Zuhörer in der sehr gut besuchten Kirche vom Klang des Akkordeons verzaubern. Unter seinem Dirigenten Nemanja Lukic präsentierte das 1. Akkordeonorchester Langenhagen diesen bekannten Marsch des tschechischen Komponisten schwungvoll und melodiös. Die starken Bässe verliehen dem Stück eine ganz besondere Note. Die hohen Passagen kamen mit großer Leichtigkeit daher – ein Ohrenschmaus gleich zu Beginn, der großen Applaus verdiente. Es folgte die Schweizerische Rhapsodie von Rudolf Würthner, ein Wechselspiel zwischen schweren, getragenen, aber auch beschwingt und fröhlich anmutenden Abschnitten. Die Moderation des Neujahrskonzerts hatte Antje Wöhler übernommen, die auch das Kinderorchester vorstellte. Die jungen Nachwuchsmusiker im Alter von sieben bis 16 Jahren überzeugten mit dem Madonna-Song „It's so cool“ und „Suvlaki Sirtaki“. Es habe große Mühe gemacht, die vielen jugendlichen Musiker unter einen Hut zu bringen, erklärte Antje Wöhler. Dass dieses dem Dirigenten Nemanja Lukic gelungen ist, davon konnten sich die Konzertgäste überzeugen. Sie spendeten den Jugendlichen besonders herzlichen Applaus. Das „Erwachsenenorchester“ spielte anschließend den Libertango von Astor Piazzolla (1921-1992), dem argentinischen Begründer des Tango Nuevo. Die Musiker und der 16-jährige Solist Pirmin Sensing bewiesen bei diesem Tango ihr ganzes Können. Ob getragene oder feurige Passagen, die Einsätze passten exakt. „Ein wahres Gänsehautstück“ versprach Antje Wöhler bei der Ankündigung von „La Storia“, der Filmmusik von Jacob de Haan – die Moderatorin hatte nicht zu viel versprochen. Zum Repertoire gehörten auch noch „Memory“ aus dem Musikal Cats von Andrew Lloyd Webber sowie der mit feuriger Leidenschaft vorgetragene Paso Doble von F. Apollonio. Ein Medley mit bekannten Melodien von Franz Lehár, darunter „Schön ist die Welt“ und „Dein ist mein ganzes Herz“, setzte den stimmungs- und gefühlvollen Schlusspunkt unter das einstündige Neujahrskonzert des 1. Akkordeonorchester Langenhagen, das den begeisterten Zuhörer noch drei Zugaben schenkte. „Das ist für mich ein Heimspiel. Meine beiden Söhne sind hier in der St. Michaelis-Kirche getauft worden“, erklärte Moderatorin und Akkordeonspielerin Antje Wöhler, die seit 24 Jahren in Bissendorf lebt, nach dem Konzert.