Mit Folke Hein auf Ansitz

Folke Hein auf der Leiter zur Kanzel des Hochsitzes. Foto: B. Stache

Ehemaligem Hegeringleiter bedeutet die Jagd mehr als nur jagen

Wedemark (st). Naturschutzobmann Folke Hein, bis März neun Jahre lang Leiter des Hegerings Wedemark, ist Jäger mit Leib und Seele. „Jagd bedeutet für mich unter anderem, draußen in der Natur zu sein und Tiere zu beobachten, die wir jagen oder auch nicht bejagen dürfen. Versuchen, mit der Natur eins zu sein“, bringt es der sechsundfünfzigjährige Forstbeamte der Niedersächsischen Landesforstverwaltung auf den Punkt. „Das ist für mich ein ganz wesentlicher Teil der Jagd.“ Die Jagd bedeute aber auch das Regulieren der Wildbestände. „Die Schalenwildbestände wachsen uns sonst über den Kopf. Wild ist ein Ökoprodukt pur, das man auch ohne schlechtes Gewissen verzehren kann, weil es aus artgerechter Haltung kommt.“ Das Niedersächsische Jagdgesetz und das Bundesjagdgesetz geben genau vor, wie zu jagen sei. „Wir bewegen uns da im engen gesetzlichen Rahmen“, so der Jäger, der seit seinem vierten Lebensjahr mit der Jagd aufgewachsen ist. „Mein Vater hat mir von klein auf beigebracht, dass wir so jagen, dass uns Jagdgegner dabei filmen können und nichts auszusetzen haben. Dann jagen wir sauber.“ Am frühen Sonnabend Morgen bestieg Folke Hein den Hochsitz in einem Wald, der zum Forstamt Fuhrberg gehört, um ein Stück Rehwild oder auch Schwarzwild zu erlegen. Nach drei Stunden in der Natur hatten sich zwei Schmalrehe und ein Eichhörnchen gezeigt, auch das Klopfen des Spechtes war deutlich zu vernehmen. Eines der beiden jungen Rehe näherte sich dem Hochsitz bis auf zehn Meter. Die Schmalrehe, sogenannte einjährige weibliche Rehe, sind gerade erst von der Ricke, dem Muttertier, in die Selbstständigkeit entlassen worden und müssen noch viel lernen. Geschossen hat an diesem Morgen nur die Jagdbegleitung von Folke Hein – viele Fotos mit der Kamera.