Modellprojekt für Geflüchtete

Während sich der vierzehnjährige Robert am Telefon um einen Ausbildungsplatz bewirbt, hören Arkadiusz (von links), Fathye, Amal und Projektleiterin Heike Hinrichs aufmerksam zu. Foto: B. Stache

KAUSA unterstützt Jugendliche der Realschule Wedemark in der Berufswahlphase

Mellendorf (st). Wenn Projektleiterin Heike Hinrichs den Telefonhörer in die Hand nimmt, schlüpft sie in verschiedene Arbeitgeber-Rollen – dies ist Teil ihrer Ausbildungsunterstützung, die sie zehn Schülern der Realschule Wedemark im letzten von vier Workshops zuteilwerden lässt. Das Modellprojekt „Workshops rund um Ausbildung und Bewerbung für Jugendliche mit Fluchthintergrund“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der KAUSA Servicestelle Region Hannover/Ausbildung im Verbund pro regio e.V. und der Realschule Wedemark. Ziel der Ausbildung ist es, den zehn Jugendlichen, die alle erst seit kurzem in Deutschland leben, in der Berufswahlphase Hilfestellung zu geben. So befasst sich der erste Workshop mit dem Thema „Praktikum und Ausbildung – Entdecke die Möglichkeiten!“. In einem zweiten Schritt steht die „Bewerbungsmappe – Wirb für dich!“ auf dem Plan. Workshop III setzt sich mit „Ausbildungsmessen – Nutze deine Chance!“ auseinander, während die Schüler im abschließenden Workshop „Anruf im Unternehmen – Keine Panik!“ die telefonische Kontaktaufnahme mit Ausbildungsbetrieben üben. „Die Berufswahlphase ist für alle Schülerinnen und Schüler eine spannende und auch herausfordernde Zeit. Jugendliche, die erst kurze Zeit in Deutschland sind, haben hier einen besonderen Unterstützungsbedarf“, begründen Schulleiter Jens Szabo und Heike Hinrichs das Modellprojekt. Die zehn Jugendlichen werden nach dem gezielten Training, das an vier Terminen mit je drei Schulstunden an der Realschule absolviert wurde, auch weiterhin begleitet und unterstützt – beim Besuch einer Ausbildungsmesse, in ihrer Bewerbungsphase und während eines Praktikums sowie ihrer Ausbildung. Die Realschule plant am Dienstag, 14. März, in der Pausenhalle eine schulinterne Ausbildungsmesse. Dort können sich die Jugendlichen gezielt für Praktika bei den teilnehmenden Firmen bewerben. „Ihre Ansprechpartner finden die Schüler auf Lehrstellenbörsen oder im Internet“, erklärte Realschullehrerin Monika Roth, Fachbereichsleitung Wirtschaft. „Auch wird die Schule regelmäßig von Betrieben, pro regio und der IHK (Industrie- und Handelskammer) angeschrieben und über offene Lehrstellen informiert. Diese werden an der Infowand „Wirtschaft“ ausgehängt“, so die Fachbereichsleiterin. Beim Workshop „Anruf im Unternehmen“ am Mittwochnachmittag nahm beispielsweise der 14-jährige Robert den Telefonhörer in die Hand und bewarb sich bei einem Unternehmen für einen Ausbildungsplatz. Sein Berufswunsch: Fachinformatiker. Bei dieser „Telefonübung“ gab sich Heike Hinrichs als Ansprechpartner der Firma aus und führte mit Robert das Telefonat. Dabei erfuhr der Schüler, was er für seine Bewerbung an Unterlagen benötigt. Das Rollenspiel wurde im Anschluss mit allen Workshopteilnehmern besprochen. Die 16-jährige Wajiha versuchte anschließend, sich auf eine Stelle als pharmazeutisch-technische Assistentin zu bewerben, Nazanin (15) als Verkäuferin und Fathye (16) als Erzieherin.