Moderne Schießanlagen eingeweiht

Freude pur, als Birgit Gräfenkämper (rechts) auf dem KK-Stand Dagmar Ernst und Peter Reuter die elektronische Schießanlage erklärt. Foto: B. Stache
 
Die Schützenbrüder Matthias Kreth (links) und Mark Meybauer erhalten von Birgit Gräfenkämper für ihren ehrenamtlichen Einsatz beim Bau der neuen elektronischen Schießanlage besonderen Dank und ein Geschenk. Foto: B. Stache

Schützenverein Elze dankt Spendern für elektronische Neuerungen

Elze (st). „Als wir den Finanzierungsplan aufstellten und über Kosten in Höhe von 33 813 Euro sprachen, wurde es mir dann in stillen Momenten ganz mulmig zumute“, gestand 1. Vorsitzende Birgit Gräfenkämper vom Schützenverein (SV) Elze. „Heute kann ich sagen, dass ich sehr stolz auf das Geleistete bin, denn die endgültigen Kosten von zirka 34 574 Euro weichen nicht viel vom Plan ab“, stellte Birgit Gräfenkämper sichtlich zufrieden fest. In ihrer Rede zur offiziellen Einweihung einer elektronischen Schießanlage des bayerischen Herstellers DISAG im Schützenhaus Elze konnte die SV-Vorsitzende zahlreiche Gäste aus Politik und Schützenwesen begrüßen. Die stellvertretende Vorsitzende vom Regionssportbund Hannover Dagmar Ernst, der stellvertretende Gemeindebürgermeister Peter Reuter sowie Ortsbürgermeister Jürgen Benk nahmen an der Einweihung teil. Seitens des Kreisschützenverbands Wedemark-Langenhagen waren Kreisschützenmeister Michael Freiberg, Kreisdamenleiterin Claudia Freiberg und Kreisschatzmeister Hans-Otto Härtel anwesend. „Begrüßen möchte ich auch die Junioren-Mannschafts-Europameisterin Sara Leseberg, die unseren Standrekord mit 398 von 400 Ringen im Stehend-Freihand-Anschlag hält. Vielleicht schafft sie ja mit den neuen Anlagen die 400“, erklärte Birgit Gräfenkämper. Die Schützen der Landesligamannschaft Beatrice Pawlik, Anja Mußmann, Melanie Rosenthal und Heiko Ziem waren ebenfalls zugegen. Die 1. Vorsitzende warf in ihrer Rede einen Blick zurück auf die ersten Überlegungen zur Anschaffung einer neuen Schießanlage für den SV Elze. Im Herbst 2015 hatte es durch die hohe Beanspruchung der Kleinkaliber (KK)-Anlagen, die aus dem Jahr 1980 stammten, einige Schäden an den Motoren gegeben. Da auch die Motoren an den Zuganlagen auf dem Luftgewehrstand zum Teil ausgetauscht werden mussten, reifte der Gedanke für eine Neuanschaffung. „Es folgten Besuche bei anderen Vereinen, um sich elektronische Anlagen anzusehen“, erinnerte sich Birgit Gräfenkämper. Nach hitzigen Debatten in der Generalversammlung fiel die Entscheidung für neue Anlagen der Marke DISAG. Im Frühjahr 2017 stand auch die Finanzierung des Projekts. Der Regionssportbund beteiligte sich mit 8296 Euro. „Die Gemeinde signalisierte einen Zuschuss in Höhe von zirka 33,33 Prozent der Anschaffungskosten über die Sportförderung“, freute sich die 1. Vorsitzende. Der Ortsrat Elze/Meitze werde sich im Rahmen seiner Möglichkeiten ebenfalls beteiligen, hieß es damals. Daraufhin wurden die elektronischen Anlagen bestellt und im Juli begann die Arbeit auf den Ständen. „Es wurde fleißig abgebaut, Kabel gezogen und installiert. 15 Schützenmitglieder haben in insgesamt 187,5 Stunden Arbeit das Werk vollbracht. Mein herzlicher Dank gilt all diesen fleißigen Mitgliedern, die sich nicht gescheut haben, ihre knappe Freizeit für unseren Verein zu opfern und immer zur Stelle waren, wenn es etwas zu tun gab“, so Birgit Gräfenkämper. Zur Einweihung am Freitagabend ehrte sie die beiden Schützenbrüder Matthias Kreth und Mark Meybauer, die insgesamt 86 Stunden beim Aufbau der Anlagen verbracht hatten. „Sie haben sich in der heißen Phase des Aufbaus extra Urlaub genommen, zu Hause an den Programmen gearbeitet und einige kniffelige Probleme hervorragend gelöst“, lobte sie und übergab jedem ein Geschenk. Ein herzliches Dankeschön ging auch an alle Mitglieder des SV Elze, deren Spendenbereitschaft 5000 Euro erbrachte. „Es zeigt einmal mehr, dass die Entscheidung richtig war, und verdeutlicht auch die Verbundenheit unserer Mitglieder mit unserem Verein.“ Vorsitzende Gräfenkämper erläuterte die Vorteile der neuen elektronischen Schießanlage, bei der das Projektil beim Durchfliegen eines Messrahmens von besonderen Sensoren erkannt und mehrfach erfasst wird. Der Einsatz der Sensoren stellt die notwendige Messgenauigkeit sicher. „Die Ergebnisse sind beim Schützen quasi ohne Zeitverzug nach jeder Schussabgabe auf einem Tablet-Display optisch verfügbar.“ Damit erübrigt sich ein Scheibenwechsel – die bisherigen motorgetriebenen, elektrischen Zuganlagen für Scheibenhalter und Scheiben entfallen ersatzlos. „Im Ergebnis wird dadurch auch der Stromverbrauch zurückgehen, da die Zuganlagen auf dem Kleinkaliberstand mit Starkstrom betrieben wurden und auf dem Luftgewehrstand die Zielbildbeleuchtung von Neonröhren auf in den Messrahmen integrierte dimmbare LED-Beleuchtung umgestellt wurde“, beschrieb Birgit Gräfenkämper die Vorteile. Mit einem Reim drückte sie ihre Hoffnung aus, dass das Schützenwesen in Elze immer wieder neue Freunde und Anhänger gewinnen möge: „Solange noch die Eichen wachsen, in Feld und Flur, vor Hof und Haus, solange stirbt in Niedersachsen der alte schöne Schützenbrauch nicht aus.“ Nach Grußworten von Dagmar Ernst und Peter Reuter wurden die neuen Anlagen im Keller des Schützenhauses besichtigt und ausprobiert.