Munter moderierte Modenschau

Detlev Puppa (v. l.) moderiert als Hofknecht die humorvolle Modenschau. Wilma Duensing und Lisa Henneicke schauen von ihren Sitzplätzen fröhlich zu, wie Rita ihre orangene Jacke auf dem grünen Laufsteg präsentiert. Foto: B. Stache
 
Alain hat diese schicke französische Designerkrawatte auf seinem Flohmarkttisch im Angebot: très chic! Foto: B. Stache

Hofflohmarkt mit neuem Programmpunkt erfreut die Besucher

Rodenbostel (st). Dass Heidi Klum nicht hat kommen können, wie der moderierende Knecht Detlev Puppa anlässlich der Modenschau auf dem Hof Henneicke am Sonntagnachmittag den Flohmarkt Besuchern verkündete, und statt des roten ein grüner Teppich den Laufsteg zierte, tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Mit munteren Kommentaren begleitete der Moderator die 12 Models – alles Standbesitzer – bei ihrer fröhlichen Präsentation von Bekleidung und anderen Flohmarktartikeln, die bis zum frühen Nachmittag noch keinen Käufer gefunden hatten. Ob elegantes Abendkleid, Reisetrolley mit Bierseideln als Zugabe, französische Designerkrawatte oder altes Bowlegefäß aus dem Jahr 1975, für jeden war etwas dabei. „Ich moderiere diese ´höfische´ Modenschau zum ersten Mal“, erzählte Detlev Puppa, der sich für seinen großen Auftritt die Arbeitskleidung des Hofknechts angelegt hatte. Die Idee, eine Modenschau in den Hofflohmarkt zu integrieren, stammt von Nicole Kaiser: Beim letztjährigen Flohmarkt hier auf Henneickes Hof hatte ich aus einer Laune heraus gesagt, das nächste Mal legen wir einen roten Teppich aus.“ Aber auch auf dem grünen Laufsteg machten unter anderem Heike mit ihrem braunen Hut, Rita und ihre orangefarbene Jacke, Isabell mit den Protektoren, die von Karin geführte Marionette sowie Christa und die Suppenterrine eine gute Figur. Die Modenschaubesucher konnten anschließend die präsentierten Artikel an den Verkaufsständen, die sich gut in das idyllische Bild des Hofes Henneicke einfügten, begutachten und kaufen. Das Bowlengefäß hatte schon wenig später seinen Besitzer gewechselt. „Ich freue mich, dass unser Hofflohmarkt von Ausstellern, die überwiegend aus dem Dorf kommen, so gut angenommen wird“, erklärte Friederike Henneicke und fügte an: „Aber auch Freunde aus der Nähe sind immer wieder gerne dabei.“ Ihre beiden Söhne Johannes und Christoph halfen beim Bratwurststand aus, Ehemann Cord bediente die Gäste am hauseigenen Tresen mit Getränken. Ursula Germershausen, eine Freundin des Hauses Henneicke, verkaufte hofeigene Produkte wie Mett mit Schnauze, Sülze oder Rotwurst. Zum Sonderpreis gab es leckere Schmalzbrote. Als Standgebühr waren eine Torte oder Kuchen zu entrichten, die das lukullische Angebot abrundeten. Der Hofflohmarkt in Rodenbostel fand in diesem Jahr zum zweiten Mal statt, als Nachfolge des früheren Kürbisfestes. Der Hof von Friederike und Cord Henneicke stammt aus dem 15. Jahrhundert. Seit 1984 betreibt Cord Henneicke als Vollerwerbslandwirt Schweinemast und Mutterkuhhaltung und bewirtschaftet 45 Hektar Acker, 14 davon als Grünland. Mittlerweile bietet der Hof fünf Gästezimmer sowie vier Ferienwohnungen an. Ganz besondere Freude am Flohmarktgeschehen hatten übrigens Wilma Duensing und Lisa Henneicke: die alten Damen genossen auch die Modenschau ganz bequem von ihren Stühlen aus am Eingang des großen grünen Hoftores mit der Aufschrift aus dem Jahre 1845: „Gib mir o Gott mein Brot, Gesundheit auch desgleichen, lass deinen Segen nicht von meiner Arbeit weichen, wend alles Unglück ab, begleit mich aus und ein, und lass bei Tag und Nacht mich dir empfohlen sein.“