NABU gegen Massentierhaltung

Hähnchenschlachthof in Wietze weckt Befürchtungen

Wedemark. Der NABU Wedemark wendet sich vehement gegen Massentierhaltung in der Wedemark. In Wietze im Landkreis Celle wird wie berichtet ein Groß-Schlachthof geplant, der mehr als 400.000 Masthähnchen am Tag verarbeiten soll. Das ergebe im Jahr die unglaubliche Zahl von 135 Millionen getöteten Tieren, so der NABU. Nach Auslastung der Produktion im Emsland werden von den Agrarkonzernen Landwirte im näheren Umkreis für die Zulieferung gesucht, die Massentierhaltungsanlagen betreiben – auch in der Wedemark. Angeblich verlangen die Verbraucher nach fettarmem und billigem Geflügelfleisch, so NABU-Sprecher Martin Lilienthal. Der NABU Wedemark mit seinen knapp 1.200 Mitgliedern fordert: „Keine Massentierhaltung in der Wedemark! Keine „Emslandisierung“ unserer Region!“ Massentierhaltung sei Tierquälerei . Der NABU Wedemark fordere eine artgerechte Tierhaltung. Boden und Grundwasser würden durch gesundheitsgefährdende Fäkalien verseucht. Medikamente und Chemikalien werden unkontrolliert als Bestandteil der Kotberge auf Feldern ausgebracht und gelangen damit in die Nahrungskette von Mensch und Tier. 80.000 Tonnen Hühnerkot werden jedes Jahr produziert. Die Luft wird mit schädlichen Keimen für Mensch und Tier verseucht (Stichwort „Vogelgrippe“). Stickstoff wird über die Luft von den Ställen in die Umgebung abgegeben. Naturbelassene Böden und Gewässer werden damit gefährdet. Übermäßiger Wasserverbrauch führt zur Verödung der Landschaft. Feuchtbiotope können durch industrielle Wasserentnahme trocken fallen. Die Anlagen verbrauchen Flächen, die als Lebensraum für Pflanzen und Tiere und als Erholungsraum für den Menschen nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Ställe verschandeln das Landschaftsbild in unserer Kulturlandschaft und führen zu erheblichen Geruchsbelästigungen. Die industrielle Massenproduktion verdrängt bäuerliche Strukturen und Ökolandbaubetriebe. Gerade diese Betriebe gewährleisteten eine nachhaltige Flächenbewirtschaftung und könnten gesundes Fleisch produzieren. Auch für die Landwirte, die von den Agrarkonzernen zu abhängigen Lohnmästern degradiert werden. rechne sich die Sache nicht. Schon jetzt drohe bei stagnierendem Verbrauch eine Überproduktion. Der Schwerlastverkehr nehme stark zu – mit entsprechenden Lärmbelastungen. Für weitere Informationen verweist der NABU Wedemark auf seine Internetseite: www.nabu-wedemark.de.