Nach zwölf Jahren verabschiedet

Stefan Wullenkord überreicht Gisela Hensel einen Blumenstrauß als kleines Dankeschön für ihre Arbeit. Foto: K. Grontzki

Gisela Hensel war die erste Lernpatin der Wedemark

Brelingen (kg.) Nach zwölf Jahren verabschiedet sich Gisela Hensel aus dem Dienst als Lernpatin. Nach 37 Jahren Wohnen in Brelingen, hat sie sich dazu entschlossen nach Hannover-Ahlem zu ihren Kindern zu ziehen. Nachdem Gisela Hensel mit Arbeiten aufhörte, meldete sie sich auf die Zeitungsannonce von Stefan Wullenkord im Herbst 2003, um sich als Lernpatin zu angagieren. „Irgendwas muss man ja tun“, so Hensel. Damit hatte das Projekt seine allererste Lernpatin. Die Aufgabe eines solchen Paten ist es, dem Kind nicht nur beim Lesen zu helfen, sondern auch bei Hausaufgaben und anderen Dingen. Manchmal ist es nicht das Lesen, was Kindern in erster Linie Schwierigkeiten bereitet, sondern ihnen fehlt die Struktur Aufgaben und Texte zu erarbeiten oder sie finden keinen Bezug zu dem Text. Aus diesem Grund wird auf mehr als nur das Lesen lernen eingegangen. Eine Patenschaft kommt zu Stande, indem die Lehrer realisieren, dass ein Kind besondere Förderung benötigt und sie sich daher mit den Paten in Verbindung setzten. Daraufhin wird mit den Lehrern, den Paten, Eltern und Kind besprochen wie das Lernen ablaufen soll, welche Medien eingesetzt werden, wo und wie oft gelernt wird. Das Lernen mit den Paten hat den Vorteil, dass die Kinder nicht unter Druck stehen und dadurch freier denken können. Außerdem wird es spielrerischer gestaltet. Damit man die Kinder richtig motivieren kann, müssen manchmal kleine Tricks angewendet werden. Das bedeutet, dass das Kind eine gewisse Zeit Hausaufgaben erledigen muss und wenn es das getan hat, kann es mit dem Paten spielen. Eine weitere Besonderheit der Lernpaten bringt die Art und Weise des Erlernens mit sich. „Manchmal kann man Kinder nur über Tiere erreichen“, berichtet Hensel. Diese verschiedenen Erreichbarkeiten jedes einzelnen Kindes sind laut Hensel interessant, doch man stößt dabei auch an seine Grenzen. So ist eine Patenschaft nur möglich, wenn die Schule offen für die Hilfe der Lernpaten ist, die Eltern keine Vorbehalte haben und auch das Kind diese Hilfe annehmen möchte. Im Moment sind ungefähr 50 Lernpaten aktiv, welche ihre Dienste kostenlos anbieten. Gisela Hensel war eine „übermäßig engagierte“ Patin, wie Stefan Wullenkord stolz berichtet. Zu einem Kind ist sie eine Zeit lang jeden Tag nach Hause gefahren, um mit ihm zu lernen, da es Angst vor ihrem Hund hatte. Zwölf Jahre hat sie fleißig und ausdauernd als Patin gearbeitet und spielt weiterhin mit dem Gedanken als Lernpatin aktiv zu bleiben und zumindest ihre momentanen Patenschaften nicht einfach zu beenden. „Sie können sicher sein, dass ich in Hannover-Ahlem wieder etwas finde. Ich habe die Arbeit wirklich gerne gemacht“, so Hensel. Die Lernpaten verabschieden sich ersteinmal offiziell von ihrer allerersten Patin Gisela Hensel, auch wenn noch kein hunderprozentiges Ende sicher ist.