Naturbestattungen unter Bäumen

Rat stimmt Konzept zu alternativen Bestattungsformen in der Wedemark zu

Wedemark/Berkhof (awi). Der Trend bei Hinterbliebenen gehe zu pflegeleichten Gräbern, begründete die Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf im Rat den Vorstoß der Verwaltung, künftig Baumbestattungen als Form der Naturbestattungen anbieten zu wollen – allerdings ausschließlich auf dem Friedhof Berkhof, der zu diesem Zweck erweitert werden soll und ausschließlich für Wedemärker oder Angehörige von Wedemärkern, die lange hier gelebt haben.
Der Rat stimmte dem Be-
schlussvorschlag zu, der die Verwaltung ermächtigt, Verhandlungen mit der Grundstücksbesitzerin aufzunehmen und frühestens 2016 in die Tat umgesetzt werden kann. Bereits mit der Stelenwand in Resse und der vermehrten Ausweisung von Rasenreihengräber habe die Verwaltung dem Trend zu pflegeleichten Gräbern Rechnung getragen, so Beckedorf. Baumbestattungen seien jedoch bisher in der Wedemark noch nicht möglich. Diese würden meistens von kommerziellen Anbietern offeriert. Die Gemeinde, die in der Wedemark zehn Friedhöfe betreibe, habe jedoch nicht vor, den Betrieb aus der Hand zu geben, sondern wolle diese alternative Bestattungsform gerne selber anbieten. Auf dem Friedhof Berkhof gebe es die Möglichkeit, Urnen unter Bäumen beizusetzen. Dieser Friedhof solle daher erweitert werden. Hans-Werner Husmann von der SPD-Fraktion begrüßte das Konzept, das bereits in mehreren Gemeinden angeboten werde. Achim von Einem von der CDU bekundete für seine Fraktion ebenfalls Zustimmung. Das Thema Baumbestattungen zeige, dass sich Bestattungsformen wandelten und Wünsche nach Alternativen und besonders naturnahen Bestattungen anstiegen. Die Gemeinde tue also gut daran, den Bürgern eine weitere Alternative zu ermöglichen. Am Fuß eines Baumes werde eine Urnenbestattung mit einer Plakette am Baumstamm einerseits mit Ruhe, aber auch weniger zukünftiger Belastung für die Hinterbliebenen verbunden. In der Umsetzung seien allerdings viele Faktoren zu berücksichtigen, von der Lage des Waldes, der Verkehrssicherheit des Baumbestandes bis zu Sanitäreinrichtungen und Parkmöglichkeiten. Mit der von der Verwaltung aufgezeigten Lösung am Friedhof in Berkhof werde eine Umsetzung weiterverfolgt, die fast allen Faktoren gerecht werde, freute sich von Einem. Zu prüfen seien noch die Kosten, die langfristig auf die Gemeinde zuikämen. „Aber auch da wird man eine Lösung finden“, so der CDU-Sprecher zu diesem Thema zuversichtlich.
Wichtig für die CDU-Fraktion sei, dass diese Baumbestattung nur Wedemärker Bürgern zur Verfügung stehe, mit Ausnahme enger Verwandter, wenn diese hier gelebt, aber außerhalb verstorben seien. Ausdrücklich bedankte sich Achim von Einem im Namen der CDU bei Heidemarie Heinzelmann aus Bissendorf-Wietze. Die Organisatorin des Ereigniswaldes in Bissendorf habe die Anregung für diese Form der Naturbestattung gegeben, die Verwaltung habe sie aufgenommen und die Umsetzung entspreche hoffentlich den Vorstellungen der Ideengeberin, so von Einem.