Negenborn ist Deutscher Meister

Die Negenborner Jugendfeuerwehr ist Deutscher Meister: Das siegreiche Wettkampfteam mit seinen Betreuern und dem Niedersächsischen Landesjugendfeuerwehrwart Andre Lang, dem Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes Hartmut Ziebs (in der Mitte rechts vom Pokal) und dem Innenminister von Brandenburg, Karl Heinz Schröter (links vom Pokal).

Jugendfeuerwehr holt nach 40 Jahren den Titel erneut in die Wedemark

Negenborn (awi). Die Jugendfeuerwehr Negenborn hat am Wochenende bei den Deutschen Meisterschaften in Falkensee in Brandenburg mit 1.442 Punkten den Deutschen Meistertitel in die Wedemark geholt. Die Negenborner Jugendfeuerwehr ist die beste Jugendfeuerwehr in ganz Deutschland. Und die zweitbeste kommt gleich aus der Nachbarschaft: Mit 1.437 Punkten rangiert die Jugendfeuerwehr Nöpke aus Neustadt am Rübenberge nur knapp hinter dem Sieger Negenborn. Damit waren die niedersächsischen Qualifikanten einmal mehr nicht zu schlagen und haben ihr Niveau bestätigt: Seit 2001 kommen die Sieger der Deutschen Jugendfeuerwehrwettkämpfe aus Niedersachsen.
Negenborn hat den Titel bereits einmal gewonnen: Vor genau 40 Jahren, 1977, und sich damals für die Europameisterschaften qualifiziert. Die gibt es mittlerweile nichtmehr. Der Sieg auf Bundesebene gegen 29 Mannschaften aus 15 Bundesländern ist zunächst einmal die bejubelte Endstation für die Negenborner Wettkampftruppe, die seit sechs Monaten zwei- bis dreimal in der Woche übt. Es hat sich ausgezahlt. Nicht nur das ganze Dorf, sondern die gesamte Gemeindefeuerwehr Wedemark jubelte mit, als die frisch gebackenen Deutschen Meister mit zwei Stunden staubedingter Verspätung um 20.30 Uhr am Sonntagabend endlich in ihrem Heimatdorf eintrafen. Jede Feuerwehr hatte eine Abordnung geschickt. Ein riesiger Tross empfing die Heimkehrer wie bereits vor zwei Monaten nach dem Sieg der Landesmeisterschaft am Ortseingang und geleitete sie im Triumphzug durch das Dorf zum Feuerwehrhaus – begleitet vom Leinetal-Orchester aus Abbensen. Ganz glatt war der Durchmarsch für die Negenborner Nachwuchsfeuerwehrleute dieses Jahr nicht gelaufen: Nach dem ungefährdeten Sieg auf Gemeinde- und Regionsebene landeten sie durch einen Patzer bei den Bezirksmeisterschaften nur auf dem 13. Platz und qualifizierten sich knapp für die Landesmeisterschaft. „Doch dieser Schock hat geholfen“, berichtet Ortsbrandmeister Georg Kohne junior freudestrahlend. Denn den Landesmeistertitel sicherten sich die Negenborner wieder souverän und krönten dieses unglaubliche Wettkampfjahr 2017 jetzt völlig überraschend mit dem Deutschen Meistertitel. Jugendwart Philipp Peters und sein Stellvertreter Colin Schwarz trainierten neben Schorse Kohne mit der Wettkampftruppe, zu der Johannes Dröse, Ole Thomas, Paula Thomas, Justin Keilholz, Luis Wienhöfer, Simon Freund, Sebastian Freund, Mario Mieske, Conrad Mohrig und Sebastian Mente mit Ersatzmann Paul Sprenger gehören.
Die von zahlreichen Schlachtenbummlern aus dem gesamten Bundesgebiet begleiteten Meisterschaften in Falkensee bei Berlin bildeten den Abschluss des viertägigen Deutschen Jugendfeuerwehrtages, der am Sonnabend mit einer Aktionsmeile das breite Spektrum der Jugendfeuerwehrwelt präsentierte. Unter dem Motto „Unsere Welt ist bunt – Feuerwehr vereint“ war dies die erste gemeinsame Delegiertenversammlung von Deutscher Jugendfeuerwehr und Deutschem Feuerwehrverband unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Der Bundeswettbewerb setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Im feuerwehrtechnischen A-Teil ist eine Löschübung mit Hürden zu absolvieren. Der sportliche
B-Teil ist ein 400-Meter-Staffellauf mit kleinen Aufgaben für die insgesamt neun Läufer. Der Sieger erhält neben dem Titel „Deutscher Meis-ter im Bundeswettbewerb“ den Wanderpokal National-Vetter-Cup. Wedemarks Gemeindejugendfeuerwehrwart Christoph Meyer war unglaublich stolz auf seine Truppe und konnte einmal mehr seine „Negenborner Wurzeln“ nicht verleugnen, als er das ECHO begeis-tert noch am Sonntagmittag über den tollen Erfolg informierte.