Neubau nur verzögert, nicht vom Tisch

Vorstandsmitglied Peter Ulbrich (l.) führte die CDU-Fraktion am Donnerstagabend ein letztes Mal durch das alte Schulgebäude in Bissendorf-Wietze und erläuterte die Neubau-Pläne. Foto: A. Wiese

CDU informiert sich in der Montessori-Schule über Umzugs- und Neubaupläne

Bissendorf-Wietze (awi). Eigentlich sollte der erste Spatenstich für den Neubau der Montessori-Schule in Bissendorf-Wietze längst erfolgt, das alte Schulgebäude abgerissen und die Lehrer und Schüler für die Bauzeit in die alte Schule in Scherenbostel übergesiedelt sein. Doch all das ist noch nicht passiert und die CDU-Fraktion wollte gerne wissen warum. Am Donnerstagabend trafen sich Sven Sobanski, seine Fraktionskollegen und andere interessierte CDU-Mitglieder in Bissendorf-Wietze. Peter Ulbrich, Vorstandsmitglied des Vereins Schule auf Entdeckungsreise, freute sich über das Interesse der Kommunalpolitiker, führte sie durch das alte Gebäude und beantwortete Fragen, vorneweg die nach dem Grund der Verzögerung. Die Baugenehmigung sei noch nicht erteilt worden, erklärte Ulbrich, und das liege nicht an der Gemeinde, auch wenn diese mittlerweile selbst Baugenehmigungsbehörde sei. Doch auch diese sei von Entscheidungen der übergeordneten Behörden, in diesem Fall der Region, abhängig. Weil die Baugenehmigung noch nicht vorliegt, konnte auch der Erbbaurechtsvertrag noch nicht unterzeichnet werden. Bekanntlich soll dieser zwischen der Gemeinde und der Anja-Fichte-Stiftung geschlossen werden, die Bauherr des neuen Schulgebäudes für die Montessori-Schule ist. Es handele sich aber lediglich um eine Verzögerung, ansonsten habe sich an den Plänen nichts geändert, betonte Ulbrich gegenüber den CDU-Politikern. Er geht davon aus, dass die Baugenehmigung in Kürze erteilt, der Erbbaurechtsvertrag dann unterschrieben wird und die Schule in den Herbstferien nach Scherenbostel umzieht. Unmittelbar danach könnte mit den Abrissarbeiten des alten Gebäudes und der Gründung des neuen begonnen werden. Den weiteren Zeitplan bestimme dann die Firma Haacke-Bau, die im Auftrag der Anja-Fichte-Stiftung das im skandinavischen Stil geplante neue Schulgebäude errichten werde. Die Stiftung finanziert auch die Innenausstattung der Schule. Ob für die Außenanlage danach noch finanzielle Mittel vorhanden seien, müsse man abwarten, so Ulbrich und schloss hierbei auch eine Beteiligung der Schule beziehungsweise Eigenleistungen der Eltern nicht aus. Hierzu sei jedoch noch nichts beschlossen. Wenn alles gut laufe und man von sechs Monaten Bauzeit ausgehe, werde man die Einschulung der Schüler im Schuljahr 2013/2014 in den neuen Räumen feiern können, freute sich Peter Ulbrich. Der Neubau beinhaltet zwei Gruppenräume und einen großen, zweiteiligen Hortraum sowie einen Bewegungsraum. Dieser könne nach Absprache zum Beispiel für eine Ortratssitzung genutzt werden, berichtete Bissendorf-Wietzes Ortsbürgermeister Daniel Leide von Gesprächen mit der Anja-Fichte-Stiftung.
In der Montessori-Schule werden zurzeit 33 Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse in zwei Lerngruppen unterrichtet. Mit dem nächsten Schuljahresbeginn könne die Schülerzahl auf 40 aufgestockt werden, so Ulbrich. Größer solle die Schule aber nicht werden. Auf Nachfrage von Editha Lorberg antwortete Ulbrich, es sei noch nie ein Kind „von der Schule geflogen“. Wenn es Ausschulungen gegeben habe, seien diese auf Initiative der Eltern erfolgt. Auch ein „Vorsieben“ der Schüler erfolge nicht, so Ulbrich auf eine weitere Frage Lorbergs. Natürlich würden Aufnahmegespräche geführt, aber die Schule lehne keine Schüler gezielt ab. Immer wieder würden auch Seiteneinsteiger aufgenommen, so Ulbrich im Gespräch. Diese kämen manchmal von anderen Montessori-Schulen, manchmal auch von Regelschulen. Die Abgangsschüler der Montessori-Schule nach der vierten Klasse kämen auf den weiterführenden Regelschulen gut zurecht. „Besonders gute Erfahrungen haben wir mit der IGS gemacht, weil deren Konzept unserem sehr ähnlich ist“, führte Ulbrich aus. Zum Schluss unternahmen die Politiker noch einen Rundgang durch das alte Gebäude und das Außengrundstück und waren sich einig, dass der Neubau so schnell wie möglich erfolgen sollte.