Neubaugebiete unter Vorbehalt

Grüne zum Thema Gemeindeentwicklung

Wedemark. Die Grünen der Wedemark, auf deren Initiative ein Gemeindeentwicklungsplan erarbeitet wird, beschäftigen sich natürlich ganz besonders intensiv mit diesem. „Als erstes haben wir uns mit dem Thema ‚Bauen‘ auseinandergesetzt“ sagen Dr. Horst Menze und Angla Klingrad, die für die Grünen sprechen.
„Wir sehen einer abnehmenden und älter werdenden Einwohnerschaft entgegen; wir haben eine Infrastruktur auf sehr hohem Niveau und wir erleben, dass Land immer stärker nachgefagt, also kostbarer wird. Die Grünen haben hier ihre grundsätzlichen Überlegungen formuliert und werden sich in nächsten Schritten zu den einzelnen Gemeindegebieten und den Vorschlägen der Verwaltung und der Bürger äußern. Natürlich ist neben der prinzipiellen Haltung eine Position zu jedem einzelnen Gebiet geboten. Neue Baugebiete in der Wedemark: Die Grünen der Wedemark sehen neue Baugebiete grundsätzlich erst einmal kritisch, denn sie beanspruchen Flächen, die für die Erzeugung von Nahrung, für die in der Kulturlandschaft heimischen Tiere und Pflanzen und für die Erholung der Menschen verloren gehen. Die Grünen sehen außerdem folgende Probleme, für das Ausweisen weiterer Baugebiete: Die Dörfer in der Verdichtungszone entlang der Bahnlinie und der L190 drohen zusammenzuwachsen, da neue Baugebiete fast nur noch am Ortsrand möglich sind, was den Charakter und die Identität der Dörfer bedroht. Neue Baugebiete bedeuten für eine alternde und abnehmende Bevölkerung zusätzliche Gebäude, die erhalten und mit Leben gefüllt werden müssen. Dies würde Belastungen schaffen, denn es ist wahrscheinlich, dass der Wohnraumbestand dann die Nachfrage nach demselben übersteigt. Neue Baugebiete, bedeuten für eine alternde und abnehmende Bevölkerung auch weitere Straßen, Wege, Wasserver- und -entsorgung sowie Straßenbeleuchtung und Ähnliches, also Infrastruktur, die zusätzlich erhalten werden muss. Bauland am Ortsrand ist fast immer landwirtschaftlich genutzte Fläche, die durch nichts ersetzt werden kann. Das Gut Land, und besonders Ackerland, ist schon jetzt knapp und damit teuer. Neues Bauland verschärft diese Konkurrenz noch und würde die Preise gerade auch für die Landwirtschaft damit weiter in die Höhe treiben. Die Lärm- und Abgasbelastung nimmt zu, wenn die Menschen weiter von den Versorgungseinrichtungen, die ja meist im Ortskern sind, entfernt wohnen und damit längere Wege zu bewältigen haben. Die Grünen der Wedemark befürworten eine moderate Neubautätigkeit auf geeigneten, hauptsächlich innerörtlichen Flächen, eine Regenwasserbewirtschaftung für jedes neue Baugebiet, innerörtliche Grünflächen, um Mensch und Natur Raum zu geben, neue Wohnformen, wie Mehr-Generationenhäuser, Hausgemeinschaften und besondere Arten von Mehrfamilienhäusern, um die vorhandene, überwiegend Einfamilienhäuser enthaltende Bebauung, zu ergänzen.