Neue Bestattungsformen in Bissendorf

Elisabeth Wöbse (von links) und Pastorin Wibke Lonkwitz übergeben die neuen Bestattungsfelder Rhododendrongarten und Ruhebaum ihrer Bestimmung. Foto: B. Stache

Kirchengemeinde bietet Ruhebaum und Rhododendrongarten als Grabstätte

Bissendorf (st). „Heute feiern wir ausnahmsweise unseren Gottesdienst in der Friedhofskapelle.“ Mit diesen Worten eröffnete Pastorin Wibke Lonkwitz Sonntagvormittag am Tag des Friedhofs den festlichen Gottesdienst in Bissendorf. Besonderer Anlass für diese Ortswahl – gemeinsam mit Elisabeth Wöbse, Vorsitzende des Friedhofsausschusses, übergab die Pastorin zwei neuen Bestattungsformen auf dem Bissendorfer Friedhof ihrer Bestimmung. Damit bietet die St.-Michaelis-Kirchengemeinde zwei Bestattungsfelder für pflegeleichte Bestattungsformen an. Im Rhododendrongarten sind Erd- und Urnenbestattungen möglich, unter dem Ruhebaum wird es zukünftig auch Urnenbestattungen geben. Damit entspricht die Kirchengemeinde dem häufig geäußerten Wunsch nach pflegeleichten Grabstellen im Ortszentrum mit Nähe zur Natur. „Die Pflege ist mit dem Kauf des Grabes für 25 Jahre gesichert. Das gilt für beide Bestattungsfelder“, erklärte Pastorin Wibke Lonkwitz. In der extra für diesen Anlass hergerichteten Friedhofskapelle hielt die Pastorin einen festlichen Gottesdienst mit Abendmahl. Zu den zahlreichen Besuchern, darunter viele Konfirmanden, zählte auch Holger Grünjes, Superintendent des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Burgwedel-Langenhagen. In ihrer Predigt erklärte Pastorin Wibke Lonkwitz: „Wir brauchen Mut, uns Gedanken über unsere Friedhofskultur zu machen.“ Sie sprach vom gestalteten Friedhofsgarten als einem Ort, an dem man zur Ruhe kommen kann – der sich aber auch für Begegnung eignet. Julia-Sophie Kober bereicherte den Gottesdienst mit ihrem Gesang. Mit wohlklingender Stimme brachte sie „Domine Deus“ von Vivaldi zu Gehör. Franziska Jaap spielte zum Gottesdienst die Orgel. Die Pastorin dankte allen, die dazu beigetragen hatten, die Friedhofskapelle für den besonderen Gottesdienst zu gestalten. Im Anschluss zog die Kirchengemeinde zu den beiden neuen Bestattungsfeldern. Nachdem die Hinweistafeln „Rhododendrongarten“ und „Ruhebaum“ enthüllt waren, gaben Wibke Lonkwitz und Elisabeth Wöbse noch einige Erläuterungen ab. Wibke Lonkwitz erinnerte an das kreative Miteinander aller Beteiligten bei der Planung und Entwicklung der neuen Friedhofsbereiche. „Ohne Frau Wöbse wäre hier vieles sehr viel langsamer gegangen“, lobte die Pastorin und dankte ihr für das besondere Engagement. Sie sprach von einer Erinnerungsstätte, einem Ort der Begegnung und der Gartenkunst, die auf dem Bissendorfer Friedhof geschaffen wurde. Friedhofsgärtner Hans-Jürgen Klipphahn lieferte weitere Erklärungen zur heutigen Bestattungskultur. „Menschen, die zusammengelebt haben, sollen auch zusammen beerdigt werden“, lautet seine Überzeugung. Auf der Webseite der St.-Michaelis-Kirchengemeinde „www.kirche-bissendorf.de“ finden sich weitere Informationen zu den neuen Bestattungsfeldern.