Neue Führung hat alles im Griff

Geehrte und Beförderte mit den Funktionsträgern der Feuerwehr nach der Versammlung: Volker Kluth (von links), Jens Kahlmeyer, Lisa Schütte, Maximilian Hartmann, Caren Peters, Richard Pardey, Rene Herrmann, Natahlie Marth, Hartmut Bauer, Cord Knibbe, Jan-Thorsten Blanke, Achim Klipphahn, Jan-Niklas Cordes, Nils Kleinke, Markus Gerlich, Hagen Pannok, Marius Pardey, Jannik Thelow, Christian Renders, Christian PietrasFoto: A. Wiese

Zügige Abwicklung der umfangreichen Tagesordnung bei Feuerwehr Bissendorf

Bissendorf (awi). Feuerwehrfahrzeuge, die 655 km/h schnell sind und Drohnen, die zur Brand- oder Unfallstelle vorausgeschickt werden, damit sich die Einsatzkräfte schon bei der Anfahrt ein Bild von der Lage machen können. Die Technik entwickelt sich weiter, war die Botschaft, die unter anderem der stellvertretende Gemeindebrandmeister Jens Kahlmeyer mit der Drohnennachricht bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Bissendorf überbrachte. Bis es in der Wedemark so weit ist, wird es wohl noch ein bisschen dauern, aber die Versammlung lockerten solche Abschweifungen auf jeden Fall auf.
Die Einspielung des Kurzfilms vom schnellsten Feuerwehrauto der Welt basierte auf Nachforschungen, die Schulklassenbetreuer Hartmut Bauer angestellt hatte, nachdem er und seine Kameraden von den Kindern mit der Frage konfrontiert worden waren, welches denn das schnellste Feuerwehrfahrzeug der Welt sei. Hier passen zu müssen, ließ den Verantwortlichen keine Ruhe. Bei ihren Recherchen im Netz stießen sie auf eine Menge lustige Begebenheiten rund um die Feuerwehr und so bekamen die Besucher der Jahreshauptversammlung in Bissendorf am Sonnabend nicht nur die Einspielung mit dem durchstartenden Feuerwehrauto auf der Viertelmeile in Florida zu sehen, sondern auch vier Dinge, die man in der Feuerwehr nicht tun sollte, zum Beispiel alleine einen B-Schlauch halten.
Ein bisschen Spaß muss sein, aber ansonsten lief die Versammlung – zum ersten Mal unter Führung des neuen Ortsbrandmeisters Christian Renders selbstverständlich nach dem üblichen Muster mit Daten und Fakten, Beförderungen, Ehrungen und Grußworten ab. Sie dauerte allerdings bei weitem nicht so lange wie die Versammlungen unter Renders Vorgänger Jörg Pardey, stellten alle Besucher fest. Das lag unter anderem daran, dass Renders auf einige Berichte von Funktionsträgern verzichtete und ansonsten im Vorfeld dazu angehalten hatte, sich kurzzufassen, was auch gelungen war.
Auch bei seinem eigenen Bericht verzichtete Ortsbrandmeister Christian Renders auf Details zu den 98 Einsätzen der insgesamt 59 aktiven Kameraden. Die Zahl der Einsätze steigt kontinuierlich. Es waren 2017 13 Einsätze mehr als im Vorjahr. Sie gliederten sich in 23 Brandeinsätze und 75 Hilfeleistungen. Davon waren 64 Wasser- oder Sturmschäden, siebenmal galt es Menschen in Notlagen zu helfen, einmal einem Tier. Insgesamt hat die Feuerwehr Bissendorf 623 Mitglieder: 59 Aktive, davon 32 Atemschutzgeräteträger, 22 Alterskameraden, 19 Jugendliche und 17 Mitglieder des Fanfarenzugs. Zu diesen 111 Uniformierten kommen 512 passive Mitglieder. Es wurden 108 Dienste und 5.366 Gesamtdienststunden geleistet.
Der stellvertretende Ortsbrandmeister Christian Pietras berichtete von den insgesamt 22 Lehrgängen: fünf Truppmann I, einer Truppmann II, zwei Truppführer, drei Zugführer Teil 2, ein Ausbilder in der Feuerwehr, ein ABC Teil 1, zwei ABC Teil 2, einmal technische Hilfeleistung, einmal Technische Hilfeleistung und Brandbekämpfung auf Bahnanlagebrandbekämpfung, ein AGT-Gerätewart und einmal Einführung Stabsarbeit. Detailliert führte Pietras auch auf, welche Lehrgänge für 2018 beantragt seien und wieviel davon bisher zugesagt wurden: Dabei klafft eine deutliche Differenz von 19 genehmigten gegenüber 39 beantragten Lehrgängen. Pietras wies allerdings darauf hin, dass die Wehr viele Lehrgangsplätze, die von anderen zurückgegeben würden, noch kurzfristig angeboten bekomme. Er appellierte daher an die Kameraden, sich zu melden, wenn Freiräume für solche kurzfristigen Lehrgänge bestünden.
Wie bei anderen Freiwilligen Feuerwehren in der Wedemark ist die Liste der Aktivitäten lang, die über die reine Feuerwehrarbeit hinaus gehen und die von Tannenbaumaktion, Osterfeuer und Maibaumaufstellen sowie die Begleitung des Schützenausmarsches über die Wettkämpfe in Bennemühlen und Bilm bis zur Begleitung der Wedemark Rallye und der Teilnahme am Bowlingturnier in Langenhagen und dem Dorfpokalschießen reichen. Übrigens ist die Feuerwehr auf der Suche nach einem neuen Schießwart, der idealerweise Mitglied im Schützenverein sein sollte, nachdem der bisherige Amtsinhaber Peter Jungnickel sein Amt aus Altersgründen niederlegen möchte.
Die Feuerwehr Bissendorf hat ein neues Fahrzeug in Aussicht: ein Hilfeleistungs- und Löschfahrzeug, voraussichtlich Ende 2019 eintreffen wird. Gemeinsam mit Vertretern der Wehren aus Mellendorf und Elze hat sich eine Bissendorfer Abordnung verschiedene Fahrgestelle und Aufbauten angesehen. Außerdem wurden Beladelisten erstellt und ein Soll-Ist-Vergleich angefertigt, berichtete Christian Renders. Bis jetzt habe das neue HLF bereits 378 ehrenamtliche Arbeitsstunden in Anspruch genommen. Im Dezember ist das neue HLF 20/20 EU-weit ausgeschrieben worden. Das ist notwendig, da die Ausschreibung die Grenze von 221.000 Euro übersteigt. Die Ausschreibung endet am 16. Februar 2018.
Gute Erfahrungen hat Bissendorf mit den neuen digitalen Meldeempfängern mit Rückmeldefunktion gemacht. Die Kameraden können bei einer Alarmierung quittieren, ob sie zum Einsatz kommen können oder nicht beziehungsweise sie schalten den Empfänger erst gar nicht ein. Der Ortsbrandmeister beziehungsweise Einsatzleiter kann so sehr schnell einschätzen, ob er nachalarmieren muss oder nicht.
Sehr gut kam bei den Feuerwehrkameraden ein Dankesschreiben der Eltern der Betroffenen des Dachstuhlbrandes vom 2. Dezember in Bissendorf-Wietze an. Ohne Namen zu nennen verlas Renders das Schreiben, bei dem sich die Verfasser für die professionelle Abarbeitung des Einsatzes, aber auch für die sehr gute persönliche Betreuung der Betroffenen bedankten. „Das ist absolut nicht selbstverständlich, dass uns so ein persönliches und emotionales Dankeschön erreicht“, betonte Christian Renders.
Übungsobjekte gesucht
Hartmut Bauer als Leiter der Atemschutzgruppe appellierte an die Bevölkerung der Feuerwehr, auch in diesem Jahr leerstehende Häuser oder andere Objekte zu Übungszwecken zur Verfügung zu stellen. Dies sei für die Feuerwehr und insgesamt für die Atemschutzgeräteträger von großer Wichtigkeit, auf diese Weise realitätsnah üben zu können und ergänze die jährliche Heißausbildung in einem speziellen Container in Elze optimal. Weitere Kurzberichte kamen von Jugendwart Andreas Morcinek, Horst Keese für den Fanfarenzug, Heinz Keese für die Alterskameraden und Rainer Krinke in Vertretung für den Löschgruppenführer Scherenbostel, Jan Cohrs.
Der von Ehrenbrandmeister Heinz Keese gestiftete Wanderpokal für die erfolgreichste Gruppe 2017 ging diesmal an die Gruppe Atemschutz. Den zweiten Bissendorfer Wanderpokal für den Feuerwehrmann des Jahres erhielt Jan-Thorsten Blanke für seine hohe Motivation und sein besonderes Engagement.
Neu in die aktive Wehr aufgenommen wurden Nils Kleinke und Jan-Niklas Cordes, beide aus Bissendorf. Aus der Jugendfeuerwehr in die aktive Wehr übernommen wurden Hagen Pannock, Marius Pardey und Yannick Thelow. Befördert wurden Maximilian Hartmann zum Feuerwehrmann, Lisa Schütte zur Oberfeuerwehrfrau, Nathalie Marth zur Hauptfeuerwehrfrau, René Herrmann zum Hauptfeuerwehrmann, Caren Peters zur Oberlöschmeisterin und Hartmut Bauer zum Hauptlöschmeister. Für langjährige Mitgliedschaft wurden Achim Klipphahn (25 Jahre aktiv), Markus Gerlich (40 Jahre aktiv) sowie Richard Pardey und Cord Knibbe (60 Jahre) geehrt.
Gäste sagen Dankeschön
Unter dem Punkt Grußworte der Gäste bedankte sich der stellvertretende Brandabschnittsleiter Volker Kluth für den Einsatz der Bissendorfer Kameraden und betonte auch die Aktivität der Bissendorfer in der Feuerwehrbereitschaft. Kluth berichtete von 6.756 Einsätzen 2017 in der Region Hannover, von einer sehr harmonischen Übung in Clausthal-Zellerfeld und dem Hochwassereinsatz in Hildesheim. Er stellte die Verabschiedung des neuen Brandschutzgesetzes und die Einführung digitaler Endgeräte für 2018 in Aussicht. Die Grußworte für die Gemeinde sprach Kämmerer Joachim Rose. Er berichtete unter anderem von den geplanten Neuanschaffungen im Fahrzeugbereich und bei den Feuerwehrhäusern (das ECHO berichtete mehrfach). Seinem Dank an die Feuerwehr für ihre stete Einsatzbereitschaft und Unermüdlichkeit bei den Diensten schlossen sich Bissendorfs Ortsbürgermeisterin Susanne Brakelmann, der stellvertretende Ortsbürgermeister von Bissendorf-Wietze, Ronald Fischer, und der Ortsbürgermeister von Scherenbostel, Jürgen Engelhardt, an. Pastorin Wiebke Lonkwitz berichtete, dass die Notfallseelsorge jetzt wieder zuverlässig funktioniere und der stellvertretende Gemeindebrandmeister Jens Kahlmeyer gab einen kurzen Abriss über Aktivitäten in 2017 und geplante Neuerungen im Gemeindebereich.
Im Zusammenhang mit der Heißausbildung für Atemschutzgeräteträger in Elze betonte Kahlmeyer: „Hunderprozentige Sicherheit gibt es nicht, aber man kann sich gut vorbereiten!“ Abschließend merkte Holger Bauer unter dem Punkt Verschiedenes an, dass er kein Verständnis für die Verschiebung der Einsetzung eines hauptamtlichen Gerätewartes habe. Jens Kahlmeyer verwies bei diesem Punkt an Politik und Verwaltung. Gemeindekämmerer Joachim Rose erklärte daraufhin lediglich ohne weitere Begründung: „Ist im Moment nicht im Haushaltsplan vorgesehen.“