Neue pflegeleichte Bestattungsform in Bissendorf

Gärtnermeister Hans-Jürgen Klipphahn (Zweiter von rechts) erklärt Pastorin Wibke Lonkwitz (von links), Kirchenvorsteherin Elisabeth Wöbse, Pascal Bade vom Kirchenkreisamt und Steinmetz Jörg Rumpf die Anlage des Rhododendron-Gartens. Foto: A. Wiese
 
So sieht die Mustergrabstelle unter dem Ruhebaum – einer Sternmagnolie aus.

Kirchengemeinde bietet ab September Beisetzungen im Rhododendron-Garten an

Bissendorf (awi). Der Trend geht zur pflegeleichten Bestattung. Man will den Kindern oder anderen Angehörigen nach dem eigenen Tod möglichst wenig Arbeit machen, am besten gar keine – wobei das Gespräch mit den Betroffenen, ob die das auch so sehen, leider manchmal auf der Strecke bleibt. Aber das ist eine andere Geschichte. Der Kirchenvorstand in Bissendorf hat sich Gedanken gemacht, wie man diesem Trend begegnen und die Nachfrage auf dem kirchlichen Friedhof der St.-Michaelis-Gemeinde befriedigen und die neuen Grabstätten zugleich gut integrieren kann. Gärtnermeister Hans-Jürgen Klipphahn, der wie früher sein Vater den Friedhof in Bissendorf wie die berühmte eigene Westentasche kennt und seit vielen Jahrzehnten pflegt, hatte die Idee: „Wir legen einen naturnahen Rhododendrongarten an!" Der Friedhof der St.-Michaelis-Kirchengemeinde liegt inmitten des Dorfes. Das Bild des Friedhofs wird durch einen imposanten Baumbestand geprägt, insbesondere durch große Scheinzypressen und vielerlei Rhododendron-Arten. So lag es nahe, im Bereich der Friedhofskapelle eine lange brachliegende Fläche zu einem naturnahen Rhododendron-Garten umzugestalten. In diesem Garten werden ab September diesen Jahres 14 Erdbestattungen und zehn mal zwei Urnengräber sowie zehn Einzelurnengräber möglich sein. Des Weiteren sind Urnenbestattungen unter einem Ruhebaum – einer Sternmagnolie – möglich. Hier wurde eine Mustergrabstelle erstellt und mit Einfassung und Stelen versehen. Im Rhododendron-Garten sind auch bereits Stelen und Gedenksteine durch die Firma Rumpf gestaltet worden, die durch Bronzeplatten individuell nach den Wünschen der Angehörigen gefertigt werden können und auf die Gedenksteine oder die Stelen aufgebracht werden können. Auch ein Muster einer solchen Bronzeplatte ist in einem Bereich des Friedhofs zu besichtigen, erklärte Steinmetz Jörg Rumpf. Bei beiden neuen Bestattungsformen wird nach einer Beisetzung die Anlage von der Friedhofsgärtnerei Klipphahn wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt und gepflegt. Ruhebänke laden die Besucher der Grabstellen zum Verweilen und Besinnen ein.
Bei den neuen Bestattungsformen handelt es sich um Wahlgräber, die nur für diejenigen in Frage kommen, die in den Ortschaften wohnen, die zum Einzugsbereich der Kirchengemeinde Bissendorf wohnen, die keinen eigenen Friedhof haben, erläuterten bei einem Pressetermin am Dienstag Elisabeth Wöbse vom Kirchenvorstand, Pastorin Wibke Lonkwitz und Pascal Bade vom Kirchenkreisamt. Hier kann auch für den Partner das Nachbargrab erworben und die Grabstelle nach Ablauf von 25 Jahren verlängert werden. Dies ist nämlich zum Beispiel bei den pflegeleichten Rasengräbern nicht der Fall. Die Rasengräber werden der Reihe nach belegt, somit sind Partnergräber dort nicht möglich. Das habe ihn schon lange gestört, so Hans-Jürgen Klipphahn, und dazu animiert, den Rhododendron-Garten so zu gestalten, dass die Parnter, auch wenn sie mit zeitlichem Abstand sterben, nebeneinander ihre letzte Ruhestätte finden. Am 17. September, dem Tag des Friedhofs, soll mit einem Gottesdienst in der Friedhofskapelle der Garten seiner Bestimmung übergeben werden, kündigte Elisabeth Wöbse vom Kirchenvorstand St. Michaelis an. Und auch, dass die Planungen für die Neugestaltung des Friedhofes noch nicht abgeschlossen sind: „Wir haben noch viele Ideen und Pläne, wie zum Beispiel ein Wasserspiel oder eine Illumination", verrieten Wöbse und Klipphahn beim Ortstermin am Dienstagnachmittag.