Neues Auto für Marklendorfer Wehr

Symbolische Schlüsselübergabe von Samtgemeindebürgermeister Björn Gehrs (Mitte) an Marklendorfs Ortsbrandmeister Stefan Meyer (Dritter von rechts). Zur Fahrzeugübergabe nach Marklendorf gekommen war auch eine Delegation der Feuerwehr Mellendorf mit Ortsbrandmeister Cord Hanebuth (rechts). Beide Wehren sind befreundet, üben mindestens einmal im Jahr gemeinsam und die Wedemark hatte nach dem Unglück Hilfe angeboten. Foto: A. Wiese

Feuerwehr Marklendorf bedankt sich für Hilfsangebot aus der Wedemark

Marklendorf (awi). „Brennt Feuerwehrhaus in Marklendorf“ konnte viele Kameraden der eingesetzten Wehren aus der Samtgemeinde Schwarmstedt am Abend des 14. Oktober 2017 auf ihrem DME lesen. Am Gerätehaus bestätigte sich die Anfangsmeldung zum Glück nicht, jedoch hatte sich das mehr als 20 Jahre alte TSF selbstständig gemacht und die Einsatzstelle selber anfahren wollte, Stichwort „Autonomes Fahren“, scherzte Ortsbrandmeister Stefan Meyer am Sonntag bei der offiziellen Übergabe des neuen Fahrzeuges für die Feuerwehr Marklendorf, die seit Anfang Mai ein TSFW mit 800 Liter Löschwasser an Bord im Gerätehaus stehen hat. „Alle, die an dem Einsatz im Oktober beteiligt waren können eigentlich heute noch nicht so recht glauben, was da an dem Abend vor sich gegangen ist“, ließ der Ortsbrandmeister diesen denkwürdigen Einsatz Revue passieren: „Unser TSF hatte sich durch einen technischen Defekt selbst in der Fahrzeughalle entzündet, durchbrach das geschlossene Hallentor, fuhr über den Vorplatz, kam an der Laterne zum stehen und brannte im vorderen Bereich vollständig aus. Für uns alle ein kurzer Schock-Moment. Jedoch Trübsal blasen kam für uns nicht in frage. Wir retteten an Gerätschaften was ging und leiteten die ersten Löschmaßnahmen ein. Die Kameraden aus Buchholz und Schwarmstedt unterstützen uns dann später bei allen Weiterem. Auch beim wiederholten Mal des Erzählens kann ich heute noch immer nicht glauben, was an diesem Abend geschehen ist“, so Meyer vor zahlreichen Gästen am Sonntag im Feuerwehrhaus in Marklendorf. Das Wichtigs-te sei jedoch, dass niemand zu Schaden gekommen und das Dorfgemeinschftashaus nicht in Mitleidenschaft gezogen worden sei, denn am nächsten Tag waren Wahlen.
Ganz herzlich bedankten sich Meyer und später auch Samtgemeindebrandmeister Detlef Röhm bei der Feuerwehr Mellendorf, die mit einer Delegation um Ortsbrandmeister Cord Hanebuth nach Mellendorf gekommen war, für die spontanen Hilfsangebote aus Mellendorf und der Wedemark. Die Gemeinde habe ohne zu zögern, sofort ein gerade ausgemustertes Feuerwehrfahrzeug als Ersatzfahrzeug angeboten, da zeige sich der Zusammenhalt der Familie Feuerwehr, so Röhm. Angenommen hat die Samtgemeinde Schwarmstedt das Angebot aus der Wedemark aber nicht, sondern das alte TSF der Feuerwehr Norddrebber rekrutiert, das mittlerweile schon bei einigen Wehren als Übergangsfahrzeug im Einsatz war. Und es hat seinen Dienst in den letzten knapp acht Monaten zuverlässig geleistet, denn länger hat es nicht gedauert vom Zeitpunkt des Brandes im Oktober bis zur Übergabe des neuen Fahrzeuges an die Marklendorfer Wehr. Möglich war das nur, weil Samtgemeinde, Gemeinde und Feuerwehr-Vertreter Hand in Hand gearbeitet haben und weil ihnen ein Vorführfahrzeug angeboten wurde, das zum einen schnell zu haben war und zum anderen finanziell erschwinglich.
Aus allen möglichen Töpfen wurde Geld locker gemacht und jetzt haben die Marklendorfer auf diese Weise sogar ein Fahrzeug mit Wassertank, was sie sich schon immer gewünscht haben. Dass Stefan Meyer seinen Wunsch nach einem neuen Fahrzeug, den er bei seiner Wahl von eineinhalb Jahren geäußert hatte, so schnell erfüllt bekam, hätte er allerdings nicht gedacht. Da das alte Fahrzeug vor 20 Jahren im Zusammenhang mit dem Amtsantritt eines neuen Ortsbrandmeisters übergeben worden war, hatte Meyer spaßeshalber damit spekuliert, doch Samtgemeindebürgermeister Björn Gehrs hatte ihm diesen Zahn schnell gezogen. Doch da Gottes Wege bekanntlich wundersam sind, steht jetzt ein gutes Jahr nach Meyers Wahl doch ein nagelneues Fahrzeug im Marklendorfer Gerätehaus und passt dort glücklicherweise auch hinein, was nicht selbstverständlich ist. Gehrs freute sich übrigens, dass es am Ende doch noch Geld für die Straßenlaterne von der Versicherung gegeben hatte, an der das brennende Fahrzeug zum Stehen gekommen war. Die Versicherung habe sich mit Eigenschaden herausreden wollen, doch da die Laterne nicht der Samtgemeinde, sondern der Gemeinde Buchholz gehörte, kam sie damit nicht durch.
Nach vielen Gratulationen, der musikalischen Begleitung durch die Esseler Musikanten und schließlich der symbolischen Schlüsselübergabe von Björn Gehrs an Stefan Meyer, gingen die Marklendorfer Feuerwehrleute und ihre Gäste – es waren auch zahlreiche Dorfbewohner gekommen – dann zum gemütlichen Teil mit Essen und Getränken über. Der spektakuläre Vorfall vom 14. Oktober 2017 wird aber wohl noch viele Jahre weit über Feuerwehrkreise hinaus die Runde machen und Marklendorf bundes- und sogar europaweit in die Schlagzeilen gebracht.