Neues Ortsratsmitglied für Scherenbostel verpflichtet

Der stellvertretende SPD-Abteilungsvorsitzende Gero Pitschmann (l.) bedankte sich bei Thomas Vossler mit einem Blumenstrauß. Foto: A. Wiese
 
Ortsbürgermeister Gerd Dolle (CDU) las dem neuen Ortsratsmitglied Wolfgang Bertling (SPD) seine Verpflichtungserklärung vor. Foto: A. Wiese

Bertling (SPD) rückt für Voßler nach – Unmut bei Zuschauern über Art der Verabschiedung

Scherenbostel (awi). Thomas Voßler, seit sieben Jahren SPD-Ortsratsmitglied im Ortsrat Scherenbostel-Wiechendorf-Schlage-Ickhorst hat aus gesundheitlichen Gründen auf sein Mandat verzichtet. In der jüngsten Sitzung des Gremiums am Montagabend im Scherenbosteler Schützenhaus standen die offizielle Zurkenntnisnahme durch den Ortsrat sowie die Verpflichtung seines Nachrückers Wolfgang Bertling auf der Tagesordnung. Weil Ortsbürgermeister Gerd Dolle (CDU) nach dem Tagesordnungspunkt „Sitzverlust eines Ortsratsmitgliedes“ übergangslos zum nächsten Punkt Neuverpflichtung übergehen wollte, gab es jedoch deutliche Unmutbekundungen aus dem Publikum. Ob er den SPD-Mann nicht gebührend verabschieden wolle, wurde er empört von seinem Vorgänger im Amt, Jürgen Kowahl, aus dem Publikum heraus gefragt. Schließlich müsse dieser den Ortsratstisch nach seiner Entpflichtung jetzt verlassen. Dolle unterbrach zwar daraufhin und bedankte sich bei Thomas Voßler für sein langjähriges Engagement in eineinhalb Ortsratsperioden, musste aber einräumen, den dazugehörigen Blumenstrauß zu Hause vergessen zu haben und konnte sich daher nur auf einen warmen Händedruck beschränken. Vossler habe sich lange und intensiv um die Belange des Ortes gekümmert, so Dolle. Den Blumenstrauß bekam Voßler dann vom stellvertretenden SPD-Abteilungsvorsitzenden Gero Pitschmann. Er dankte seinem Parteigenossen ebenso für sein ehrenamtliches Engagement wie Ex-Ortsbürgermeister Jürgen Kowahl für fünf Jahre gute Zusammenarbeit. Für ihn sei es eine Freude und eine Ehre gewesen, sieben Jahre im Ortsrat Scherenbostel arbeiten zu dürfen, so Thomas Voßler selbst. Er habe dabei viel über die politische Arbeit eines Ortsrates gelernt und mitbekommen, dass hier politische Inhalte eine untergeordnete Bedeutung einnähmen. Entscheidend sei die konstruktive Zusammenarbeit für die Belange des Ortes über Parteigrenzen hinweg. Sieben Jahre lang hätten er und seine Ortsratskollegen im Ortsrat Scherenbostel unabhängig von Mehrheiten zusammen eine gute Arbeit gemacht. Der Ortsrat sei der Vermittler zwischen Verwaltung und Bürger und damit Ansprechpartner für alle Bürger des Dorfes, ganz gleich welcher parteilichen Gesinnung, betonte Voßler.Sein Nachfolger Wolfgang Bertling ist ein alter Hase in der Kommunalpolitik. Insgesamt 20 Jahre lang hat er bereits von 1976 an im Orts- und Gemeinderat mitgearbeitet. Eigentlich habe er nicht mehr aktiv werden, sondern bei der letzten Kommunalwahl nur die Liste auffüllen wollen, erklärte Bertling, doch jetzt, wo er gebraucht werde, werde er selbstverständlich dem Ruf folgen und sich voll für die drei Orte Scheren-
bostel, Wiechendorf und Schlage-Ickhorst einbringen. Ortsbürgermeister Gerd Dolle gab seiner Hoffnung auf eine gute Zusammenarbeit Ausdruck. Schließlich habe dies bereits früher zum Wohl von Schule und Sportverein gut geklappt. An regulären Punkten beschloss der Ortsrat lediglich eine Änderung der Straßenreinigungssatzung bezüglich einer privaten Stichstraße und beschäftigte sich ansonsten mit Bekanntmachungen und Anfragen. So wurde aus der Bevölkerung angemahnt, endlich das Wartehäuschen an der Bushaltestelle am Fuhrenkamp in Scherenbostel aufzustellen, da die Kinder dort morgens im Regen stünden. Ortsratsmitglied Jürgen Peter gab zu bedenken, dass die Sicherheit an der verlegten Bushaltestelle in Wiechendorf aus seiner Sicht nicht gewährleistet sei. Jürgen Kowahl fragte nach, wer die Genehmigung für den zweiten Kleidercontainer in Scherenbostel erteilt habe, was ihm allerdings aus Ortsrat und Verwaltung nicht beantwortet werden konnte. Darüberhinaus wurde angeregt, die Aufschrift „30“ auf dem Fuhrenkamp zu erneuern und dort zudem Geschwindigkeitsmessungen vorzunehmen, da Tempo 30 dort ganz offensichtlich nicht eingehalten werde. Ortsbürger-
meister Gerd Dolle gab bekannt, dass die alte Schule in Scherenbostel voraussichtlich nach den Weihnachtsferien wieder dem Drei-Dörfer-Treff zur Verfügung stehen werde, da die Montessori-Schule dann ihren Neubau in Bissendorf-Wietze beziehen könne, mit dem es gut vorangehe. Das Programm für den Drei-Dörfer-Treff werde in Kürze verteilt.