„Nicht immer gleich Ängste schüren“

June Union zur Hähnchenstallproblematik

Schwarmstedt. Auch die Jungen Union hat über das aktuelle Thema, den Bau einer
Geflügelschlachtanlage in Wietze diskutiert. Die Jungpolitiker sind enttäuscht, dass sich die hitzige Diskussion immer mehr von sachlichen Argumenten entfernt und eine Vermischung mit „Totschlagargumenten“ und Emotionen stattfindet.
Alle Beteiligten sollten sich, anstatt über Pressemitteilungen Ängste zu schüren, lieber zusammen an einen Tisch setzen und nach Lösungen suchen. Niedersachsen ist Deutschlands Agrarland Nr. Eins, und das soll es auch bleiben. Die Arbeitslosigkeit ist dort besonders niedrig, wo die Landwirtschaft am stärksten ist, so zeigen es Vechta, Cloppenburg und Osnabrück. 250 Arbeitsplätze geben 250 Familien Brot und Lohn, gerade in Krisenzeiten ist dies sehr wichtig. Auch die dann entstehende Dynamik ist nicht zu unterschätzen. Der Bau von Hähnchenstellen hat eine Wertschöpfung für die Mittelständigen Unternehmen der Region, denn gerade die Landwirte geben nicht irgendwelchen Europäischen Unternehmen die Bauaufträge, sondern den Handwerksbetrieben vor Ort. Auch der Glaube, dass „morgen“ 150 Mastställe um die Schlachtanlage herumstünden und damit die „Vernichtung“ des Aller -Leine Tals bevorsteht, wie es manche behaupten, ist ein Irrglaube. Viele landwirtschaftliche Unternehmen stehen bei den jetzigen katastrophalen Erzeugerpreisen mit dem Rücken zur Wand und haben kaum die Kraft, solche hohen Investitionen kurzfristig zu tätigen. Trotzdem oder gerade deshalb muß man der Landwirtschaft die Chance lassen, nach Einkommensalternativen zu suchen, wenn man die Landwirtschaft in Deutschland noch wettbewerbsfähig halten will. Die Junge Union fordert aber auch die zuständigen politischen Entscheidungsträger auf, die Firma Emsland Frischgeflügel in die Pflicht zu nehmen. So muss alles, auch wenn sich dadurch Mehrkosten ergeben, getan werden, um die Belastung der Bürger möglichst gering zu halten. Ebenfalls sollte die Firma verpflichtet werden, keine ausländischen Schlachtkolonnen einzusetzen, sondern langfristig festangestellte Arbeitnehmer aus der Region. Die Aufgabe der Agrarwirtschaft sollte es auch in Zukunft sein, die Bevölkerung effizient mit sicheren qualitativ hochwertigen und gesunden Lebensmitteln aus der Region zu versorgen
Dieses Ziel erfordert dem verantwortungsvollen Umgang der Landwirte mit der Natur und Tieren, aber auch die Bereitschaft der Bevölkerung, ihren Teil dazu beizutragen, d. h. sich sachlich zu informieren und nach für beide Seiten akzeptablen Lösungen zu suchen.
Besonders kritisiert die JU die Wortwahl verschiedener Leserbriefe und Sprecher, die immer wieder von „Vernichtungsstätten“ für Geflügel sprechen. Dieses Wort ist in der Geschichte unseres Landes mit ganz anderem in Verbindung zu bringen – bestimmt nicht mit der Landwirtschaft ! Das gehört sich nicht!, so der Stellv. Kreisvorsitzende Henrik Rump. Betreiber, Landwirte, Politik und Bürger müssen sich bewegen! Es muss ein für alle Erträglicher Weg gefunden werden. Die Presse und Öffentlichkeitsarbeit von Betreibern, Landwirten, Bürgern und den Politischen Entscheidungsträgern aller Parteien muss sachlich und ohne Polemik informieren, so die Forderung der Jungen Union.