Noch ein paar Anmerkungen zum Friedhof

Das Bild stammt von Käte Dedecke Bissendorf und dürfte um 1900 aufgenommen sein.

Ortshistoriker Dr. Hellmuth Hahn ergänzt Bericht

Bissendorf (awi). Historiker unter sich: Bissendorfs Heimatforscher und Ortshistoriker Dr. Hellmuth Hahn hat zum Bericht über den historischen Bissendorfer Friedhof (siehe ECHO vom 27. Oktober) noch einige Anmerkungen:
„Der Kirchhof, später Friedhof genannt und am andern Ort gelegen, wurde 1827 wegen Überbelegung aufgelassen, da der Bevölkerungszuwachs in dem großen Kirchspiel mit 13 Ortschaften die Kirche dazu nötigte. Der neue Friedhof wurde zunächst an seiner heute liegenden Westgrenze angelegt und später bis zur Straße am Kummerberg erweitert. Nach dem letzten Krieg fand eine weitere Vergrößerung des Geländes nach Norden zu statt. Der besagte Friedhof am Hellenfeld wird also bald 200 Jahre alt.
Die Inschrift am Torfeiler von 1910 weist auf den Bau der Friedhofsmauer hin. Die Kapelle einst ohne Anbauten wurde 1884 errichtet.
Der Grabstein von Mandelsloh, richtig beschrieben, weist auf eine alte niedersächsische Familie hin, die erst seit 1806 in Bissendorf und sehr bald später in Wennebostel Nr. 17 auf dem Tönnieshof gewohnt hat.
Die Wennebosteler kennen den Hof noch als Kreisaltersheim, heute Familie Kienast. Die von Mandelsloh stammen aus Dündorf bei Wunstorf und hatten bis 1840 den großen Bissendorfer Zehnt inne. Nachdem beide Söhne im ersten Weltkrieg gefallen waren, hat die Familie den Hof und das Haus in Wennebostel um 1920 an einen Fritz von Fischer (den Rittmeister, wie er genannt wurde) verkauft.
Seite 141 des Abschnitts Kirche in Bissendorf Amt, Kirche und Schule Band VI.
2003 Hellmuth Hahn/Friedel Lüddecke im Selbstverlag. Verbesserte elektronische Auflage der Chronik von Bissendorf.
Zu Nr. 3 (ein Grabstein ihrer jüngeren Schwester) findet sich ein eigener klei­ner Grabstein mit der Abbildung ei­nes kleinen Mädchens im langen Gewand mit einer Rose in den Hän­den, das von einem Engel (l) zu seiner Linken geführt wird. Die Grabsteininschrift, die 1972 noch vorhanden war, ist verlo­ren gegangen. (Pastor Sperber aber hat die Inschrift festgehalten und uns schriftlich hinterlassen) Das Grabstein-fragment ist jetzt an der Vorderseite der Fried­hofskapelle angebracht worden. Die Spitze dieses Steines liegt als Einzel­stück an der Nordwand des Kirchen­schiffes auf dem Boden. Pastor Volkmar Biesalski hat das Bruchstück 2010 in einem Denkmal aus Metall auf dem alten Kirchhof wieder darstellen lassen.
Auf dem Medaillon stand: AO 1663 DEN 21. NOVEMBRIS IST MARLENE BESSEN
AUF DIESE WELT GEBOREN. AO 1666 DEN 4. AUGUST IN GOTT SEHLIG ENTSCHLAFFEN IHRES ALTERS 3 JAHR.
Der Stein gehörte einst zu der Grabstelle des Wessenhofes in Wiechendorf Nr. 8, einer Köthnerstelle mit Schankge­rechtigkeit u. Braurecht.1995 heißt der Hof >>Wiechenhof