Nordhannoversche Moorroute eröffnet

Zur Eröffnung der Moorroute erhalten die Teilnehmer der Fahrradtour eine Einweisung am südlichen Beobachtungsturm des Bissendorfer Moores. Foto: B. Stache
 
Martin Schönhoff (von links), Jochen Pardey, Jürgen Buchholz, Professor Dr. Axel Priebs, Sonja Beuning, Helge Zychlinski und Bilge Tutkunkardes sind zur offiziellen Eröffnung der Moorroute im Mooriz Resse zusammengekommen. Foto: B. Stache

Neuer Themenradweg führt auf über 100 Kilometern von Moor zu Moor

Resse (st). Lange Zeit galten Moore als lebensfeindliche und geheimnisvolle Orte, geprägt durch mühsames Torfstechen und allerlei Mythen. Geheimnisvoll wirken sie heute noch immer, hinzugekommen ist das Wissen um die ökologische Bedeutung der Moore. Um den besonderen Wert dieser einzigartigen Naturräume landschaftlich erlebbar zu machen, hat die Region Hannover die Nordhannoversche Moorroute entwickelt. Der neue Themenradweg führt auf über 100 Kilometern „Von Moor zu Moor“ und verbindet damit insgesamt sieben verschiedene Moorgebiete im Norden Hannovers in vier Etappen: von Altwarmbüchen nach Bissendorf (zirka 30 km), Von Bissendorf nach Neustadt a.Rbge. (zirka 30 km), von Neustadt a. Rbge. durchs Tote Moor (zirka 20 km) sowie Rund ums Steinhuder Meer (zirka 45 km). Ein Faltplan mit den vier eingezeichneten Routen, dazugehörigen Beschreibungen und vielen Tipps liegt unter anderem im Moorinformationszentrum (Mooriz) in Resse aus. Zur offiziellen Eröffnung der Moorroute am Mittwochvormittag im Mooriz begrüßten Professor Dr. Axel Priebs, Umweltdezernent der Region Hannover, Jochen Pardey, Vorsitzender des Vereins Bürger für Resse, sowie Bilge Tutkunkardes, Leiterin des Teams Regionale Naherholung der Region Hannover, die zahlreichen Gäste, darunter Bürgermeister Helge Zychlinski. Umweltdezernent Priebs erinnerte in seiner Ansprache an die vierjährige Erfolgsgeschichte des Mooriz. Er betonte die Einzigartigkeit der Nordhannoverschen Moore. „Wir haben hier unweit des Großstadtrandes einen Naturschatz. Mit dem neuen Radweg tragen wir dazu bei, diesen einer breiten Öffentlichkeit bewusst zu machen.“ Die Ausschilderung der Moorroute sei weitgehend abgeschlossen, hieß es. Die Region Hannover zeige mit dem neuen Radweg ihre Attraktivität und vielfältigen Landschaftsräume die es wert seien, entdeckt zu werden. „Wir wollen damit auch zeigen, dass Fahrradfahren attraktiv, gesund und umweltfreundlich ist“, machte Professor Priebs deutlich. Bürgermeister Zychlinski verwies auf die besondere Bedeutung dieses „tollen und spannenden Projektes“, von dem auch die Gemeinde Wedemark profitiere. „Das ist ein wichtiger Beitrag, um in der Bevölkerung die Akzeptanz für Umwelt und Naturschutzbelange zu schärfen“, so Zychlinski. Die Nutzer der neuen Moorroute bewirken auch einen wirtschaftlichen Effekt, unter anderem für Gasthäuser, die am Wegesrand liegen, ist sich der Wedemärker Bürgermeister sicher. Einen großen Dank richtete Zychlinski an Jochen Pardey und alle Mitglieder des Vereins Bürger für Resse (BfR). Ihnen und ihrem ehrenamtlichen Engagement sei es zu verdanken, dass die Region Hannover beispielsweise mit dem Mooriz ihren Focus auf diesen Ort gelegt habe und Resse heute eine Zukunft hat. Jochen Pardey unterstrich in seiner Rede die Bedeutung der Moore, die es zu bewahren gelte. Dieser Aufgabe habe sich der Verein BfR angenommen. Teamleiterin Bilge Tutkunkardes lieferte noch einige Aspekte zum neuen Radweg. „Leitender Gedanke bei der Entwicklung der Moorroute war, dass wir hiermit nicht nur einen neuen Themenradweg einrichten, sondern auch einen Beitrag zur Umweltbildung leisten wollten. Es handelt sich bei dem Thema Moore nun mal um sehr sensible und schützenswerte Landschaften, in die wir aber Einblicke gewähren und über die wir informieren möchten.“ Ziel sei es gewesen, einen naturnahen Themenradweg einzurichten, der so dicht wie möglich an die Moore heranführt, aber dennoch Flora und Fauna respektiert und berücksichtigt. „Das bedeutet für die Nordhannoversche Moorroute, dass wir hin und wieder auch schlechte Wegstrecken akzeptieren wollten, die einen auf kurzen Distanzen auch mal zum langsamen Fahren oder auch zum Absteigen zwingen“, führte Bilge Tutkunkardes aus. Alle Informationen über den neuen Themenradweg „VON MOOR ZU MOOR“ finden sich im Internet unter www.hannover.de bei Eingabe der Suchfunktion „Moorroute“. Im Anschluss an ein gemeinsames „Moorfrühstück“ nutzten 41 Gäste der Eröffnungsveranstaltung die Gelegenheit zu einer kleinen Radtour auf der Themenroute. Die STEP, eine Tochtergesellschaft des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Niedersachsen, hatte die Fahrräder zur Verfügung gestellt. Die etwa sechs Kilometer lange Fahrt führte zum südlichen Beobachtungsturm des Bissendorfer Moores. Auf dem Weg dorthin konnten sich die Besucher einen Eindruck von den neuen Infotafeln verschaffen. Mit Blick über die weite Moorlandschaft informierten Günter Wendland, Leiter des Teams Naturschutz Ost der Region Hannover, und Marcel Hollenbach über Arbeitseinsätze im Moor sowie Pflegemaßnahmen durch die Faunistische Arbeitsgemeinschaft Moore (FAM). Pünktlich holte ein Regio Bus die Gesellschaft am vereinbarten Treffpunkt südlich des Bissendorfer Moores zur Rückfahrt nach Resse ab. „Wir haben heute den Moorweg ´Von Moor zu Moor` bei einer sehr schönen Stimmung befahren. Ich glaube, dass alle einen guten Eindruck von der einzigartigen Landschaft gewonnen haben beim Blick ins Moor. Wir freuen uns, dass so viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei waren – auch diejenigen, die uns beim Entstehen der Moorroute unterstützt haben. Das war eine schöne Veranstaltung“, lautete das Fazit von Umweltdezernent Professor Dr. Axel Priebs.