„Null Bock“ ist ein richtiger Hingucker

Während Clemens Heidger (von links) sein Kunstobjekt „Null Bock“ mit Farbe ausschmückt, schauen Bernd Laudage, Uwe Aufrichtig, Holger Köhnk, Peter Neubert, Marvin Ahrens und Karim Saleh interessiert zu. Foto: B. Stache
 
Bernd Laudage stellt eine seiner Holzskulpturen in Szene, eine Stele. Foto: B. Stache

13. Skulpturentage locken zahlreiche Besucher nach Bissendorf-Wietze

Bissendorf-Wietze (st). „Die Skulpturentage habe ich vor zirka 15 Jahren hier in Bissendorf-Wietze ins Leben gerufen“, erinnerte sich Bernd Laudage und brachte eine seiner Holzskulpturen in Position. Sie gehört zu den zahlreichen Kunstobjekten aus Holz, die der 1961 in Bochum geborene Künstler am Sonntag gemeinsam mit sechs Freunden in seinem Garten in Bissendorf-Wietze, Burgwedeler Straße 50, zur Ansicht und teilweise zum Verkauf ausstellte. Bernd Laudage, der seit 1983 in der Wedemark wohnt, hatte vergangene Woche zu den 13. Wedemärker Skulpturentagen sechs befreundete Künstler eingeladen und mit ihnen drei Tage lang an urwüchsigen Baumstämmen gearbeitet und daraus die unterschiedlichsten Skulpturen geschaffen. „Es ist schön, mit Gleichgesinnten zusammenzuarbeiten. Das motiviert und macht Spaß.“, begründete Bernd Laudage seine Motivation. „Das Material bringt jeder selbst mit und dann arbeiten wir gemeinsam in meinem Garten“, fügte er hinzu. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen: aktuelle und weitere Werke der sieben Künstler präsentierten sich am Sonntag in der Ausstellung im Skulpturengarten von Bernd Laudage den zahlreichen Besuchern. Unter ihnen Christa und Hans-Lothar Bredemeier aus Burgwedel, die sich interessiert umsahen. „Wir haben einen alten Kirschbaumstamm, der geschnitzt werden soll. Hier bietet sich die gute Gelegenheit, sich vom Fachmann beraten zu lassen und vielleicht auch ein Angebot einzuholen“, erklärte Hans-Lothar Bredemeier. Wenig später stand er im Gedankenaustausch mit Bernd Laudage. „Wir machen in Holz“, beschrieb Clemens Heidger kurz und prägnant das gemeinsame Schaffen der sieben Künstler während der Skulpturentage. Der promovierte Sachverständige für Garten- und Landschaftsbau aus Hannover widmet sich seit 20 Jahren der Kettensägekunst zum Schnitzen von Holzskulpturen. „Wir schnitzen mit unterschiedlichen Techniken, aber alle mit der Motorkettensäge. Für die Feinarbeiten kommen unter anderem Stechbeitel, Schleifgeräte und Brandtechnik, das Flämmen zum Einsatz“, beschreibt der Künstler die vielseitigen Arbeiten am Holzstamm. Aber auch Pinsel und Farbe liegen zur Hand, um den hölzernen Kunstobjekten zusätzlich einen prägenden Ausdruck zu verleihen. Und so schmückte Clemens Heidger sein Objekt „Null Bock“ noch am Sonntag mit weißer und schwarzer Farbe aus. „Damit hebe ich die Strukturen deutlich hervor.“ Den Namen „Null Bock“ gab er seinem beinahe mannshohen Werk, weil der Hirschkäfer sich durch das Objekt gefressen hatte und ihm damit die besondere Form und Struktur verlieh. „Weil der Käfer sich inzwischen einen anderen Baum gesucht hat, kann ich an diesem Stück arbeiten. Bis zur Fertigstellung braucht es noch seine Zeit“, so Clemens Heidger. Nebenan zeigte der Celler Künstler Uwe Aufrichtig der Besucherin Kerstin Frankenstein aus der Wesermarsch eines seiner Lieblingswerke – wie alle seine Ausstellungsstücke aus über 1000 bis 1500 Jahre alter Mooreiche geschnitzt. Einigen seiner Kunstwerke gab er daher den Namen „Zeitzeuge“. Peter Neubert aus Butjardingen, der seit 1996 mit der Kettensäge wahre Kunstwerke schnitzt, präsentierte sich in Bissendorf-Wietze unter anderem mit seinen beiden Paradiesvögeln und einer anmutigen Tänzerin aus Zypressenholz. Als weitere Holzschnitz-Künstler nahmen Karim Saleh aus Hannover, Holger Köhnk aus Oegenbostel, Marvin Ahrens aus Bissendorf-Wietze an den 13. Wedemärker Skulpturentagen teil.