Nur noch wenig Zeit für Grabpflege

Die Vorsitzende des Bundes deutscher Friedhofsgärtner Birgit Ehlers-Ascherfeld (rechts) und Diplom Agraringenieurin Katrin Klawitter (links daneben) referierten auf Einladung von Ortsbürgermeister Jürgen Benk über Dauergrabpflege (Foto: N. Mandel)

Ortsrat Elze beschäftigt sich mit Bestattungskultur

Elze (nm). Nachdem Ortsbürgermeister Jürgen Benk unter anderem über die neuesten Entwicklungen rund um den geplanten Edeka-Markt in Elze berichtet hatte, stellte er am letzten Donnerstag auf der Ortsratssitzung in Elze ein Thema zur Debatte, mit dem sich die meisten Menschen nur ungern beschäftigen: Bestattungen. Mit der Vorsitzenden des Bundes deutscher Friedhofsgärtner Birgit Ehlers-Ascherfeld und der Diplom Agraringenieurin Katrin Klawitter hatte er zwei Fachfrauen eingeladen, die zu dem Thema referierten. Anstoß gegeben hatte dazu der ungepflegte Zustand einiger Bereiche des Elzer Friedhofes. Niemand möchte mehr in räumlicher Nähe dazu bestattet werden. „In Zeiten größtmöglicher Mobilität und kleiner werdender Familien muss auch an die Umgestaltung der Möglichkeiten bei Bestattung und Grabpflege gedacht werden“, bringt es Benk auf den Punkt. Häufig sei aufgrund von Wegzug eine adäquate Grabpflege schlicht nicht mehr möglich. Als Einzelperson einen Gärtner damit zu beauftragen sei neben den an die Gemeinde zu entrichtenden Gebühren nicht für jeden tragbar. Oder aber die Verstorbenen haben gar keine Angehörigen, die sich um die Pflege des Grabes kümmern könnten – auch das wird es in der Zukunft häufiger geben. Neue Formen der Bestattungskultur müssten daher überdacht werden.„Gemeinschaftsgrabanlagen sind hier eine Lösung“, referiert Ehlers-Ascherfeld. Sie stellt ein Modell vor, bei der für die Zeit der Ruhefrist eine Dauergrabpflege vereinbart wird. Die Kosten dafür werden treuhänderisch von der Organisation verwaltet, die verschiedenen für die Bestattung notwendigen Gewerke bestellt und bezahlt. So könne man sich schon zu Lebzeiten aussuchen, wie man für die Ewigkeit gebettet sein möchte. Soll es ein Ribbeck-Garten sein, in dem man – sogar an der Seite seines Partners - liegt, ein naturnaher oder ein modern gestalteter Garten? Auf jeden Fall soll es ein schöner Ort sein, an dem auch die Lebenden sich – nicht nur zum Gedenken – gerne aufhalten. Frei jedoch von den Pflichten der Grabpflege. Und das zu bezahlbaren Preisen.
Einen solchen Kooperationsvertrag könnte die Gemeinde mit der Treuhandstelle für Dauergrabpflege Niedersachen/Sachsen-Anhalt in Zukunft schließen. Zunächst könnte man einen räumlich begrenzten Bereich des Elzer Friedhofes als Testareal ausgucken und dort eine kleine gärtnerbetreute Grabanlage anlegen. Für die Umsetzung soll eine Arbeitsgruppe in Elze gegründet werden.