Obdachlosenunterkunft jetzt akzeptabel

Ortstermin von Ratsmitgliedern und Verwaltung an der sanierten Obdachlosenunterkunft am Eulenkamp in Berkhof.
 
Die Räume sind jetzt tiptop mit neuem Fußboden, neuem Anstrich und Zentralheizung.

Am Eulenkamp gibt es jetzt Zentralheizung, Bäder und Küchenzeilen

Berkhof (awi). Sehr zufrieden sind die Fachausschussmitglieder mit dem Ergebnis der Sanierung der Obdachlosenunterkunft am Eulenkamp in Berkhof. Das war das Ergebnis eines Ortstermins am Dienstagnachmittag mit der Ersten Gemeinderätin Susanne Schönemeier, Fachbereichsleiter Jürgen Auhagen und Susanne (?) Dombrowsky aus dem Bauamt. Dass die Sanierung zudem auch noch deutlich günstiger geworden ist als ursprünglich angesetzt, ist ein zusätzlicher Pluspunkt. Bisher wurden von den angesetzten 160.000 Euro erst 135.000 Euro ausgegeben, so Dombowsky. Es ist allerdings noch einiges zu machen. Rückblick: Bereits vor der letzten Kommunalwahl hatte der alte Rat Mittel für eine Heizungssanierung in der Obdachlosenunterkunft beschlossen. Passiert war jedoch nichts. Die Verwaltung hatte festgestellt, dass das Geld nicht ausreichend war, die Politik darüber jedoch auch nicht informiert und einfach nichts gemacht. Ein Artikel im ECHO brachte damals die nicht akzeptablen Zustände in der Obdachlosenunterkunft in Berkhof wieder ins Gespräch, die Politiker versprachen, sich zu kümmern und setzten dies in der großen Koalition in die Tat um, nachdem die Fachausschussmitglieder beim ersten Ortstermin heftig schlucken mussten angesichts Gemeinschaftsbad und -küche und schwarzer Wände auf Grund der Kohleöfen, die es  noch nicht einmal in jedem Zimmer gab. Jetzt hat jede "Wohnung", die teilweise aus einem Zimmer mit Schlafnische, teilweise aus zwei Zimmern besteht, ein eigenes Duschbad und eine Küchenzeile, die Wände sind frisch und weiß gestrichen und überall ist neuer Fußboden drin. Das Herzstück ist jedoch die neue Heizungsanlage, die jedes Zimmer mit Zentralheizung versorgt. Fachbereichsleiter Jürgen Auhagen möchte die ersten Bewohner – insgesamt können dort maximal acht bis zehn Leute untergebracht werden – so bald wie möglich einziehen lassen, damit das etwas abseits gelegene Gebäude nicht leersteht. Nicht alle der früheren Bewohner, die im September letzten Jahres in andere Unterkünfte umgesiedelt wurden, werden zurückkehren. So konnte Jürgen Auhagen für zwei Personen erreichen, dass sie in den Wohnungen, in denen sie zunächst übergangsweise untergebracht wurdne, dauerhaft bleiben können. Langfristig ist das für das gesamte Klientel das Ziel, aber nicht immer umsetzbar, erklärte die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier. Große Hoffnungen setzt die Verwaltung auf ihren Kollegen Robert Mionskowski, der künftig als Sozialarbeiter für die Obdachlosen zuständig ist. So etwas hat es zuvor in der Gemeinde Wedemark noch nicht gegeben. Die Politik hatte auch dies angeschoben. So soll Mionskowski unter anderem mit den Bewohnern der Unterkunft gemeinsam das Außengelände neu gestalten.
Am Eulenkamp in Berkhof werden ausschließlich Obdachlose, für die die Gemeinde die Unterbringungspflicht hat, einquartiert, zum Beispiel nach Zwangsräumungen, ausdrücklich keine Flüchtlinge, erklärte Fachbereichsleiter Auhagen am Dienstag den Ratsmitgliedern. Auch Familien mit Kindern werden grundsätzlich nicht in diese Unterkünfte eingewiesen, wie es sie in der Wedemark noch in Wennebostel-Wietze, Scherenbostel und Resse gebe. 25 Obdachlose fallen zurzeit in den Zuständigkeitsbereich der Gemeinde Wedemark. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten werden sie zu Mietzahlungen herangezogen, zum Beispiel über Hartz IV – und zwar in unterschiedlicher Höhe je nach Standard der Unterkünfte. Für den Eulenkamp in Berkhof werde die Miete jetzt angehoben, weil der Standard höher sei, kündigte Auhagen an. Dafür müsse vom Fachbereich II eine neue Kalkulation erstellt werden.