Olli musste die Treppe fegen

Als Baby verkleidet musste Oliver Schulz aus Lindwedel an seinem 30. Geburtstag die Mellendorfer Rathaustreppe fegen. Foto: A. Wiese

Stralsunder wurde von diesem Brauch überrascht

Mellendorf/Lindwedel (awi). Es ist schon schlimm genug für einen Junggesellen, wenn er weiß, was ihn als Unverheirateten an seinem 30. Geburtstag erwartet – egal, ob er eine feste Freundin hat oder nicht: Nämlich das Fegen der Rathaustreppe, bis ihn der Kuss einer Jungfrau erlöst. Noch schlimmer ist es jedoch, wenn man von diesem Brauch noch nie gehört hat. Man wird an seinem Geburtstag von den Freunden und der Familie der Freundin gepackt, als Baby verkleidet und „entführt“ und muss dann mindestens 15 Minuten lang die Treppe des neuen Rathauses in Mellendorf mittels einer Klobürste und eines Kaminbesens von Sand und Split befreien, während die Freunde johlend dabeistehen. So ist es Oliver Schulz aus Lindwedel ergangen. Der zugezogene Stralsunder hatte keine Ahnung, was ihm drohte, als er am Mittwoch 30 Jahre alt wurde. Und auch Freundin Michaela Hubbe aus Mellendorf kannte kein Erbarmen mit ihrem Liebsten. Das hatte dann aber irgendwann die kleine Mia Josefine. Sie gab dem armen „Baby Olli“ den ersehnten Kuss und befreite ihn damit von seinen Fegepflichten. Als das Geburtstagskind hörte, was ihn an seinem 40. Geburtstag erwartet, sollte er dann immer noch ledig sein, beschloss er, diesen Schritt in den nächsten zehn Jahren doch ernsthaft in Erwägung zu ziehen.