Ortsrat nimmt alle Einwürfe ernst

Bei der Abstimmung über die Änderungen zum Entwurf des Bebauungsplanes Nr. 01/06 „Vesbecker Weg/Auf dem Kiel“ und den daraus resultierenden Empfehlungen herrscht im Ortsrat Abbensen Einstimmigkeit. Foto: B. Stache
 
Ortsbürgermeister Peter Reuter bedankt sich bei Rebecca Schamber für ihr Engagement im Ortsrat Wedemark I mit Blumen. Foto: B. Stache

Änderungsvorschläge zum Bebauungsplan in Abbensen fallen einstimmig aus

Abbensen (st). In seiner vierten öffentlichen Sitzung am Mittwochabend in Knop`s Restaurant „Zur Post“ hat sich der Ortsrat Wedemark I unter Leitung von Ortsbürgermeister Peter Reuter mit dem Entwurf des Bebauungsplans Nr. 01/06 „Vesbecker Weg/Auf dem Kiel“ beschäftigt. Neben zahlreichen Bürgern aus Abbensen nahm auch Bauherr Uwe Grefer an der Sitzung teil. Er hatte das Grundstück einer seit Jahren aufgegebenen Hofstelle an der Ortsdurchfahrt Alte Zollstraße erworben und plant dort Wohnbebauung. Holger Zorn, Leiter Team Bauplanung und Bauaufsicht, stellte in einer Präsentation das Plangebiet mit aktuellem Planungsstand vor und erläuterte die Vorgehensweise des Aufstellungsverfahrens. Neben Einfamilienhäusern sieht der vorläufige Bebauungsplan auch ein Mehrfamilienhaus vor. „Wir planen Häuser mit einer Größe von 150 Quadratmetern, mit Klinker, Satteldach und Wärmepumpen“, kündigte der Bauherr an. Das Mehrfamilienhaus ist mit acht Einheiten angedacht und soll einen Fahrstuhl beinhalten. Den Ortsratsmitgliedern lagen Einwendungen zum Bebauungsplan vor, Holger Zorn hatte vor seinen Erläuterungen zwei neue Einwendungen an die Ortsratsmitglieder verteilt. Auch Stellungnahmen von Nachbarn des geplanten Baugebietes wurden angehört und in die Beratung eingebunden. So fand der Einwurf einer Anwohnerin Gehör, einen Weg zwischen Neubaugebiet und ihrem Grundstück nicht für Durchgangsverkehr freizugeben und auch kein kurzzeitiges Befahren mit Kraftfahrzeugen zu erlauben. Der Bauherr wurde vom Ortsrat gebeten, eine andere Zufahrtsmöglichkeit für die betroffenen Grundstücke zu überdenken und eine veränderte Anordnung der Häuser vorzuschlagen. Einen weiteren Einwand brachte der Inhaber einer Landmaschinen-Schlosserei vom Vesbecker Weg vor. Er äußerte Bedenken gegen die Ausweisung eines Teilgrundstücks als Mischgebiet mit Sternchen, das ihm zwar eine betriebliche Nutzung erlaubt, jedoch keinen daraus resultierenden Lärm. Einstimmig verabschiedeten Ortsbürgermeister Peter Reuter (SPD) und die CDU-Ortsratsmitglieder Wolfgang Kasten, Edeltraut Brüggmann sowie die SPD-Ortsratsmitglieder Birgit Eicke-Wedegärtner, Rebecca Schamber und Florian Wiese folgende Änderungen zur geplanten Bebauung der ehemaligen Hofstelle: 1. Reduzierung der zulässigen Grundfläche auf 0,3 (statt 0,4) zuzüglich 50 Prozent für Garagen, Zufahrten und Nebenanlagen. Ausnahme: das Mehrfamilienhaus sowie die Häuser 11 und 12 auf Grundflächenzahl 04, 2. Festsetzung einer Traufhöhe (6,50 m) für die Fläche des Mehrfamilienhauses (WA*), 3. Erweiterung des Abstands der überbaubaren Grundstücksflächen zu Nachbargrundstücken. Keine Festlegung der Maße, diese werden erst im neuen Bebauungsplanentwurf festgelegt, 4. Festsetzung einer Höhenbegrenzung in den Mischgebieten (Anzahl der Vollgeschosse oder Gebäudehöhe in Meter) ist noch nicht erfolgt, 5. Aufteilung der Abstandsfläche zum Mischgebiet in Gemeinschaftsstellplätze (verkleinerter Anteil) und nicht bebaubare Grünfläche (Abstandsgrün), 6. Herausnahme der privaten Wegeflächen aus der Baugebietsfestsetzung (überlagernde Festsetzung bei Geh-, Fahr-, und Leitungsrechten), 7. Aufnahme des Fußweges zu „Auf dem Kiel“ in das Plangebiet, 8. Erschließung der südöstlichen Grundstücke (16-19 des Bebauungsentwurfs) durch einen aus Südwesten herangeführten Stichweg. Hierzu soll der Bauherr einen Vorschlag unterbreiten, 9. Die Notwendigkeit von Festsetzungen zum Anpflanzen von Bäumen auf den Baugrundstücken wurde vom Ortsrat abgelehnt. Die einstimmigen Beschlussempfehlungen des Ortsrats werden von der Verwaltung aufgearbeitet und – soweit möglich – in einen überarbeiteten Entwurf eingearbeitet, erklärte Holger Zorn. Dieses Papier wird am 15. August in öffentlicher Sitzung des Ausschusses für Planen, Bauen und Umweltschutz erörtert und am 21. August im Verwaltungsausschuss beraten und für die öffentliche Auslegung beschlossen. Die Auslegung erfolgt bis Mitte Oktober. Mögliche weitere Einwände würden erneut durch die Verwaltung geprüft und dem Ortsrat erneut vorgelegt. Zum Abschluss des Verfahrens wird der Bebauungsplan im Gemeinderat als Satzung beschlossen. Zu Beginn der Ortsratssitzung hatte der Ortsbürgermeister in seinen Mitteilungen bekannt gegeben, dass der Spielplatz in Negenborn ein neues Klettergerüst erhält. Zudem verabschiedete er Rebecca Schamber als Ortsratsmitglied und überreichte als Dank für ihr Engagement einen Blumenstrauß. „Ich freue mich auf das neue Baugebiet mit vielen schönen Häusern“, erklärte der stellvertretende Ortsbürgermeister Wolfgang Kasten. Und Peter Reuter ergänzte: „Mit vielen freundlichen Menschen.“