Ortsrat stellt Forderungen auf

Bei der Ortsratssitzung am Mittwochabend in Bissendorf-Wietze stand auch die „Beplanung einer Fläche an der Straße Am Weiher“ auf diesem ehemaligen Gärtnereigelände auf der Tagesordnung. Foto: B. Stache

In Bissendorf-Wietze geht es aktuell um Ortsentwicklung, Bauleitplanung und Baumschutzsatzung

Bissendorf-Wietze (st). Zur 3. öffentlichen Sitzung des Ortsrats Bissendorf-Wietze konnte Ortsbürgermeister Daniel Leide am Mittwochabend alle Ortsratsmitglieder sowie zirka 30 Bürger in der Christophoruskirche begrüßen. Von der Gemeinde Wedemark nahmen Christian Rudatus (Team Zentrale Dienstleistungen) und Oliver Schultz (Team Bauplanung und Bauaufsicht) teil. Auf großes Bürgerinteresse stießen die drei Tagesordnungspunkte „Ortsentwicklung Bissendorf-Wietze: Beplanung einer Fläche an der Straße Am Weiher“, „Bauleitplanung Bissendorf-Wietze: Fortführung der Bebauungsplanverfahren für vier Plangebiete südlich der Burgwedeler Straße“ und „Satzung zum Schutz des Baumbestandes im Gemeindeteil Bissendorf-Wietze“. In die mehr als dreistündige Sitzung hatten sich zahlreiche Bürger mit engagierten Wortbeiträgen eingebracht: Ideologien, persönliche Betroffenheit und sachliche Ansichten fanden am Abend gleichermaßen Gehör und verschafften den Ortsratsmitgliedern einen Eindruck vom Stimmungsbild seiner Bürger. Zum Thema Ortsentwicklung hatte Oliver Schultz das Konzept der Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG) vorgestellt, die ihr Interesse an der Erschließung des ehemaligen Gärtnereigeländes an der Straße Am Weiher in Bissendorf-Wietze bekundet. Auf dem zirka 20 000 Quadratmeter großen Gelände sieht das aktuelle Konzept den Bau von 16 Häusern vor. Der Zustand der Straße Am Weiher als einzige Zufahrt zum möglichen Neubaugebiet sorgte für viel Diskussionsstoff – vor allem die Frage, wer eine Straßensanierung oder gar den Neubau bezahlen soll. Am Weiher sei nur für geringfügigen Verkehr ausgelegt, erklärte in diesem Zusammenhang Oliver Schultz. Die Ortsratsmitglieder einigten sich darauf, unter bestimmten Voraussetzungen ihr Einverständnis für das Bauprojekt auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei zu geben. Im Einzelnen wurde folgender „Forderungskatalog“ an die Verwaltung aufgestellt: 1. Die Kosten für den Straßenausbau Am Weiher sind auf die 16 Anlieger des Neubaugebiets umzulegen. 2. Die jeweilige Grundstücksgröße sollte zirka 1000 Quadratmeter betragen. 3. Die Realisierung eines Stichwegs Richtung Im Bruche oder Blumenweg ist zu prüfen. 4. Eine Wendemöglichkeit für größere Fahrzeuge, beispielsweise zur Müllentsorgung, ist vorzusehen. 5. Die Vergabe der einzelnen Baugrundstücke durch die Gemeinde Wedemark ist zu prüfen. 6. Über den Bau eines Spielplatzes im Neubaugebiet ist nachzudenken. 7. An Gehölzüberdeckung sollte gedacht werden. Zum Thema Bauleitplanung fasste der Ortsrat für die vier aktuell im Verfahren befindlichen Plangebiete einen Entschluss mit folgenden „grundsätzlichen Änderungen“: 1. Bereiche mit sehr geringer Grundflächenzahl (0,11) und sehr großen Grundstücksgrößen (1.800 m²) sind nicht mehr vorzusehen. 2. Örtlich festgelegte Flächen zum Anpflanzen und zum Erhalt von Bäumen und Sträuchern sind - mit Ausnahme der Übergangsbereiche zu den Ortsrändern und von festgesetzten Grünflächen - nicht mehr vorzusehen. 3. Der Mindestgehölzbestand ist von 40 auf 35 Prozent zu reduzieren. Ergänzung: Wie wird das berechnet? 4. Einfriedungen zu Verkehrsflächen sind durchsichtig zu gestalten beziehungsweise alternativ von außen zu begrünen. Dazu: Lärmgutachten beachten und gelten auch Kunststoffzäune? 5. Ein Mindestabstand von baulichen Anlagen zu festgesetzten Verkehrsflächen ist sicherzustellen; dies gilt auch für Garagen und Nebenanlagen. Vorgabe: fünf Meter. 6. Bei geringfügigen Baumaßnahmen, für die eine Baugenehmigung einzuholen ist, sollte eine andere Regelung gefunden werden und nicht die Mindestgehölzbestand-Vorgabe automatisch zur Anwendung kommen. Bei diesen geringfügigen Baumaßnahmen ist beispielsweise an Wintergärten und Carports gedacht. 7. Wie stellt sich das Bestimmungsverfahren für die Ermittlung einer 35-prozentigen Gehölzüberdeckung dar? Der Tagesordnungspunkt Baumschutzsatzung wurde zur erneuten Beratung auf die nächste Ortsratssitzung verschoben. Auf Anregung des Ortsratsmitglieds Jochen Wilkens soll zunächst gemeinsam mit der Gemeinde Wedemark die Rechtmäßigkeit einer solchen Satzung erörtert werden.