Ortsrat verabschiedet Fritz Dannemann

Nach fast 30 Jahren Kommunalpolitik wurde CDU-Ortsratsmitglied Fritz Dannemann (links) am Donnerstagabend durch Ortsbürgermeister Peter Reuter im Ortsrat Wedemark I verabschiedet. Foto: A. Wiese

Der Negenborner ist ein kommunalpolitisches Urgestein und hat viel bewegt

Abbensen (awi). Es fiel ihm sichtlich schwer, doch sei er gesundheitlich so angeschlagen, dass ihm keine Wahl bleibe, so der 67-Jährige Fritz Dannemann am Donnerstagabend bei der Ortsratssitzung in Abbensen. Auf eigenen Wunsch wurde der langjährige CDU-Kommunalpolitiker jetzt im Ortsrat verabschiedet. Als Nachfolger verpflichtete Ortsbürgermeister Peter Reuter Jörg Heinrich Meyer aus Duden-
bostel.
Er hat seine Ecken und Kanten, doch er hat auch was bewegt. Das bescheinigen Fritz Dannemann sowohl seine Parteikollegen von der CDU, als auch die von den anderen Parteien, mit denen er jahrelang in den politischen Gremien der Wedemark zusammengearbeitet hat. Auch sein letztes Projekt, die neue Bushaltestelle im Fachwerkstil an der Kapelle in Negenborn hat er bei 30 Grad Hitze Schulter an Schulter mit Peter Reuter von der SPD gestemmt. Seit 1971 ist Dannemann CDU-Mitglied. In den Ortsrat Abbensen-Negenborn-Duden-Rodenbostel wurde der Negenborner im Oktober 1985 gewählt. Und gehörte ihm mit einer kurzen Unterbrechung knapp 25 Jahren. 1988 wurde er Ortsbürgermeister und blieb das bis Mitte 2001. Dann gab er das Amt ab, weil er zum Ratsvorsitzenden im Gemeinderat gewählt wurde. Im Gemeinderat war Dannemann von 1987 bis 2010 mit einer zweijährigen Unterbrechung, als er seine kranke Frau pflegte. In den 90er Jahren arbeitete Dannemann zwei Jahre im Vorstand des CDU-Gemeindeverbandes mit, von 1995 bis 2010 war er im Vorstand der CDU Brelingen/Negenborn. „Ich habe gegen die Klärschlammdeponie in der Negenborner Kieskuhle gekämpft, habe im Ort Geld gesammelt, damit wir uns einen Rechtsanwalt leisten konnten und wir haben Erfolg gehabt“, berichtet Dannemann. Zusammen mit Jochen Haselbacher habe er um den Radweg Brelingen-Negenborn gekämpft und sich durchgesetzt. Und das Gleiche habe er einige Jahre später auch für den Radweg Negenborn-Abbensen durchgezogen. Maßgeblich war er am Bau des Dorfgemeinschaftshauses in Negenborn beteiligt – in Theorie und Praxis. „Ich habe zusammen mit dem Architekten die Bauleitung gemacht und vor dem Gemeinderat versprochen, dass der Bau auch fertig wird. Außerdem habe ich die meisten Maurer- und Putzarbeiten geleistet, die vielen Fliesen besorgt und auch mit einem Kollegen zusammen verlegt und gefugt. Die Kosten für den Kollegen habe ich übernommen. In dem Haus ist der erste Jugendraum entstanden, ebenso zwei Feuerwehrgaragen und ein Schulungsraum mit Toiletten für die Feuerwehr, zusätzlich ein Dorfgemeinschaftsraum für alle Negenborner Vereine und Mutter-Kind-Gruppen, außerdem ein Schießraum für den Schützenverein. Dieses Haus hat mich viel Nerven und Arbeit gekostet“, erinnert sich Dannemann. In den 90er Jahren war der Politiker auch einige Jahre Vorsitzender des ESC Wedeamrk und zudem viele Jahre für den hiesigen Schützenverein tätig, zuerst als Jugend- und Schießsportleiter, dann viele Jahre als stellvertretender Vorsitzender.
Wie schwer Dannemann der Abschied als aktives Ortsratsmitglied fiel, merkte man daran, dass er sich nach dem Wechsel in den Zuschauerraum am Donnerstagabend auch von dort aus immer wieder zu Wort meldete. Ortsbürgermeister Peter Reuter nahm es gelassen und profitierte gern vom Erfahrungsschatz seines ehemaligen Ortsratskollegen.
Neben vielen anderen Informationen für den Ortsrat gab Reuter am Donnerstag bekannt, dass die alte Mühle in Abbensen jetzt zunächst provisorisch abgestützt werde – das sollte am gestrigen Freitag passieren – und es im Januar oder Februar eine vom Ortsrat einberufene Bürgerversammlung geben werde, wo die Voraussetzungen für die Gründung eines Vereins zur Rettung der Mühle diskutiert werden sollten. Denn bei ihm hätten sich einige Interessenten aus dem Dorf gemeldet, die das historische Wahrzeichen Abbensens gern erhalten würden. Die Gemeinde kläre jetzt die Bedingungen dafür mit dem Eigentümer der Mühle ab, so Reuter.