Palliativtag am 9. März

Palliativstation am Heidekreisklinikum lädt ein

Heidekreis. Menschen mit unheilbaren Erkrankungen auf ihrem letzten Weg zu begleiten, die Situation emotional zu verarbeiten und sich schließlich voneinander zu verabschieden ist für Erkrankte und ihre Angehörigen nicht leicht. Deshalb bietet die Palliativstation am Heidekreis-Klinikum Walsrode neben der umfassenden medizinischen Behandlung durch Ärzte und Pflegende weitere Möglichkeiten zur ganzheitlichen Betreuung in der Sterbebegleitung an: die Therapeutinnen Ana Maria Blumenstock und Anke Feierabend widmen sich mit viel Einfühlungsvermögen und künstlerischer Energie den Patienten. Sie haben es sich zur Herzensangelegenheit gemacht, deren voraussichtlich letzten Lebensabschnitt mit menschlichem und kreativem Beisammensein zu füllen, aber auch das Loslassen geliebter Menschen und den anschließenden Trauerprozess zu begleiten. Die Palliativstation finanziert diese Maßnahme zu 100% aus Spenden von Privatpersonen, Vereinen und Unternehmen, denn das Engagement der beiden Therapeutinnen ist eine wertvolle Bereicherung für die Betreuung der Menschen auf ihrem letzten Weg.
Gemeinsam mit Ana Maria Blumenstock kann beispielsweise auf Klanginstrumenten gespielt und dazu gesungen oder auch einfach nur den beruhigenden Melodien gelauscht werden. Die Diplommusiktherapeutin erlebt in der Musik das emotionale Zusammensein mit den Patienten und eine spirituelle Verschmelzung „wenn durch Musik Stille entsteht“. Die Begegnungen mit den Menschen auf der Palliativstation und die mit ihnen verbrachten Momente, von denen sie oft nicht weiß, ob es die letzten waren, liegen ihr sehr am Herzen.
Anke Feierabend lässt die Patienten mit zeichnerischen Arbeiten und Kalligraphie, einer künstlerischen Schönschrift, in andere Welten eintauchen. Über ihre kunsttherapeutische Tätigkeit auf der Station sagt sie „ich fühle mich jedes Mal zur richtigen Zeit am richtigen Ort“. Die Entwicklung eines Kunstwerkes nach individuellen Wünschen, seine farbliche Gestaltung und die während der Umsetzung geführten Gespräche bleiben für sie unvergesslich. Besonders das Erlebnis am Krankenbett eines jungen Mannes bewegt sie bis heute: beim Anfertigen eines Schriftzuges für den Patienten führt sie eine intensive Unterhaltung mit dessen Bruder, „die Fragen des jungen Mannes purzelten nur so aus ihm heraus – es schien, als habe er noch nie zuvor jemanden all das fragen können. Als er wissen wollte, wie es sei, wenn ein Bruder sterbe, wurde auch dieses Thema – alles unter Einbeziehung seines sterbenden Bruders – thematisiert.“
Die Begegnungen, in denen gezeichnet, musiziert, gelacht, geweint und gesprochen wird, schenken den Erkrankten ganz besondere Momente. Alle Interessierten haben die Möglichkeit, sich am Palliativtag, der am 9. März stattfindet, weiter über die Kunst- und Musiktherapie zu informieren sowie hautnah den Erfahrungen der beiden Frauen zu lauschen. Das Programm beginnt ab 15 Uhr im Foyer des Heidekreis-Klinikums am Standort Walsrode mit der Vorstellung der Palliativstation und ihren Angeboten. Um 18 Uhr wechselt die Veranstaltung in den großen Schwesternsaal in der Saarstraße 16, wo Prof. Dr. med. Nils Schneider, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover, einen Vortrag zum Thema „Palliative Versorgung für Patienten in Niedersachsen“ hält. Um 20 Uhr findet der letzte Programmpunkt im Capitol Theater Walsrode statt, es wird der Film „Berührungsängste“ gezeigt, der die Konfrontation mit dem Thema Tod durch Begegnungen mit Sterbenden veranschaulicht.