Panoramablick auf die kleinen Könige von Kathmandu

Der diesjährige Preisträger des VGH-Fotopreises, Lucas Wahl zeigt seine Fotoserie „Kathmandu- city of kings“ in den Räumen von imago. Foto: L. Irrgang

Siegerausstellung des diesjährigen VGH-Fotopreises bei imago

Bissendorf (ig). Es ist das erste Mal, dass die Ausstellung mit den Gewinnerbildern des VGH-Fotopreises auf Wanderschaft geht. Als erste Station ist die Ausstellung des 24jährigen Fotojournalistikstudenten Lucas Wahl in Bissendorf im Bürgerhaus in den Räumen von imago zu sehen. „Wir hatten erfahren, dass erstmals eine Wanderausstellung stattfinden wird“, so die imago-Vorsitzende Ute Loewener. Auch durch die Unterstützung durch die Bissendorfer VGH-Vertretung Föst sei es gelungen, die Ausstellung in die Wedemark zu holen. Den Titel der Ausstellung „city of kings“ wählte Wahl mit einem kleinen ironsichen Aspekt. „Es ist zwar die Hauptstadt von Nepal und eine Königsstadt, ich zeige aber die Leute von der Straße, man kann somit sagen, die kleinen Könige.“ Fünf Wochen arbeitet der Fotojournalistikstudent Wahl an der Fotoreportage, „in der Zeit habe ich auf 100 Filmen ca. 1.800 Aufnahmen gemacht.“ 25 dieser Bilder sind nun bei imago zu sehen, meist als 40 x 80 cm große Bilder, zwei sogar als 200 x 80 cm. Wahl zeigt mit durch seine Bilder das ehemalige Hippie Mekka Kathmandu in all seinen unterschiedlichen Facetten, auch den negativen, wie die Verschmutzung oder Kinder die Klebstoff schnüffeln. Trotzdem wird die Faszination der „Königsstadt“ durch die faszinierenden Bilder aus einem besonderen Blickwinkel deutlich.
Wahl hat sich ausschließlich auf Panoramaaufnahmen beschränkt, dies mit einer analogen Kamera des Typs Widelux. „Dies ist eine relativ kleine und ältere Kamera“, so Wahl, durch das sich während der Belichtung bewegende Objektiv sind Bilder mit einem Blickwinkel von 140 grad möglich. „Dies ist eine Kamera, die gar nicht mehr gebaut wird; ein Museumsstück“, machte Prof. Rolf Nobel in der Ausstellungseinführung deutlich. Das Fotografieren mit dieser Kamera im Reportagebereich sei „wirklich nicht ganz so einfach, im Sucher spielen sich viele Dinge gleichzeitig ab, und da ist es schwer den richtigen Moment zu treffen.“ Wahls Bilder würden unterschiedlichste Emotionen wecken, „traurig wie Blues, komplex und vielschichtig, humorig wie ein Volkslied aber auch eingängig und melodisch.“ Diese besondere Mischung habe die hochkarätige Jury überzeugt und Wahl den mit 10.000 Euro dotierten Preis zukommen lassen, so Nobel, der zudem mitteilte, dass Wahls Fotoserie auch beim Lumix Festival für die Ausstellung nominiert sei. Wahls Bilder seien keine klassische Reisefotografie, „keine Sehenswürdigkeiten oder Geheimtipps“, vielmehr seien es Bilder, welche die eigene Entdeckerlust aufgrund von ungewöhnlicher Authentizität packe, so Nobel. Authentisch schilderte Wahl im Gespräch mit dem ECHO auch die Beschaffung der Widelux-Kamera. „Dies habe ich über das Internet in Südafrika gekauft, von dort aus habe ich sie mir dann direkt nach Kathmandu nach Nepal schicken lassen.“ Mehr als eineinhalb Stunden musste Wahl dann auf dem Postamt warten. „Dort war man sich nicht so sicher, ob man Kameras einfach so einführen kann“, sagte Wahl lächelnd. „Katmandu- city of kings“ ist zu den Öffnungszeiten von imago bis zur Finissage am 25. April zu sehen, ein Künstlergespräch mit Lucas Wahl findet am 11. April von 16 bis 17 Uhr statt.