Pardey wird Ortsbürgermeister, Kaufmann Stellvertreterin

SPD und CDU vereinbaren Zusammenarbeit im Resser Ortsrat

Resse (awi). CDU und SPD im Resser Ortsrat haben diese Woche bekannt gegeben, dass sie zusammenarbeiten und Jochen Pardey (SPD) zum Ortsbürgermeister und Antje Kaufmann (CDU) zu seiner Stellvertreterin wählen werden. Damit haben sie in dem siebenköpfigen Ortsrat gemeinsam vier Sitze. Die unabhängige Wählergemeinschaft Wedemark Resse (WWR) ist zwar mit drei Sitzen stärkste Fraktion, verfügt aber nicht über eine Mehrheit. Gespräche mit der WWR seien im Vorfeld nicht geführt worden, so Jochen Pardey (SPD), Antje Kaufmann und Peter Stelzig (CDU) beim Pressegespräch auf Nachfrage. Die Vierte im Bunde, Jana Adamson von der SPD, war an diesem Abend nicht dabei. Für SPD und CDU habe es keine Veranlassung gegeben auf die WWR zuzugehen. "Wer sich selbst nicht organisieren kann, kann das auch nicht mit anderen", sagte Peter Stelzig und spielte damit auf die Tatsache an, dass einige gewählte Ortsrats- und Ratsmitglieder beziehungsweise deren Nachrücker ihre Mandate nicht angenommen haben (das ECHO berichtete). Damit habe die WWR ihre Wähler vorgeführt, sind sich Pardey, Kaufmann und Stelzig einig und berichteten, dass sie von frustrierten WWR-Wählern darauf angesprochen worden seien. CDU und SPD würden sich daher ganz auf ihre Zusammenarbeit zum Wohle des Dorfes konzentrieren, das sie meinen, in dieser Konstellation ohne die WWR besser gewährleisten zu können, so Jochen Pardey.
Wie in den meisten Wedemärker Orten hätten eben auch in Resse die Kommunalwahlen am 11. September keine eindeutige Mehrheit im Ortsrat ergeben. Um eine wirksame Vertretung der Resser Interessen in den nächsten fünf Jahren sicher zu stellen, haben daher die gewählten Mitglieder des künftigen Resser Ortsrates von CDU und SPD eine Zusammenarbeit für die bevorstehende Wahlperiode vereinbart.
CDU und SPD beründeten ihre Entscheidung mit der Notwendigkeit, die positive Entwicklung, die Resse in den letzten zehn Jahre verzeichnen konnte, nicht zu gefährden. Damit die örtliche Infrastruktur, wie Schule, Kindertagesstätte, Einkaufsmöglichkeiten und ärztliche Versorgung dauerhaft gesichert und noch erweitert werden könne, benötige der Ort Einwohnerwachstum. Der Wedemärker Gemeindeentwicklungsplan und das kürzlich von der Region Hannover verabschiedete Regionale Raumordnungsprogramm böten hierzu die Voraussetzungen. CDU und SPD wollen daher in der Verlängerung der Königsberger Straße ein Neubaugebiet entstehen lassen, das unterschiedliche Wohnformen anbieten soll, darunter auch preiswerte Mietwohnungen. Mit dem neuen Baugebiet soll auch eine dauerhafte Lösung für einen Wertstoff-Container-Standort verwirklicht werden, indem dieser dort von Anfang an fest eingeplant wird.
Die gute öffentliche Verkehrsverbindung nach Hannover müsse erhalten bleiben, die überfällige Anbindung des Ortes an das straßenbegleitende Radwegenetz schnell verwirklicht werden, betonten SPD und CDU. Die seit langem beabsichtigte Neuplanung der Ortsmitte soll zeitnah erfolgen, damit dann nach Möglichkeiten der Finanzierung gesucht werden könne.
Die einzigartige Naturlandschaft der den Ort umgebenden Moore müsse für kommende Generationen erhalten und das Life+ Projekt daher auch weiterhin konstruktiv begleitet werden, mit dem aus Mitteln der EU die Renaturierung der Moore finanziert wird.
Die Resser Vereine könnten sich auch in Zukunft auf die Unterstützung des Ortsrates verlassen. Man sei sich bewusst, dass für viele der angestrebten Entscheidungen die Mitwirkung anderer politischer Ebenen notwendig sei. Die Ortsratsmitglieder von SPD und CDU wollen hierzu auch weiterhin ihre Kontakte und Einwirkungsmöglichkeiten im Resser Interesse nutzen.
Auch bei der Vergabe der beiden vom Ortsrat zu besetzenden Funktionen haben sich CDU und SPD geeinigt: Der Kandidat der SPD soll zum Ortsbürgermeister, die Kandidatin der CDU zur stellvertretenden Ortsbürgermeisterin gewählt werden. Beide sind zu einer kollegialen Zusammenarbeit miteinander und mit allen Ortsratsmitgliedern entschlossen und verstehen sich künftig als Doppelspitze. Man verstehe die vereinbarte Zusammenarbeit nicht als Abgrenzung, sondern werde auch mit den nicht zur SPD oder zur CDU gehörenden Mitgliedern des Ortsrates konstruktiv zusammenarbeiten und wünsche sich außerdem eine rege Teilnahme von Bürgern an der Ortsratsarbeit, versicherte Jochen Pardey und kündigte künftig regelmäßige Bürgersprechstunden für Resse an. Auf Nachfrage, warum in Resse nicht wie in anderen Ortschaften die Kandidatin mit den meisten persönlichen Stimmen, nämlich Antje Kaufmann, Ortsbürgermeisterin werde, sondern in diesem Fall der Ortsbürgermeisterkandidat mit den wenigsten persönlichen Stimmen, erklärte Antje Kaufmann, das Hickhack im Dorf sei so groß und es gebe so schwierige Themen, dass sie diese Aufgabe doch eher dem erfahrenen und von Kindheit an in Resse lebenden Jochen Pardey zutraue. Anders als in der Vergangenheit werde sie jedoch als Stellvertreterin eng eingebunden sein.