Pastoren im Amt bestätigt

Superintendent Martin Bergau (r.) und Kirchenvorsteherin Karin Ernst freuen sich über das eindeutige Votum für die Pastoren Thomas Hirschberg und Volkmar Biesalski. Foto: A. Wiese

Keiner ist solange auf seiner Pfarrstelle wie Volkmar Biesalski

Bissendorf (awi). Volkmar Biesalski ist von allen Pastoren im Kirchenkreis Burgwedel-Wedemark-Langenhagen am längsten auf einer Pfarrstelle – seit 1985 – und wird es auch bleiben: Der Kirchenvorstand von St.Michaelis, der alle fünf Jahre über die Besetzung der Pfarrstelle befindet, hat das einstimmig so beschlossen. Für den 54 Jahre alten Biesalski heißt das, dass er seine Pastorenlaufbahn in Bissendorf begonnen hat und auch hier mit dem Ruhestand beenden wird, denn ab dem 55. Lebensjahr fällt die Anfrage beim Kirchenvorstand weg.
Ein ebenso eindeutiges Votum gab es – ebenfalls zum letzten Mal – in einer unabhängigen Sitzung vom Kirchenvorstand auch für Pastor Thomas Hirschberg. Der 50-jährige Geistliche wurde im Januar 2000 für Pfarrstellte Bissendorf-Wietze gewählt und betreut mittlerweile nicht nur die evangelischen Christen in Bissendorf-Wietze und Gailhof, sondern auch in Scherenbostel, Wiechendorf und Schlage-Ickhorst sowie als Versehung in Resse. „Ein Pastor kann sich jederzeit wegbewerben", erklärte Superintendent Martin Bergau. Die Regelung, dass ein Kirchenvorstand alle fünf Jahre über die Besetzung der Pfarrstelle befindet, ermöglicht ein gegenseitiges Innehalten zwischen Pastor und Kirchengemeinde. Es ist wichtig, dass ab und zu eine Reflektion erfolgt." Der Kirchenkreis profitiere davon, wenn Pastoren so kontinuierlich in ihren Gemeinden und im Kirchenkreis aktiv seien, erklärte Bergau. Er habe jedes Mal wieder Respekt vor der Entscheidung, so Volkmar Biesalski. Es sei das ureigenste Recht des Kirchenvorstandes als Repräsentant der gesamten Kirchengemeinde über die Besetzung der Pfarrstelle zu entscheiden und es sei „eine der Möglichkeiten ohne doppelten Boden", sich eines Pastors zu entledigen, der nicht mehr gewollt sei. In der Kirchengemeinde Bissendorf habe man die Situation mit den Pfarrstellen mittlerweile optimal gelöst, wenn es auch für Thomas Hirschberg sehr anstrengend sei, eine halbe Pfarrstelle in Bissendorfund Gailhof und eine weitere für Resse, Scherenbostel, Wiechendorf und Schlage-Ickhorst zu betreuen. Biesalski selbst in Inhaber der ersten Pfarrstelle in St. Michaelis im Kernort Bissendorf, wo mehr als 50 Prozent der Gesamtbevölkerung evangelische Christen sind. In Bissendorf-Wietze gibt es ungefähr 1000 Gemeindemitglieder, in Gailhof 300, in Resse knapp 1000. Nach der Zahl der Gemeindemitglieder, nicht nach der EInwohnerzahl werden die Pfarrstellen berechnet. Darum habe das relativ große Resse auch nur eine halbe Pfarrstelle, erklärte Superintendent Bergau. Er bestätigte, dass die Kirche seit 2008 durch sinkende Gemeindemitgliederzahlen spürbar unter Druck gerate. Dies sei sicher zum Teil den angespannten wirtschaftlichen Verhältnissen zuzurechnen. Man dürfe aber nicht vergessen, so die Bissendorfer Kirchenvorstandsvorsitzende Karin Ernst, dass „unsere Pastoren für die gesamte Bevölkerung arbeiten". Der Kirchenvorstand arbeite sehr gern sowohl mit Volkmar Biesalski als auch mit Thomas Hirschberg zusammen, betonte Ernst. Dennoch habe man sich die Bestätigung nicht leicht gemacht, sich in der Gemeinde umgehört und Stimmen gesammelt. Zwei Stunden sei vor der Abstimmung intensiv diskutiert worden. Bei der Entscheidung über Hirschberg seien zum Beispiel auch Voten vom Christophorus-Beirat und aus Resse mit einbezogen worden.
„Ich bin nicht nur Pastor in Bissendorf, ich lebe hier seit 25 Jahren mit meiner Familie, bin ein Bissendorfer", sagte Volkmar Biesalski. Er habe nie den Wunsch verspürt zu wechseln oder in einer anderen Gemeinde neue Erfahrungen zu sammeln, zumal er in Bissendorf optimale Bedingungen vorgefunden und mitgestaltet habe.