Patt im Ortsrat Bissendorf

Die 18. öffentliche Sitzung des Ortsrats Bissendorf im Bürgerhaus mit der Beratung über den Bebauungsplan „Diersrahe“ findet großen Zuspruch seitens der Bürger. Foto: B. Stache
 
Der Ortsrat Bissendorf ist bei seiner 18. öffentlichen Sitzung und der Beratung über den Bebauungsplan „Diersrahe“ komplett. Foto: B. Stache

Es gibt keine Empfehlung zum geplanten Neubaugebiet „Diersrahe“

Bissendorf (st). Einigkeit im Ortsrat herrschte nach Aussage von Ortsbürgermeisterin Susanne Brakelmann darüber, den Baustellenverkehr während der Bauphase des geplanten Neubaugebietes „Diersrahe“ von Süden über das Gewerbegebiet zu führen. Auf eine gemeinsame Empfehlung zum Bebauungsplan 04/30 „Diersrahe“ im Westen von Bissendorf konnten sich die neun Ortsratsmitglieder hingegen nicht einigen. Am Montagabend waren im Bürgerhaus Bissendorf die je vier Vertreter der CDU und SPD sowie Horst Menze von den Grünen zur 18. öffentlichen Sitzung des Ortsrats Bissendorf zusammengekommen, um unter anderem über das Neubaugebiet zu beraten. Die Ortsbürgermeisterin begrüßte die mehr als 80 Zuhörer sowie Vertreter der Gemeindeverwaltung und stellte zunächst die Ortsratsmitglieder vor. Kay Petersen, Leiter Fachbereich Planen und Bauen der Gemeinde Wedemark, berichtete über den Stand der Bauarbeiten am Amtshaus in Bissendorf, das derzeit entkernt wird. Eine Ausschreibung zur Erneuerung des Daches sei erfolgt. „Der Dachstuhl soll voraussichtlich im Sommer erneuert werden“, kündigte der Fachbereichsleiter an. Zum Hauptthema des Abends, dem Bebauungsplan „Diersrahe“, erklärte er, dass im Haushaltsplan 2016 die Entwicklung eines zusätzlichen Wohngebietes eingestellt sei. Stadtplanerin Christine Feller stellte anschließend drei Erschließungsvarianten für das geplante Bissendorfer Neubaugebiet vor. Eine erste – mit kleinen Stichwegen sowie einem zentral gelegenen Kreisel zur Verkehrsberuhigung – ohne direkte Anbindung an das südlich davon gelegene Gewerbegebiet. „Diese Variante ist besonders kostengünstig und flächensparend“, so die Planerin. Diese Variante wurde von den SPD-Ortsratsmitgliedern Reinhard Fischer, Simon Baumgarten, Christa Bogenschütz und Wolfgang Jansen favorisiert. Variante zwei sieht mehrere Schikanen im Neubaugebiet vor, die einen durchgängigen, schnellen Verkehr verhindern sollen. Eine Verkehrsanbindung nach Süden in das Gewerbegebiet ist gegeben. Für diese zweite Option sprach sich keines der Ortsratsmitglieder aus. Als Drittes stellte Christine Feller die Planung mit einer Straßenführung vor, die im Westen des Neubaugebietes vorbeiführt und aufgrund hohen Erschließungsaufwands sehr kostenintensiv sei. Für diese Option stimmten am Abend die CDU-Ortsratsmitglieder Susanne Brakelmann, Guido Barke, Susanne Kopp und Dirk-Friedrich Schnehage. Da sich das Ortsratsmitglied der Grünen bei der Abstimmung über eine Empfehlung zum Bebauungsplan „Diersrahe“ der Stimme enthielt, entstand eine Pattsituation. „Damit geht es ohne Ortsratsempfehlung weiter“, fasste Susanne Brakelmann das Abstimmungsergebnis zusammen. Reinhard Fischer erklärte am Abend, dass der Gemeinderat in dieser Angelegenheit das letzte Wort habe. Einige Bürger hatten sich in der Aussprache deutlich für eine Durchgangsstraße im Westen des geplanten Neubaugebietes ausgesprochen. Dadurch werde der stark frequentierte Westerfeldweg entlastet, hieß es. Gegen eine solche Verlagerung der Verkehrsbelastung an den Westrand „Diersrahe“ erhoben hingegen zwei Bürgerinnen ihre Stimme mit dem Hinweis, dass sich die zukünftigen Anwohner noch nicht wehren könnten. Eine Lösung der Bissendorfer Verkehrsprobleme sei durch eine Verbesserung der Situation im Kreuzungsbereich an der L 190 in Schlage-Ickhorst auf Höhe des Gasthauses „Zum Alten Zöllnerhaus“ zu erzielen, waren sich die Bürger und Ortsratsmitglieder einig. Zu Beginn der Ortsratssitzung hatte Klaus Makowka der Ortsbürgermeisterin eine Unterschriftenliste mit den Worten überreicht: „Sie sollten die Bedenken der Bürger nicht ignorieren.“ Der Bissendorfer hatte eine Interessengemeinschaft Westerfeldweg gegründet und die Unterschriftenaktion gestartet. In einem Brief an den Rat der Gemeinde Wedemark heißt es dazu: „Die unterzeichnenden Bürger des Bíssendorfer Wohngebietes „Bissendorf-West-alt“ zwischen S-Bahn und Bissendorf West appellieren an Politik und Verwaltung, jetzt im Rahmen des neuen Baugebietes eine weitere Nord-Süd-Anbindung des Gewerbegebietes westlich zur S-Bahn im Einvernehmen mit allen Anliegern zu schaffen.“