Pflegestützpunkt berät jetzt vor Ort

Rolf Reupke (links) und Peter Jaax (rechts) vom Seniorenbeirat sowie Gemeindebürgermeister Tjark Bartels (2. von links) und Jürgen Auhagen aus der Verwaltung freuen sich über die kleine Verbesserung, Janna Philipps zunächst an sechs Terminen in der Wedemark begrüßen zu können. Foto: S. Birkner

Erste öffentliche Sprechstunde schon übermorgen im Rathaus

Mellendorf (sb). Pflegestützpunkte sollen allen Menschen zur Verfügung stehen. Das Angebot sieht vor, Senioren mit Pflegebedarf, aber auch pflegende Angehörige kostenlos zu informieren. Im direkten Gespräch können Themen wie die Beantragung einer Pflegestufe, die Notwendigkeit finanzieller Unterstützung oder das barrierefreie Wohnen zur Sprache gebracht werden. Weil sich der für die Wedemark zuständige Pflegestützpunkt allerdings in Burgdorf befindet, ist es längst nicht allen Bürgern möglich, das Angebot auch wahrzunehmen.
Wenn es nach Gemeindebürgermeister Tjark Bartels und Seniorenbeiratssprecher Rolf Reupke geht, soll sich das baldestmöglich ändern. „Der Standort Burgdorf ist mit dem öffentlichen Personennahverkehr praktisch unerreichbar“, sagte Bartels gestern. Nun haben Seniorenbeirat und Gemeindeverwaltung zumindest einen Teilerfolg errungen. Im nächsten halben Jahr wird Janna Philipps, Leiterin des Burgdorfer Pflegestützpunkts, einmal monatlich zur Beratung in die Wedemark kommen. Schon übermorgen, also am Freitag, 7. September, wird die erste Sprechstunde stattfinden. Von 9 bis 12 Uhr können Hilfesuchende das Angebot im Raum E09 des Mellendorfer Rathauses wahrnehmen. Offiziell wickelt Philipps dieses Pilotprojekt als „Hausbesuche“ ab.
Verwaltung und Seniorenbeirat hoffen nun, über die starke Annahme der Sprechzeiten Druck auf die Region und den Verband der Pflegekassen ausüben zu können. „Die Zentralisierung der Stützpunkte ist an Blödsinnigkeit nicht zu überbieten“, stichelte Bartels. Die sechs Beratungstermine vor Ort seien zumindest ein „kleiner Schritt in die richtige Richtung“, müssten aber eine gewisse politische Sprengkraft entfalten. „Unser Vorstoß macht nur Sinn, wenn die Bürger das Angebot nun auch zahlreich annehmen“, unterstrich Reupke, der auf lange Schlangen vor dem Beratungsraum hofft.
Ob sie die Verhandlungssituation mit dem Verband der Pflegekassen, der das Angebot mitfinanziert, maßgeblich verbessern würde, bleibt allerdings abzuwarten. „Der Kassenverband hat sich den entscheidenden Gesprächen zur Dezentralisierung nach 14-monatiger Zusammenarbeit einfach verschlossen“, sagte Jürgen Auhagen aus der Verwaltung. Derartige Konzepte, deren Effektivität bei gleichem finanziellen Aufwand erheblich höher wäre, liegen jedenfalls schon vor. Dem „kleinen Schritt in die richtige Richtung“ können die Wedemärker also unter Umständen einen deutlich größeren folgen lassen.
Das Beratungsangebot besteht auch am 1. Oktober, 5. November und 3. Dezember 2012 sowie am 7. Januar und 4. Februar 2013.