Planwunschgespräche zur Moorgeest

Rufen vom Hannoverschen Moorgeest-Projekt betroffene Mellendorfer Grundeigentümer auf, sich zu melden, um gemeinsam die Interessen vertreten und möglicherweise eine Forstbetriebsgenossenschaft gründen zu können: Fritz Schnehage (links) und Herbert Schrader-Pries. Foto: A. Wiese

Mehrere Mellendorfer Grundeigentümer wollen sich jetzt zusammenschließen

Mellendorf (awi). Im Zuge des FFH-Projektes Hannoversche Moorgeest und der daraus folgenden vereinfachten Flurbereinigung mit dem Ziel, die benötigten Flächen in den Besitz des Landes Niedersachsen zu bringen, sind jetzt die sogenannten „Planwunschgespräche“ angelaufen: Die Grundeigentümer von vom Vernässungsprojekt betroffenen Flächen im Bissendorfer Moor sind vom Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) angeschrieben worden. Dabei bietet das Amt ihnen folgende Möglichkeiten an: Sie können die Flächen zu einem festgelegten Preis an das Land verkaufen. Sie können ihre Flächen tauschen, einen Gestattungsvertrag abschließen, der zurzeit noch überarbeitet wird oder sie können mit dem ArL ins Gespräch eintreten. Teilweise haben diese Gespräche bereits stattgefunden, teilweise würden sie in Kürze angeboten, berichten Fritz Schnehage und Herbert Schrader-Pries. Beide Mellendorfer sind betroffene Grundeigentümer im Bissendorfer Moor und starten jetzt einen Aufruf: Mehrere Mellendorfer Grundeigentümer, die weder verkaufen noch gestatten wollen, haben sich in der vergangenen Woche getroffen, um das weitere gemeinsame Vorgehen zu besprechen. Ihr Planwunsch: Tausch der Grundstücke gegen ein zusammenhängendes Waldstück aus den Staatsforsten – zum Beispiel am Henjeskamp in der Nähe von Mellendorf – und Gründung einer Forstbetriebsgemeinschaft. Die Grundstückseigentümer suchen jetzt weitere Interessenten und möchten unter Hinzuziehung eines Rechtsanwaltes mit dem Amt für regionale Landesentwicklung ins Gespräch kommen. Je mehr Grundstückseigentümer an einem gemeinsamen Flächentausch interessiert sind, desto mehr Nachdruck können sie ihrem Anliegen beim ArL verleihen, erklären Fritz Schnehage und Herbert Schrader-Pries. Wer sich angesprochen fühlt, kann sich gerne ab sofort unter der Telefonnummer (0 51 30) 22 92 bei Herbert Schrader-Pries melden.
„Rund 20 Mellendorfer Grundeigentümer sind wir bereits“, erklärt Fritz Schnehage. Ihre Torfflächen im Bissendorfer Moor gehören den Familien seit vielen Jahrzehnten und dienten den Höfen als Rohstoffflächen. Die Einzelflächen sind meistens rund einen Hektar groß und bestehen zum Teil aus Wald, teils aus Moor. Genutzt werden sie allerdings bereits seit vielen Jahren nicht mehr, obwohl den Eigentümern der Handtorfstich ausdrücklich erlaubt ist. Doch das Naturschutzgesetz stehe dem entgegen, erläutern Schnehage und Schrader-Pries. Spätestens in 14 Tagen würden sie gerne wissen, wer an dem gemeinsamen Flächentausch und der Gründung einer Forstbetriebsgemeinschaft interessiert wäre, deren Sinn und Zweck das gemeinsame Wirtschaften wäre. Die Politiker hätten sich im Zusammenhang mit dem FFH-Projekt ausdrücklich dafür ausgesprochen, nichts gegen den Willen der Eigentümer zu unternehmen. Alles solle auf Basis der Freiwilligkeit passieren. Das ArL müsse daher die Wünsche der Grundeigentümer berücksichtigen, zumal dann, wenn die betroffenen Betriebe durch einen solchen Tausch eine Verbesserung ihrer Wirtschaftsfähigkeit erlangen könnten, betonte Schrader-Pries im Gespräch mit dem ECHO. Vorteil des Zusammenschlusses sei, dass einer die Verhandlungen für alle führen könne und die Wünsche der Eigentümer wesentlich mehr Gewicht hätten.