Politik für Geflüchtete

Zum Crash-Kurs gehörte auch ein Puzzle der Region Hannover und Wedemark, das auf Zeit zusammengebaut werden sollte.
 
Justina Walkowiak erklärte ihrer Gruppe großzügig alles, was sie nicht verstanden, sei es in den Spielen oder beim Anträge schreiben

Projekt „Next Stop: Democracy“ hilft Geflüchteten die Politik kennen zulernen

Mellendorf (eg). Mit dem Motto „Next Step: Democracy! Lust auf Demokratie – Geflüchtete erleben Kommunalpolitik" durften am Donnerstag, 16. März, 26 Jugendliche aus den Sprach-Lern-Klassen der Realschule Mellendorf zusammen mit Politik zum Anfassen die Kommunalpolitik kennerlernen. Dieses Unternehmen möchte Jugendlichen jeder Religion, Herkunft und Kultur seit 2006 einen spannenden Einblick in das Politikleben verschaffen und ihnen die Beteiligung an der Gestaltung ihres Lebensumfeldes ermöglichen. In Kooperation mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Niedersachen und dem Niedersächischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie konnten dieses und weitere Projekte möglich gemacht werden. Aber worum ging es in dem Projekt? Zu den Themen „Ankommen in der Schule“, „Sprache und Gesellschaft“ und „Wohnen und Soziales“ sollten die Jugendlichen in Gruppen Anträge für die am nähsten Tag angesetzte Gemeinderatssitzung unter der Leitung vom Ratsvorsitzenden Herr Karsten und mit Begleitung des Bürgermeisters Helge Zychlinski verfassen. Zu Beginn des Projektes stellte die Leiterin, Antoinette Rappo den Verein und seine Arbeit genauer vor. Der Verein veranstaltet seit elf Jahren verschiedene Projekte rund um das Thema „Demokratie“, unter anderem Planspiele, Filmprojekte oder wie hier „Next Step: Democracy!“. Nach dieser kleinen Vorstellung lernten sich in sechs Kleingruppen von vier bis fünf Schülern die einzelnen Jugendlichen und Betreuer erst einmal mit verschiedenen Fragen, wie zum Beispiel Lieblingsessen, Herkunft oder Alter genauer kennen. Nach der Kennlernrunde wurde in einem Crash-Kurs mit verschiedenen Spielen erst einmal erklärt, was Kommunalpolitik überhaupt ist. Um das Ganze etwas interessanter zu gestalten, wurden die Gruppen noch einmal in Teams aufgeteilt, die dann gegeneinader spielen sollten. Mit dem Spiel „Ebene“ sollte zum Beispiel spielerisch herausgefunden werden, wer in der Politik für was in Deutschland zuständig ist. Es gab drei Oberbegriffe: Wedemark, Niedersachsen und Deutschland und viele kleine Unterbegriffe, zum Beispiel Strom und Gas, Polizei oder Kindergarten. Diese Unterbegriffe sollten nun den Oberbegriffen zugeordnet werden. Ein Text mit Wörtern aus der Kommunalpoltik wurde vorgelesen und die Schüler sollten basern, wenn sie meinten ein Wort gehört zu haben, das im Zusammenhang mit Kommunalpolitik steht, wie zum Beispiel Fahrradweg oder Schwimmbad. Eine weitere Station war ein Puzzle, welches die Regionen Hannover und Wedemark zeigte und was man innerhalb einer bestimmten Zeit wieder zusammenbauen sollte. „Diese Projekte kommen bei allen Schülern immer sehr gut an. Die Crash-Kurse mit den Spielen macht ihnen viel Spaß und sie bringen Interesse und Freude mit ein“, so Antoinette Rappo. Nachdem der Crash-Kurs und die Pause beendet waren, folgte die eigentliche Aufgabe für die Schüler, Anträge für die Gemeinderatssitzung zu verfassen. In den jeweiligen Gruppen wurden nun Vorschläge zu dem zugeteilten Thema gesammelt und die besten drei wurden aufgeschrieben, diese sollten am folgenen Tag in der Gemeinderatssitzung vorgestellt und besprochen werden. Es wurden Vorschläge gesammtel wie zum Beipiel ein Fußballtunier zu dem alle Schüler und Politiker eingeladen sind, ein Karaokeabend oder der Antrag mehr Ausflüge für die Sprach-Lern-Klassen zu veranstalten. Ich persönlich kann sagen, dass die Schüler sehr ambitioniert bei der Sache waren und viele Vorschläge machten. Am Ende des ersten Projekttages hatten die verschiedenen Gruppen schon einige Anträge zusammen und übten die Weise, wie sie ihre Antäge verteidigen konnten und wie der nähste Tag generel ablaufen sollte. „Ich glaube, dass ist das erste Mal, dass sie jemand nach solchen Dingen hier in Deutschland fragt “, das war der Eindruck von Betreuer Lennart Kokott und den anderen Betreuer der einzelnen Gruppen, sowie auch meiner. Die Schüler gingen mit viel Spaß und Ideen an diese Aufgabe heran und waren froh, ihre Schule, das Zusammenleben in der Schule und die Wedemark verbessern zu können.