Politikerin Gesine Meißner: „Bio – find ich gut“

Andrea Giese (rechts) stellte Europakandidatin Gesine Meißner aus Wennigsen in einem Pressegespräch vor. Foto: A. Wiese

Wedemarks FDP-Vorsitzende Andrea Giese stellt Europakandidatin der Liberalen vor

Wedemark (awi). Die Europawahl steht vor der Tür und auch die FDP hat eine Kandidatin im Rennen: Gesine Meißner aus Wennebostelist bereits seit 2009 Europaabgeordnete der Liberalen und ihre Chancen stehen auch diesmal nicht schlecht: Wenn auch eine Direktwahl eher unwahrscheinlich ist, braucht sie mit Platz drei der Bundesliste nur rund drei Prozent der Stimmen in ihrem Wahlkreis einzufahren, um erneut in Brüssel einzuziehen. Bisher hatten den Liberalen zwölf Plätze im europäischen Parlament. Allerdings ist die Zahl der deutschen Abgeordneten reduziert worden, so dass die Parteien wohl prozentual weniger Abgeordnete entsenden werden. Aber Gesine Meißner denkt positiv. Ihre Schwerpunkte sind Landwirtschaft und die Verkehrspolitik - echte Dauerbrenner also. In der Wedemark war sie schon einmal, nämlich bei der Spedition Ebeling in Gailhof. Die Logistikbranche gehört schließlich zur Verkehrspolitik und ist für die Liberalen ein wichtiges Thema. Allerdings hätten Liberale aus anderen Ländern teilweise andere Positionen als die Liberalen aus Deutschland, gibt Gesine Meißner zu bedenken. Ihr Bezug zur Landwirtschaft ist angeboren: Da kommt sie her und war beruflich lange in der Agrarpolitik unterwegs. Die Agrarreform muss umgesetzt werden, sagt sie, der Umwelt Beachtung geschenkt werden, aber die Umweltauflagen für die Landwirtschaft brächten den Landwirten Nachteile. „Von den deutschen Landwirten wird immer mehr verlangt als von anderen, unser hoher Status quo nicht angerechnet“, kritisiert sie. Was sie gut findet: „Die Junglandwirtprämie, die hilft, die Umstellung der Betriebe zu finanzieren, und alternative Landwirtschaft. Bio – find ich gut: Transparenz für den Verbraucher und regelmäßige Kontrollen.“ Kleinere Betriebe sollten aufholen können, meint sie, aber den stärkeren Betrieben deshalb die Fördergelder nicht gestrichen werden. Außerdem werde zu wenig zwischen Voll- und Nebenerwerb unterschieden. Meißner ist sicher: „Landwirte in den traditionellen EU-Ländern haben Nachteile gegenüber ihren Berufskollegen zum Beispiel in Griechenland oder Kroatien.“ Sorgen machen ihr neue EU-Vorschriften für Grünlandbetriebe: Alter Weidelandbestand darf nicht mehr umgebrochen werden. In der Praxis sei das aber schwer durchzuhalten. Gut findet Gesine Meißner, dass bei der Produktion auf den Feldern die Produkte für Biogasanlagen jetzt wieder reduziert werden und die „Vermaisung“ eingedämmt wird. Im März ist Gesine Meißner übrigens zur Bundesvorsitzenden der Liberalen Frauen gewählt worden. Sie ist bereits Vizepräsidentin der Europäischen Liberalen Frauen. „Ich will es schaffen, dass die Liberalen Frauen bekannter werden“, so Meißner. Wer jetzt neugierig auf die FDP-Europakandidatin geworden ist, kann sich im Internet informieren: www.gesine-meissner.de.