Polizei freut sich über weniger Unfälle

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Über ein rückläufiges Unfallgeschehen in der Wedemark freuen sich Einsatz- und Streifendienstleiter Rolf Wenda (l.) und Kommissariatschef Knut Hallmann. Foto: A. Wiese

Weniger Schwer- und Leichtverletzte, weniger Radfahrer und Fußgänger beteiligt

Wedemark (awi). Im vergangenen Jahr haben sich in der Wedemark weniger Verkehrsunfälle ereignet als im Vorjahr, es sind dabei weniger Personen schwer beziehungsweise leicht verletzt worden und es waren weniger Radfahrer und Fußgänger beteiligt. „Wir werden uns bemühen, durch gezielte Verkehrsüberwachung und begleitende Maßnahmen unseren Beitrag dazu zu leisten, dass dieser posi-
tiven Trend auch in 2013 anhält“, versprach Einsatz- und Streifendienstleiter Rolf Wenda, der ges-tern gemeinsam mit Kommissariatschef Knut Hallmann die Unfallstatistik für 2012 vorstellte.
In 2012 ereigneten sich auf den Straßen der Wedemark 566 Verkehrsunfälle. 2011 waren es 619. Das bedeutet einen Rückgang um 53 Unfälle (8,56 Prozent). Insgesamt sind die Unfallzahlen in der PD Hannover um 1,5 Prozent gestiegen, wobei aber von Dienststelle zu Dienststelle teilweise erhebliche Schwankungen zu verzeichnen sind. Der Anteil der Verkehrsunfälle, bei denen Personen verletzt wurden, ist im Zuständigkeitsbereich des PK Mellendorf um 23 Prozent gesunken (70 gegenüber 91). PD-weit gab es allerdings einen Anstieg um etwa ein Prozent. Einen Unfall mit tödlichem Ausgang weist die Statistik aus. Allerdings kann man an diesem Beispiel recht gut aufzeigen, wie trügerisch die Statistik sein kann: Bei einem Verkehrsunfall – alleinbeteiligter Krad-Fahrer – konnte nur noch dessen Tod festgestellt werden. Allerdings deuten alle Umstände darauf hin, dass sich der Verkehrsunfall als Folge eines krankheitsbedingten Todes ereignete, also eigentlich kein tödlicher Unfall im landläufigen Sinne ist, da der Krad-Fahrer vorher schon tot war. Ein weiterer Unfall in Abbensen – Pkw kommt von der Fahrbahn ab und kollidiert mit einem am Grundstücksrand mit einem Laubsauger arbeitenden Mann – wird statistisch nicht als VU mit Todesfolge gesehen, da der Mann erst nach mehr als vier Wochen an den Folgen dieses Unfalls verstarb, obwohl das Opfer bei dem Unfall so schwer verletzt wurde, dass es schließlich starb.
Bei den Unfällen wurden 73 Personen leicht (17 weniger mehr als in 2011; -18,9 Prozent) und neun Personen schwer (fünf weniger als 2011; -35,7 Prozent) verletzt. Insgesamt liegen diese Zahlen deutlich unter dem Jahresdurchschnitt der letzten elf Jahre. Auffällig sei der Rückgang von Unfällen in geschlossenen Ortschaften. Ereigneten sich 2011 noch 365 Unfälle in den Ortschaften, so waren es 2012 nur noch 294; 71 Unfälle und damit 19,45 Prozent weniger. Demgegenüber stehe allerdings ein Anstieg der Unfälle, die sich außerhalb der Ortschaften ereignet haben um 18, was einer Steigerung von 7,1 Prozent entspreche, so Wenda. Die Ursachen für diese Entwicklung könnten verschiedener Art sein, die er aber nicht belegbar darlegen könne, erklärte ESD-Leiter Rolf Wenda: Stärkerer Kontrolldruck in den Ortschaften, verändertes Verhalten der Verkehrsteilnehmer und andere Punkte. Eine eingehende Betrachtung der Unfälle mit Verletzten unter Berücksichtigung der Ortslage ergebe Schwankungen, deren Ursachen bisher nicht erklärbar seien.
Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort wurde im letzten Jahr insgesamt 108 mal zur Anzeige gebracht, was einen Rückgang um etwa 12,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstelle. Die Zahl der aufgeklärten Unfallfluchten betrug hierbei 32, was einer Aufklärungsquote von 29,63 Prozent entspreche. Ein entscheidender Grund für den auffälligen Rückgang bei der Aufklärungsquote sei sicher auch das Verhalten der Personen, die einen Unfall oder eine Unfallflucht beobachteten, aber aus verschiedensten Gründen die Polizei nicht benachrichtigen, gaben Wenda und Hallmann zu bedenken. Um mehr Unfälle aufklären zu können, sei die Polizei auch auf die Mitarbeit der Bürger angewiesen. Jeder Bürger sei aufgefordert, Hinweise und Informationen, die bei der Aufklärung von sogenannten Unfallfluchten hilfreich sein können, unverzüglich der hiesigen Polizeidienststelle mitzuteilen. Gerade auf den Parkplätzen von Einkaufsmärkten und an den Bahnhöfen ereigneten sich zahlreiche Unfälle, zu denen es Zeugen gebe. Diese sollten entsprechende Feststellungen der Polizei melden und nicht davon ausgehen, dass sich der Verursacher bei der Polizei meldet, betonten beide Ordnungshüter ausdrücklich. Seit Jahren verzeichnet das PK Mellendorf eine hohe Anzahl von Wildunfällen. Basis für die Wildunfälle sei unter anderem der hohe Anteil an Waldflächen in der Wedemark und der damit einhergehende hohe Wildbestand. Auffällig sei die praktisch gleichmäßige Verteilung der Wildunfälle auf den gesamten Bereich der Wedemark. Das Anbringen von Reflektoren unterschiedlichster Art habe auf Dauer nicht zu einer Reduzierung der Wildunfälle geführt. Offensichtlich gewöhne sich das Wild bereits nach kurzer Zeit an diese, so dass sie ihre abschreckende Wirkung schnell verlören. Auch das Aufstellen von Hinweisen für Kraftfahrzeugführer – zum Beispiel das „rote Dreibein“ an der K 102 – habe Wildunfälle nicht verhindern können. Jeder Verkehrsteilnehmer sollte sich bewusst sein, dass auf allen Straßen außerhalb der Ortschaften in der Wedemark mit Wildwechsel gerechnet werden müsse und entsprechende Fahrweise angezeigt sei. Gerade bei Dämmerung und Dunkelheit sollten Verkehrsteilnehmer nicht immer mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit fahren, appellierte Wenda an die Autofahrer.
Die Schwerpunkte bei den Kontrollen seien unter Berücksichtigung der aktuellen Lage gesetzt worden. Es müssten hierbei Aspekte der Unfallprävention, aber auch der Kriminalitätsverhütung berücksichtigt werden. Insgesamt seien durch den Einsatz- und Streifendienst mehr als 3000 Stunden gezielte Kontrollen durchgeführt worden. Hinzu kämen rund 600 Stunden durch die Bereitschaftspolizei. Sicher hätten diese Kontrollen mit zu der positiven Entwicklung bei den Verkehrsunfallzahlen beigetragen.
Als Beispiel: Bei den Kontrollen „Alkohol/BTM“ wurden 41 Kraftfahrzeugführer/innen festgestellt, die unter dem Einfluss alkoholischer Getränke standen (Vorjahr 39), sowie im Jahr zuvor fünf Verkehrsteilnehmer, die sonstige berauschende Mittel zu sich genommen hatten. Aber es ereigneten sich auch weniger Unfälle (zehn in 2012 zu 14 in 2011), bei denen die Fahrzeugführer unter dem Einfluss von Alkohol/BTM standen, gab Wenda zu bedenken.