Polizei registriert Rückgang der Straftaten

Höchststand bei Aufklärungsquote erreicht

Kreis SFA. Die Polizeiinspektion Soltau-Fallingbostel stellte im Vergleich zum Vorjahr eine fast konstante Zahl der Straftaten fest. 11.218 Taten wurden im Jahr 2009 gemeldet, das sind 16 Delikte weniger als im Jahr 2008 – die Abnahme liegt damit bei 0,14 Prozent. Die Gesamtzahl der Delikte liegt damit unter dem Mittelwert der Jahre 2002 bis 2009 von 11.499 Delikten. Im Langzeittrend ist eine deutliche Abnahme der gemeldeten Straftaten zur erkennen. Die Aufklärungsquote in der Polizeiinspektion Soltau-Fallingbostel erreichte im Jahr 2009 mit 60,10 Prozent einen Höchststand und liegt damit mit einem Zuwachs von 1,43 Prozentpunkten sowohl über dem Durchschnitt der Polizeidirektion Lüneburg (57,60 Prozent) als auch über dem niedersächsischen Landesdurchschnitt (59,97 Prozent). „Ein Beweis für die professionelle und engagierte Polizeiarbeit die dazu beigetragen hat, die Stellung des Landkreises Soltau-Fallingbostel als sicheren Landkreis weiter zu festigen“, betont der Leiter des Zentralen Kriminaldienst, Stefan Gawel, bei der Präsentation der Kriminalstatistik 2010. Zu den Straftaten ermittelte die Polizei 4.687 Tatverdächtige. Unter den Tatverdächtigen im Jahr 2009 befanden sich 592 Nichtdeutsche (12,63 Prozent) und 346 (7,38 Prozent) Aussiedler. Bei den Diebstahlsdelikten ist ein leichter Anstieg im Vergleich zu 2008 von 207 Taten auf insgesamt 4.090 Delikte bei der Polizeiinspektion Soltau-Fallingbostel zu verzeichnen. Insgesamt ist die Entwicklung der im Bereich der Polizeiinspektion Soltau-Fallingbostel verzeichneten Diebstahlsdelikte jedoch durch eine über die letzten Jahre zu beobachtende Abnahme gekennzeichnet.Im Vergleich der Jahre 2002 und 2009 sind die Diebstahlsdelikte um 1.961 Fälle und somit um rund 32 Prozent, zurückgegangen. Bei den Diebstählen von und aus Kraftfahrzeugen sowie bei den Fahrraddiebstählen ist dieser Trend ebenfalls zu verzeichnen. Die Diebstähle von Kraftfahrzeugen sind von 2002 bis 2009 um rund 47 Prozent, die Diebstähle aus Kraftfahrzeugen um rund 64 Prozent und die Diebstähle von Fahrrädern um rund 41 Prozent rückläufig. Wohnungseinbrüche sind im Vergleich zum Vorjahr um rund 40 Prozent angestiegen und liegen mit 76 Taten mehr als 2008 bei 264. Rund 39 Prozent dieser Taten werden während der Tageszeit verübt. „Insbesondere bei den Wohnungseinbrüchen ist jede Tat eine zuviel“ so Eckart Pfeiffer. Leiter der Polizeiinspektion Soltau-Fallingbostel. „Durch diese Taten wird von den Tätern in die Privat- und Intimsphäre der Bürger im besonderen Maße eingegriffen und das subjektive Sicherheitsempfinden langfristig beeinträchtigt. Hier sehen wir unter anderem einen Schwerpunkt unser Kriminalitätsbekämpfung.“
Der Deliktsbereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte insgesamt hat im Vergleich zum Vorjahr eine Abnahme in dem Bereich des Warenkreditbetruges um 106 Fälle und einen Anstieg in dem Bereich des Warenbetruges um 80 Fälle zu verzeichnen. Diese ist insbesondere auf das Tatmittel Internet zurückzuführen, was eine immer herausragendere Rolle einnimmt. Von den 558 verzeichneten Fällen des Warenkreditbetruges wurden 50 Taten über das Internet getätigt. Im Vergleich wurden bei den 541 Fällen des Warenbetruges 492 über das Internet getätigt. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich liegt bei rund 98 Prozent. Die Anzahl der Rohheitsdelikte (Raub, Körperverletzungen, Bedrohungen pp.) ist im Landkreis in den zurückliegenden Jahren fast konstant geblieben. 1.628 Taten in 2009 verzeichnet die Polizeiinspektion Soltau-Fallingbostel bei den Rohheitsdelikten insgesamt. Einen leichten Anstieg ist im Bereich der Raubstraftaten um 13 Taten auf insgesamt 77 festzustellen, wobei im Vergleich zu den Jahren 2002 bis 2009 insgesamt eine deutliche Abnahme der Raubstraftaten zu verzeichnen ist. Die Körperverletzungsdelikte sind um 51 Taten auf 1.101 Delikte zum Vorjahr angestiegen. Der Bereich der Nachstellung / Stalking wurde in Niedersachsen im Jahr 2008 erstmalig statistisch erfasst. Die Polizeiinspektion Soltau-Fallingbostel verzeichnete in 2008 insgesamt 57 dieser Straftaten. In diesem Bereich wurde 2009 ein Anstieg um 15 Taten auf insgesamt 72 Straftaten festgestellt. Rund 90 Prozent aller Rohheitsdelikte konnten aufgeklärt werden. Bei einzelnen Deliktfeldern spielt jedoch Alkohol im Verhältnis eine immer größere Rolle: So wurden im vergangenen Jahr 1.101 Fälle von Körperverletzung registriert, davon wurden 450 und somit rund 41 Prozent unter Einfluss von Alkohol begangen. Im vergangenen Jahr waren es noch mit 1050 Fällen, 389 Delikte (37 Prozent), die unter dem Einfluss von Alkohol verzeichnet waren. Fälle der häuslichen Gewalt wurden im Jahr 2006 erstmalig statistisch erfasst. Seit dem ist ein stetiger Anstieg der Taten in diesem Bereich zu verzeichnen. In den letzten vier Jahren hat sich die Anzahl der Fälle von häuslicher Gewalt um 36 Prozent auf 267 Fälle erhöht. Dabei ist auffällig, dass es sich bei 85 Prozent der Täter um männliche und bei 15 Prozent um weibliche Personen handelt. Auch in diesem Bereich kann ein hoher Anteil von alkoholisierten Tätern mit insgesamt 40 Prozent registriert werden. Dass Alkohol eine enthemmende Wirkung hat und die Gewaltbereitschaft fördert, wird auch bei den Widerstandshandlungen gegenüber Polizeibeamten deutlich. Hier beträgt der Anteil der Taten, die unter Alkoholeinfluss begangen wurden, rund 77 Prozent. Während die Anzahl dieser Delikte mit 82 Taten im Jahr 2006 ihren Höchststand hatte, sind sie in den Jahren 2008 mit 62 Taten und 2009 mit 56 Taten entgegen des Landestrends wieder rückläufig.
„Es kann festgestellt werden, dass die Gewaltbereitschaft gegenüber den Polizeibeamten zunehme und die Intensität der Gewalt steige, was insbesondere durch die schwere der Verletzungen festzustellen sei“, so Eckart Pfeiffer. „Die Hemmschwelle Gewalt gegenüber Polizeibeamten anzuwenden ist niedriger geworden.“


Betäubungsmitteldelikte
Eine besondere Betrachtung verdient stets die Entwicklung der Drogenkriminalität. Hier registrierte die Polizeiinspektion Soltau-Fallingbostel im zurückliegenden Jahr insgesamt 544 Straftaten und verzeichnet somit einen leichten Rückgang im Vergleich zu dem Jahr 2008, als mit 694 Delikten ein enormer Anstieg zum Jahr 2007 um fast 250 Prozent erfolgte.
Diese Entwicklung dürfte zum großen Teil durch die Schwerpunktsetzung innerhalb der Polizeiinspektion Soltau-Fallingbostel und die dadurch entsprechend gestiegene Kontrollintensität zu erklären sein.
Der Anteil der qualifizierten Delikte (Handeltreiben mit Betäubungsmitteln) liegt bei rund 36 Prozent. Bei den Konsumenten von Betäubungsmitteln setzt die Polizeiinspektion Soltau-Fallingbostel bewusst auf den präventiven Aspekt und versucht Drogenabhängige gezielt an Therapieeinrichtungen zu vermitteln. Durch eine Eindämmung der Drogenproblematik wird vermutlich nicht zuletzt auch die so genannte Beschaffungskriminalität, die insbesondere bei den Eigentumstaten eine herausragende Rolle einnimmt, weiterhin rückläufig sein.