Polizeichef will Bürgermeister werden

Wedemarks Polizeichef Knut Hallmann könnte sich durchaus vorstellen, Bürgermeister der Samtgemeinde Steimbke zu werden und hier Ende Mai ins Rathaus einzuziehen.

Knut Hallmann möchte am 25. Mai für die SPD in der Samtgemeinde Steimbke antreten

Wedemark/Steimbke (awi). Der Wunsch, Bürgermeister zu werden, liegt ganz offensichtlich in der Familie, nur was die Parteizugehörigkeit betrifft, driften die Zwillingsbrüder Knut und Dirk Hallmann auseinander: Während Dirk Hallmann im Februar für die CDU bei der Bürgermeisterwahl in der Wedemark antrat, tritt sein Zwillingsbruder Knut – seit zwei Jahren Leiter des Polizeikommissariats in der Wedemark – für die SPD an und fordert am 25. Mai in der Samtgemeinde Steimbke den Amtsinhaber Hans-Jürgen Hoffmann und Birger Lerch von der CDU heraus.
Der SPD-Vorstand der Samtgemeinde Steimbke ließ mit der Nominierung des 54-jährigen Ersten Polizeihauptkommissars aus Rodewald am Freitagabend eine kleine Bombe platzen, denn erst hatte es so ausgesehen, als habe die SPD keinen Kandidaten. Doch Knut Hallmann, seit 1991 SPD-Mitglied, entschloss sich, seinen Hut für die Partei in den Ring zu werfen. „Man kann sich nicht darüber aufregen, dass sich kein Kandidat findet, wenn man selber nicht bereit ist, den Schritt zu wagen“, so Hallmann im Gespräch mit dem ECHO. Worauf er sich mit der Kandidatur einlässt, die Anfang April noch rechtzeitig zum Abgabetermin des Wahlvorschlages von einer SPD-Mitgliederversammlung abgesegnet werden soll, hat Knut Hallmann bei seinem Bruder Dirk gesehen. „Wie Dirk werde auch ich meinen Wahlkampf mit vollem persönlichem Einsatz führen, in jeder Hinsicht“, kündigte der SPD-Politiker an. Dazu gehört unter anderem, seinen Jahresurlaub in den Wahlkampf zu investieren. „Ich habe mich bereits einige Jahre als Mitglied der SPD-Fraktion im Gemeinderat Rodewald engagiert“, begründet Knut Hallmann seinen Wunsch nach einem Berufswechsel in die hauptamtliche Politik, der überhaupt nichts damit zu tun hat, dass ihm sein Posten als Leiter des Mellendorfer Kommissariates keinen Spaß macht. Im Gegenteil. Aber es reizt ihn auch, als Bürgermeister für die Samtgemeinde Steimbke, in der er seit Jahrzehnten zu Hause ist, Verantwortung zu übernehmen, und zwar „mit neuen Ideen, Visionen und Mut zur Veränderung“.
Als Führungskraft bei der Landespolizei, als Gewerkschafter und Personalrat hat er ebenso wie sein Bruder Dirk Mitarbeiterführung von der Pike auf gelernt. Das Geheimnis sei es, zu führen und zu entscheiden, ohne seine Mitarbeiter zu überfordern, erklärt er. Die Samtgemeinde Steimbke hat aus seiner Sicht eine sehr kompetente Verwaltung, in der er gerne die Rolle des optimistischen Motivator, Entscheiders und Netzwerkers übernehmen würde, dem die Mitarbeiter vertrauen können. Knut Hallmann sieht seine Aufgaben unter anderem in der Konsolidierung der Haushalte, die Erhöhung der Einnahmen durch Gewerbe-Ansiedlung, durch eine Verbesserung der Möglichkeiten in der Kinderbetreuung, durch zielgerichtete Maßnahmen für die ältere Bevölkerung und insbesondere auch durch die Wertschätzung des Ehrenamtes.
Damit liegt Knut Hallmann, unterschiedlicher Parteizugehörigkeit zum Trotz, nah bei den Aussagen seines Bruders Dirk in dessen Bürgermeisterwahlkampf in der Wedemark. Natürlich ist die Samtgemeinde Steimbke im Landkreis Nienburg mit ihren 7.800 Einwohnern nicht mit der knapp 30.000-Einwohner-Gemeinde Wedemark vergleichbar, die Knut Hallmann in seinen zwei Jahren als Komissariatsleiter und vorher schon als Leiter des Kriminalermittlungsdienstes ganz gut kennengelernt hat.
Doch in seiner Heimatgemeinde hat er den Vorteil, der seinem Bruder in der Wedemark fehlte: Er wohnt dort mit seiner Familie seit vielen Jahren. Seine Konkurrenten allerdings auch. Der amtierende Samtgemeindebürgermeister Hans-Jürgen Hoffmann, der seit zwei Legislaturperioden im Amt ist und bisher von der CDU gestützt wurde, kommt aus Steimbke, CDU-Herausforderer Birger Lerch aus Linsburg. Dort trafen die drei Kandidaten gestern Abend zur ersten von vier geplanten Podiumsdiskussionen zusammen.