Praktikum kommt sehr gut an

Felicitas Fromme machte ihr Praktikum als Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte bei Anwältin Carmen Spies. Zusammen planten sie Termine und beantworteten E-mails. Foto: E. Gerlach
 
In Praktikum in der Grundschule Lindwedel durfte Finja Haase den Grundschülern bei den Aufgaben helfen.

Gymnasialschüler der KGS Schwarmstedt schnupperten zwei Wochen ins Berufsleben

Schwarmstedt (eg). Von Montag, 6. März, bis zum Freitag, 17. März, haben die Schüler des Gymnasiums der neunten Klasse der Kooperativen Gesamtschule, Wilhelm-Röpke-Schule Schwarmstedt ihr zweiwöchiges Praktikum vor sich. Viele von ihnen haben sich Berufe ausgesucht, von denen sie sich vorstellen könnten, sie später auch einmal tatsächlich zu erlernen. Aber wie hat das Ganze angefangen? Begonnen hat es letztes Jahr im Sommer. Natürlich hatten einige schon genaue Vorstellungen, wo sie hingehen wollten, die meisten allerdings nicht. Dabei half auch der Berufsinformationstag, der extra für die jeweiligen Klassenstufen immer vor ihrem Praktikum stattfindet. Viele fanden ihren Praktikumsplatz aber auch schon kurze Zeit, nachdem sie die Anmeldebögen bekommen hatten, also zwischen Sommer und Herbst. Ein paar hatten sich auch schon davor einen „Praktikumsplatz“ gesichert. Sie machten einfach beim Zukunftstag schon "alles klar". Natürlich gab es auch einige, die ihren Platz erst eine Woche oder ein paar Tage vor dem Anfang des Praktikums fest machten. „Ich fand es relativ einfach, einen Praktikmsplatz zu finden“, berichteten mehrere Schüler. „Ich wollte eigentlich was anderes machen, habe aber keinen Platz gefunden. Jetzt bin ich in der Kanzlei und bin sehr zufrieden“, erzählte mir eine Mitschülerin. „Ich hatte schon ein paar Probleme mit meinem Platz. Zuerst wollte ich in einem Musikstudio mein Praktikum machen, dort ergab sich aber leider nichts. Dann wollte ich unbedingt einen Platz als Make-up Artist und ich musste ersteinmal einen Betrieb finden, der Praktikanten aufnimmt“, so ein Mitschüler. Trotz ein paar Schwierigkeiten fanden schließlich alle einen Praktikumsplatz, der ihnen gefiel. Die meisten fuhren nach Hannover, Walsrode oder Celle, Orte, die sie mit der Bahn gut erreichen können. Als ich in meinem Praktikum in der Redaktion des Schwarmstedter ECHO einige Mitschüler besuchte, um eine Reportage über das Praktikum des Gymnasialzweigs zu machen, war die Begeisterung der meisten für mich spürbar. Alle Schüler antworteten, dass sie sehr zufrieden seien und ihre Vorstellungen erfüllt wurden. Auch mit Kindern kommen die Schüler im Beruf Erzieher oder Lehrer sehr gut zurecht, denn diese Berufe sind im Moment, zumindestens in meiner Klasse, sehr nachgefragt. „Ich finde es einfach toll, mit Kindern zu arbeiten. Ich freue mich immer, wenn ich ihren Lernerfolg miterleben kann“, so eine Mitschülerin, die ihr Praktikum in der Grundschule Lindwedel macht. „Ich könnte mir sehr gut vorstellen, später auch diesen Beruf zu ergreifen und wenn, dann habe ich auch schon genaue Vorstellungen, was ich unterrichten möchte.“ „Ich habe auch keine Probleme mit den Kleinen. Sie mögen mich und eigentlich muss ich nichts weiter machen, als mit ihnen zu spielen. Ich könnte mir sogar vorstellen, mal einem eigenen Kindergarten aufzumachen“, verriet eine andere Mitschülerin, die im Kindergarten Hademstorf ihr Praktikum machte. Aber wie sind sie auf diesen Platz gekommen? Die Antworten waren sehr unterschiedlich. „Ich habe mir hier vor einem Jahr einen Computer gekauft und da ich mich sehr für Computer interessiere, habe ich gleich nachgefragt, ob ich einen Platz kriegen kann.“, erzählte Tom Piezonka, der im Computershop in Schwarmstedt arbeitet. „Meine Schwester hat hier bei dieser Anwältin auch ihr Praktikum gemacht und mich „vermittelt“, berichtete Felicitas Fromme. Alle Schülerinnen, die sich entweder als Kindergärtnerin oder Lehrerin beworben hatten, gingen in den Kindergarten oder die Schule, in die sie selbst auch gegangen sind. „Ich kenne hier die meisten noch aus der Zeit, wo ich Kind war. Das vereinfacht die Sache enorm“, erzählten alle. Die Schüler werden auch richtig mit einbezogen: Als Lehrer oder Erzieher den Kindern helfen und ihnen etwas beibringen, oder bei der Anwältin die Sekretärin vertreten und ihre Aufgaben machen bis hin zum Bearbeiten der Hardware und Software im Computerladen. Allerdings gab es auch einige, die nicht so viel machen konnten. „Ich durfte schon etwas machen, allergings nicht so viel wie ich mir gewünscht hätte, was ich aber vollkommen verstehen kann“, berichtete ein Mitschüler, der in der Tiermedizinischen Hochschule Hannover seinen Praktikumsplatz hatte. „Meine Freundin ist nicht so zufrieden mit ihrem Platz. Sie hatte sich einfach etwas mehr vorgestellt, als nur fegen und Handtücher zusammenlegen“, erzählte mir eine Mitschülerin. Von Tischler und Anwältin über Kindergärtner und Kfz-Mechaniker bis hin zu Make-up-Artist, Modedesignerin und Unfallchirurg ist alles dabei. Ein paar Schüler haben auch einfach irgendeinen Praktikumsplatz genommen, nur um einen zu haben, dass erfuhr ich auch aus den anderen Klassen, beispielsweise im Supermarkt oder im Kindergarten. Alles in allem sind aber die meisten mit ihrem Platz sehr zufrieden. Aber alle freuen sich wieder auf die Schule. „Das Praktikum ist echt eine tolle Möglichkeit, das Berufsleben kennenzulernen. Allerdings ist es auch sehr anstregend. Ich gebe zu, dass hätte ich nicht gedacht.“, erzählte ein weiterer Mitschüler. Mein persönliches Fazit: "ich persönlich habe einen sehr guten Einblick in das Berufsleben einer Redakteurin bekommen, habe noch einiges über deutsche Grammatik gelernt und trotzdem Spaß gehabt und interessante Leute getroffen!"
von Emely Gerlach