Projekt „Selbstsicher“ am Start

Freuen sich über die Realisierung des Projekts „Selbstsicher“ an der Realschule Wedemark: (v. l.) Anneke Weigand vom Förderverein, Schulleiterin Karen Rotter und Elke Schäfer vom Verein Gegenwind. Foto: A. Wiese

Realschule Wedemark und Gegenwind kooperieren

Wedemark (awi). Ein Präventionsprojekt für Mädchen und Jungen der sechsten Klassen in der Realschule Wedemark ist noch vor den Ferien in Kooperation mit dem Verein Gegenwind angelaufen. Der Verein Gegenwind unterstützt Jugendliche der sechsten Jahrgangsstufe mit einem geschlechtsspezifischen Angebot in Form eines Projekttages zum Thema „Selbstsicher“. Gerade in der Pubertät benötigten Jugendliche oftmals Hilfestellung zur eigenen Orientierung, damit sie ein Gefühl für sichselbst und ihre eigene Identität entwickeln könnten, erläuterte die Vorsitzende Elke Schäfer. Mädchen seien in ihrem Alltag permanent Unwohl-Situationen ausgesetzt. Körperliche Annäherungen beim Bus- und Bahnfahren spielten dabei ebenso eine Rolle wie Anmachsituationen auf dem Schulhof oder in der Freizeit. Diese „Erlebnisse“ würden durchaus als bedrohlich empfunden. Umso wichtiger sei es, adäquate Abwehrstrategien zu kennen, beziehungsweise sie zu erarbeiten. Fragestellungen bei dem Projekttag sind unter anderem: „Wie nah darf man mir kommen? Wo sind meine Grenzen? Wie kann ich sie wahren und durchsetzen? Es geht also um die individuelle Selbstbestimmung und die des anderen Geschlechts. Der Projekttag, der auch bei den künftigen sechsten Jahrgängen veranstaltet wird, soll bei den Sechstklässlern dazu beitragen, den Mädchen ihr individuelles Verhaltensmuster und Rollenverhalten bewusst zu machen und Anregungen für die eigenen Orientierungs- und Suchprozesse geben. Die vielbeschriebene Jugendgewalt sei Jugendgewalt heißt es im Flyer zu „Selbstsicher“, das die Realschule und Gegenwind in Kooperation mit dem Team von Nathalie Mandel umsetzen. Die Finanzierung ist durch Gegenwind und den Förderverein abgesichert. Jungen seien nicht nur im überwiegenden Maß die Täter, sondern auch in einer großen Zahl der Fälle selbst Opfer von Gewalttaten. Die Ursachen dafür lägen unter anderem in der alltäglichen männlichen Sozialisation, den daraus resultierenden Verhaltensstrukturen sowie den gesellschaftlichen gesetzten Geschlechterrollenklischeees. Aus diesem Grund sei es besonders wichtig, dass Jungen sich schon frühzeitig mit dem Rollenbild „Männlichkeit“, den typisch männlichen Verhaltensstrukturen sowie dem eigenen Verständnis dazu auseinandersetzten.