Prüfauftrag zum Umzug der Brechanlage von Brelingen nach Mellendorf

Brelingen (awi). Für ein Thema, das in Brelingen seit vielen Jahren für Zündstoff sorgt, gibt es möglicherweise eine Lösung: Den Umzug der Bauschutt-Brechanlage aus dem Gewerbegebiet Brelingen in die Kuhle der Firma Butenhoff am Kickersberg in Mellendorf, die dafür allerdings als Gewerbegebiet ausgewiesen werden müsste. „Die Flächenfestsetzung der Brechanlage im Gewerbegebiet Brelingen steht für die CDU-Fraktion noch einmal in Frage“, leitete Holger Bleich als Ausschussvorsitzender Planen und Bauen das Pressegespräch gestern Vormittag ein. Durch den Umzug des Unternehmens Butenhoff in das Gewerbegebiet Bissendorf hätten sich die Verkehrsströme verlagert. In diesem Zusammenhang sei es nur konsequent, wenn auch die Aktivitäten noch einmal überprüft würden, ist sich die CDU-Gemeinderatsfraktion einig. In einem Gespräch erläuterte Unternehmer Gert Butenhoff den CDU-Politikern Rudi Ringe und Holger Bleich die Logistikvorteile. Die Fahrwege der Radlader würden verringert, da diese in Mellendorf ohnehin zur Verfügung stünden. Weiterhin führe der LKW-Anfahrtsweg aus dem Gewerbegebiet Bissendorf dann nicht mehr durch Ortsteile von Mellendorf. Würde die Brechanlage künftig im westlichen Teil der Mellendorfer Grube betrieben, müsste dieser Verkehr auch nicht mehr durch den Ort Brelingen fließen, argumentieren die Politiker. Die Lastwagen fahren und führen ohnehin an der Mellendorfer Grube vorbei. Wohl aber würde Brelingen als Lagerplatz mit Gewerbecharakter erhalten bleiben, stellten Holger Bleich, Rudi Ringe und Susanne Brakelmann für die CDU fest. Die Komplettaufgabe der Brelinger Fläche stehe nicht zur Diskussion. Diese müsse als Pufferfläche nach wie vor zur Verfügung stehen. Wohl aber könnte durch diesen Vorstoß die Belastung für Brelingen reduziert werden. Schließlich müsse auch die An- und Abfahrt für das Abbaugebiet der Firma Papenburg über die Brelinger Straße erfolgen.
Die Lage in der Mellendorfer Grube am Kickersberg bewertet die CDU auch im Hinblick auf die Lärmemissionen und den wesentlich größeren Abstand zur Wohnbebauung als deutlich besser für die Arbeiten der Bauschutt-Brechanlage geeignet als am aktuellen Standort in Brelingen. Die Brechanlage würde in Mellendorf in etwa sechs Meter Tiefe stehen, sodass die Emissionen in der Böschung absorbiert werden und nicht in die Ebene getragen werden können wie vom erhöhten Standort auf dem Hügel in Brelingen. Die genehmigten Mengen des Brechgutes und der Umfang zum Betrieb der Anlage – zwei Mal im Jahr für zehn Tage von 7 bis 18 Uhr – werden nicht erweitert, insofern soll lediglich der Status-Quo „umziehen“, stellt Susanne Brakelmann klar. Es gibt allerdings auch einen Wermutstropfen: Um die Bauschutt-Brechanlage in der Mellendorfer Grube betreiben zu können, müsse eine renaturierte Teilfläche umgewandelt werden, damit die Zufahrt und die Lagerung des Brechgutes gewährleistet ist. Dies könnte zu größeren Ausgleichansprüchen führen, da die Fläche aufgrund der Renaturierung als hochwertig einzustufen ist. Die CDU-Fraktion wird im Ausschuss für Planen und Bauen am kommenden Donnerstag, 25. Februar, einen entsprechenden Prüfantrag stellen, kündigte Ausschussvorsitzender Holger Bleich an. Die Vor- und Nachteile des Umzugs sollen von der Verwaltung, die an den Gesprächen im Vorfeld übrigens bereits beteiligt war, transparent dargelegt werden und eine erste Machbarkeit geprüft werden. Die CDU im Rat der Gemeinde Wedemark ist sich aber heute schon sicher, dass dieser Umzug eine „Win-Win-Situation“ für alle Beteiligten darstellen könnte.